Düsseldorf: Frau (20) verliebt sich in verheirateten Mann – dann beginnt für sie der Alptraum

Mehdi F. (links) soll eine junge Frau mit der Loverboy-Masche geködert und brutal ausgenutzt haben. Sein Bruder Saiid F. ist als Helfershelfer mitangeklagt.
Mehdi F. (links) soll eine junge Frau mit der Loverboy-Masche geködert und brutal ausgenutzt haben. Sein Bruder Saiid F. ist als Helfershelfer mitangeklagt.
Foto: dpa; Marcel Storch/DER WESTEN

Zur Begrüßung gibt es eine kräftige Umarmung!

Mehdi F. (32) aus Langenfeld und Saiid F. (23) aus Duisburg haben sich lange nicht gesehen. Beide sitzen seit Monaten hinter Gittern. Im Gerichtssaal 122 des Landgerichts Düsseldorf kommt es zum Wiedersehen auf der Anklagebank. Die Vorwürfe wiegen gegen die beiden Männer schwer.

Düsseldorf: Langenfelder soll Geliebte zur Prostitution gezwungen haben

Der ältere der Brüder soll mithilfe der „Loverboy“-Masche eine junge Frau zur Zwangsprostitution gezwungen haben, sie für sich arbeiten lassen und brutal auf sie eingeprügelt haben. Die heute 20-jährige Berufsschülerin aus Bayern ist zum Prozessauftakt nicht im Landgericht in Düsseldorf. Sie befindet sich im Zeugenschutz und soll im Verlauf des Verfahrens aussagen.

Die damals 18-Jährige und der vorbestrafte Langenfelder hatten sich im Internet kennengelernt und waren 2018 eine Beziehung eingegangen, obwohl der 32-Jährige verheiratet ist und mehrere Kinder hat.

Im Juli 2018 soll Mehdi F. die junge Frau mit Gewalt und gegen ihren Willen bei einer gemeinsamen Reise in den Libanon zu von ihm organisierten Gruppensexhandlungen gedrängt haben, heißt es in der Anklage. Im September 2018 kam es demnach zu einem besonders brutalen Vorfall: Der Hauptangeklagte soll seine Geliebte so fest geschlagen haben, dass ihr das Trommelfell platzte und Blut aus ihren Ohren lief. Die Schülerin blieb trotzdem bei dem mutmaßlichen Loverboy.

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Auch, als der ihr drohte, ihrer Mutter etwas anzutun. Um die Mutter zu verschonen, sollen der Hauptangeklagte und die Schülerin sich darauf „geeinigt haben“, dass sie ihm eine Rolex für 12.000 Euro kauft. Ab November 2018 soll er die junge Frau gedrängt haben, für ihn im Escort-Bereich zu arbeiten.

Junge Frau arbeitet als Escort-Dame

Nach Weihnachten 2018 gab der Angeklagte Mehdi F. laut Staatsanwaltschaft vor, 40.000 Euro in der Jacke der Schülerin versteckt zu haben. Das Geld war dort nicht zu finden, weshalb er eine Rückzahlung forderte. Daher arbeitete die junge Frau ab Januar 2019 wieder für eine Escort-Agentur mit Sitz in Frankfurt.

Hier sollen laut Anklage Kunden für zwei Stunden 900 Euro gezahlt haben, für eine Nacht 2500 Euro. Die Agentur bekam 40 Prozent der Einnahmen, sodass der jungen Frau 540 bzw. 1400 Euro blieben. Diese Einnahmen musste sie laut Staatsanwaltschaft an Mehdi F. abtreten. Ihr soll lediglich ein Taschengeld von 60 Euro pro Monat und pro Termin 40 bis 50 Euro geblieben sein. 84.000 Euro soll die Nebenklägerin dem Angeklagten insgesamt gezahlt haben, bevor sie im Juni 2019 flüchtete.

Mit dem Geld hatte Mehdi F. für seine in Langenfeld wohnende Frau und die Kinder einen VW Touran gekauft, heißt es in der Anklageschrift.

Auch sonst drangsalierte der Hauptangeklagte seine Geliebte. Sie musste ständig ans Telefon gehen, wenn er anrief, sonst bestrafte er sie mit Schlägen oder Liebesentzug, worunter die verliebte junge Frau besonders litt.

Brüder schlagen mit Gürtel zu und zwingen Frau zu Sex

Im Juni 2019 sollen die beiden angeklagten Brüder erneut gemeinsam mit der Nebenklägerin im Libanon gewesen sein. Die beiden Männer sollen die 18-Jährige mit Gürteln geschlagen und sie dazu gezwungen haben, mit einem „erheblich dicken Mann“ Geschlechtsverkehr zu haben. Der jüngere Bruder Saiid F. soll die Frau mit dem Wissen um ihre Zwangslage mehrmals zu Sex-Treffen gefahren haben.

Bei Mehdi F. handelt es sich nach DER WESTEN-Informationen um den ehemaligen NRW-Boss der „United Tribuns“, einer aus Kampfsportlern und Türstehern bestehenden, europaweit gefürchteten Gruppierung, die inzwischen nicht mehr aktiv ist.

Nicht nur gegenüber seiner Geliebten soll der 32-Jährige brutal vorgegangen sein. Im Sommer 2018 hat er laut Anklage seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Langenfeld geschlagen, so dass diese mehrere jeweils Zentimeter lange Platzwunden erlitt.

Brutaler Messerangriff

Auch ein brutaler Messerangriff wird ihm zu Last gelegt. Er soll am 1. August 2019 mit einem Jagdmesser mit einer Klingenlänge von 15 Zentimeter einem anderen Mann in den Bauch gestochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er den Tod des Mannes billigend in Kauf nahm. Mehdi F. floh, sein jüngerer Bruder soll noch mit dem Fuß auf den Kopf und Oberkörper des blutenden Opfers eingetreten haben.

Kinderpornografische Bilder auf Handy entdeckt

Bei einer Durchsuchung am 21. Oktober 2019 fanden die Ermittler auf einem sichergestellten Handy des Hauptangeklagten auch zwei Videodateien von unbekleideten Jungen unter 14 Jahren, in ausschließlich auf Geschlechts- und Analregion reduzierter Pose.

Zu Prozessbeginn schwiegen die beiden Männer. Sie wollen sich im Laufe des Prozess zu den Vorwürfen äußern. Verteidiger Wolf Bohn sagte gegenüber DER WESTEN: „Mein Mandant erhofft sich Klarstellung. Er hat das Bedürfnis sich zu den Vorwürfen zu äußern, sie zu relativieren und klarzustellen. Die Staatsanwältin hat vielerlei angeklagt. In dem Verfahren werden wir die Möglichkeit haben, im Rahmen der Beweiserhebung diese Tatvorwürfe auch zu zerschlagen.“ Schon am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

 
 

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