Düsseldorf: Wende nach Schock-Video von Polizei-Festnahme

Im vergangenen August sorgte das Video eines Polizeieinsatzes in Düsseldorf für Schlagzeilen. (Symbolbild)
Im vergangenen August sorgte das Video eines Polizeieinsatzes in Düsseldorf für Schlagzeilen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Jochen Tack

Wer es einmal gesehen hatte, den ließ es so schnell nicht mehr los. Im August 2020 sorgte das Video eines Polizeieinsatzes in der Altstadt von Düsseldorf bundesweit für Bestürzung. Ein Polizist hatte einen 15-Jährigen auf dem Boden fixiert, dabei sein Knie in dessen Halsbereich gedrückt.

Viele fühlten sich bei den Bildern aus Düsseldorf an die Aufnahmen im Zusammenhang mit dem durch Polizeigewalt verstorbenen George Floyd erinnert. Die Polizei Duisburg hatte damals die Ermittlungen gegen vier Kollegen aufgenommen. Jetzt kommt es zur Wende in dem Fall.

Düsseldorf: Polizist kniete auf Jugendlichem – Verfahren eingestellt

NRW-Innenminister Herbert Reul gab nach Sichtung des Videomaterials zu: „Auch ich habe mich erschrocken, als ich diese Bilder zum ersten Mal gesehen habe.“ Viele forderten Konsequenzen für die beteiligten Beamten. Nun kommt es offenbar anders.

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Wie der „WDR“ berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf das Verfahren gegen die Beamten eingestellt. Das Vorgehen sei gerechtfertigt und keine Polizeigewalt, heißt es von der Behörde.

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Das ist die Stadt Düsseldorf:

  • erhielt 1288 das Stadtrecht
  • Landeshauptstadt von NRW, gehört zu den Wirtschaftszentren Deutschlands
  • mit 646.000 Einwohnern (Stand: Dezember 2019) die zweitgrößte Stadt in NRW
  • besteht aus zehn Stadtbezirken, die in 50 Stadtteile unterteilt sind
  • Oberbürgermeister ist Stephan Keller (CDU)

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Weiter berichtet der „WDR“, dass die Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf eine unrechtmäßige Gewaltausübung der Polizei erkennen konnte. Das Verfahren gegen die vier Beamten sei ohne Auflagen eingestellt worden.

Video sorgt für bundesweite Schlagzeilen

Der Fall vom 15. August 2020 vor einem Schnellimbiss in Düsseldorf hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals waren die beteiligten Beamten unmittelbar nach dem Zwischenfall in den Innendienst versetzt worden. Innenminister Reul kündigte an, „mit allen Mitteln, die gegeben sind“, einem möglichen Fehlverhalten nachgehen zu wollen.

Entscheidend werde laut Reul sein, ob der Beamte sein Knie tatsächlich auf dem Hals des Jugendlichen abgesetzt hatte oder auf dessen Ohr- beziehungsweise Kieferknochen. Letzteres wäre grundsätzlich durch das Eingriffsrecht der NRW-Polizei gedeckt.

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Bereits im November 2020 entlastete ein Polizeisprecher aus Duisburg gegenüber dem „WDR“ seinen Kollegen. Er habe eine für Beamte gängige Eingriffstechnik angewandt. (dav)