Düsseldorf

Düsseldorf: Ärzte greifen zu drastischen Maßnahmen – das Schwänzen von Terminen kann jetzt richtig teuer werden

Ärzte nehmen nun Geld für geschwänzte Termine.
Ärzte nehmen nun Geld für geschwänzte Termine.
Foto: dpa
  • Nicht wahrgenommene Termine sorgen in Arztpraxen für viele Probleme
  • Mehrere Praxen fordern jetzt eine Strafgebühr für unentschuldigtes Fehlen
  • Juristisch ist diese Maßnahme strittig

Düsseldorf. Lange Wartezeiten auf einen Termin und im Wartezimmer. Die Organisation von Arztterminen ist vielen Menschen ein wohlbekannter Graus.

Doch was hinter den Kulissen beim Arzt des Vertrauens abläuft und viele Probleme verursacht, ist den meisten Menschen wahrscheinlich gänzlich unbekannt.

Ärzte klagen über Organisationsprobleme durch Terminschwänzer

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, entstehen viele Hindernisse dadurch, dass Patienten ihren Termin gar nicht oder zu spät absagen und dann nicht erscheinen.

Dadurch entstehen in den Praxen enorme Organisationsprobleme und sogar Verdienstausfälle. Wie das Blatt berichtet, werden bis zu 30 Prozent der vergebenen Termine nicht wahrgenommen.

Schwierigkeiten in der Terminvergabe

In den Praxen kommt es zu Leerläufen für Ärzte und Mitarbeiter. Patienten, denen man eigentlich einen Termin geben würde, bekommen keinen, weil der Terminplaner trotzdem voll ist.

Ärzte greifen jetzt zu drastischen Maßnahmen, um solchen Vorfällen Einhalt zu gebieten. Für verpasste Termine sollen nun die Patienten zur Kasse gebeten werden.

40 Euro für unentschuldigtes Fehlen beim Arzt

In Düsseldorf kostet ein unentschuldigt verpasster Termin in einigen Praxen somit bereits 40 Euro. Diese Summe entspreche laut einem Düsseldorfer Arzt seinem Honorar für eine 15-minütige Sprechstunde.

Ob diese Maßnahmen rechtsgültig sind ist noch umstritten. In Fällen, die vors Gericht gegangen sind, gewannen mal die Patienten, mal die Ärzte.

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Terminservice- und Versorgungsgesetz von Ärzten kritisiert

Ihren Ursprung könnte dieses Vorgehen in dem neuen geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben.

Ärzte sollen, voraussichtlich ab dem 1. Mai, verpflichtet sein, mindestens 25 Sprechstunden pro Woche anbieten. Die Groko will damit gegen das Problem der teils monatelangen Wartezeiten für gesetzlich Versicherte bei Fachärzten bekämpfen.

Düsseldorf: Hier musst du mindestens 24 Stunden vorher absagen

Eine Gemeinschaftspraxis in Düsseldorf-Kaiserswerth geht noch konsequenter gegen Terminschwänzer vor.

Wer seinen Termin in der „Frauenärztlichen Gemeinschaftspraxis im Klemensviertel“ nicht mindestens 24 Stunden vorher absagt, zahlt 35 Euro Strafe.

Die Gebühr hat übermäßige Ausfälle minimiert

Laut Frauenarzt Hans-Wilhelm Coenen gab es vor Einführung der Gebühr täglich ein bis zwei nicht wahrgenommene Termine. Seit Einführung der Gebühr werden pro Woche nur noch ein bis zwei Termine nicht wahrgenommen.

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, empfiehlt die Verbraucherzentrale den Patienten einen Termin rechtzeitig abzusagen, wenn klar wird, dass man nicht zu ihm erscheinen kann. Bei Bedarf sollte dann direkt ein neuer ausgemacht werden.

Handelt es sich um feste Termine, bei denen vielleicht sogar eine zeitaufwendige Behandlung angesetzt war, sollte der Termin schriftlich abgesagt werden, damit die rechtzeitige Absage im Notfall belegt werden kann. (db)