Düsseldorf

Düsseldorf: Eltern müssen mitansehen, wie ihr Kind stirbt – Ärzte freigesprochen

Der siebenjährige Junge ist im Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf ohne die lebensrettende Operation an einem Darmverschluss gestorben. Nun müssen sich seine Ärzte vor Gericht verantworten.
Der siebenjährige Junge ist im Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf ohne die lebensrettende Operation an einem Darmverschluss gestorben. Nun müssen sich seine Ärzte vor Gericht verantworten.
Foto: dpa (Symbolbild)
  • Ein siebenjähriger Junge kommt ins Krankenhaus
  • Er litt an einem Darmverschluss, da es nicht zur lebensrettenden Operation kam, kollabierte er und verstarb
  • Nun mussten sich die verantwortlichen Ärzte vor Gericht verantworten

Düsseldorf. Schrecklicher Kindstod in Düsseldorf: Ein Darmverschluss ist ein gefährlicher medizinischer Notfall. Obwohl dies bei einem siebenjährigen Kind in Düsseldorf richtig erkannt wurde, wurde ihm im Krankenhaus nicht geholfen. Es starb in der Klinik. Nun standen zwei Ärzte wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Die beiden verantwortlichen Düsseldorfer Krankenhausärzte mussten sich wegen des Todes des siebenjährigen Kindes am Dienstag vor Gericht verantworten. Das Gericht sprach sie frei.

Düsseldorf: Ärzte erkennen Darmverschluss, doch die notwendige OP bleibt aus

„Es ist bei ihnen kein fehlerhaftes Handeln erkennbar“, sagte Amtsrichterin Nicole Marci am Dienstag. Der Staatsanwalt kündigte an, nun Ermittlungen gegen Chirurgen der Klinik aufzunehmen. Ein Gutachter hatte ausgesagt, dass die Verantwortung für eine nicht erfolgte, aber dringend notwendige Operation des Jungen bei den Chirurgen gelegen habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte einen 64 Jahre alten Oberarzt und eine 31 Jahre alte Assistenzärztin vor Gericht gebracht, am Dienstag aber selbst beantragt, beide freizusprechen.

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Verkettung unglücklicher Umstände?

Eine Verkettung unglücklicher Umstände soll zum Tod des Jungen beigetragen haben: Der Kinderchirurg des Krankenhauses war im Urlaub, deswegen sollte der Junge in eine andere Klinik verlegt werden. Doch der Transportdienst habe sich geweigert, das Kind zu fahren.

Da die Intensivstation für Kinder voll belegt gewesen sei, sei der Junge auf die Intensivstation für Erwachsene verlegt worden.

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Junge (7) kollabiert nach vielen Stunden des Wartens

Dort habe eine Chirurgin in der Klinik für die dringend notwendige Operation bereitgestanden. Doch die beiden Kinderärzte hätten diese nicht angeordnet, heißt es in der Anklage. So blieb die lebensrettende Operation aus.

Der Siebenjährige sei schließlich nach vielen Stunden vergeblichen Wartens in der Klinik kollabiert und an den Folgen des Darmverschlusses gestorben (dpa/mj)

 
 

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