Düsseldorf

Düsseldorf: Feuer-Drama in Krankenhaus mit einem Toten und Verletzten – Polizei hat schlimmen Verdacht

Im Marien Hospital in Düsseldorf gab es am späten Montagabend einen verheerenden Brand. 72 Menschen wurden verletzt, einer verstarb.
Im Marien Hospital in Düsseldorf gab es am späten Montagabend einen verheerenden Brand. 72 Menschen wurden verletzt, einer verstarb.
Foto: Patrick Schüller

Düsseldorf. Am späten Montagabend ist ein verheerendes Feuer in einem Krankenhaus in Düsseldorf ausgebrochen. Mehrere Etagen des Krankenhauses standen in Brand.

Bei dem tragischen Brand in Düsseldorf wurden 72 Menschen verletzt, elf von ihnen schwer, sieben sogar lebensgefährlich. Für einen 77-jährigen Patienten kommt jede Hilfe zu spät. Der Mann verstarb noch vor Ort.

Vier Menschen schweben mit einer Rauchgasvergiftung immer noch in Lebensgefahr.

Nun hat die Polizei einen schlimmen Verdacht, was die Ursache des Brands angeht.

Düsseldorf: Polizei hat schlimmen Verdacht – 83-Jähriger Mann im Fokus der Ermittlungen

Die Polizei geht aktuell von einer fahrlässigen Brandstiftung aus. Einen technischen Defekt schließen die Ermittler derzeit aus. Der Tatverdacht richtet sich gegen einen 83-jährigen Patienten aus dem Brandzimmer. Der schwer demenzkranke Mann wurde selbst verletzt und kann aufgrund seines allgemeinen Gesundheitszustands zurzeit nicht befragt werden.Die Staatsanwaltschaft setzt ihre Ermittlungen fort.

Toter bei Feuer-Drama im Krankenhaus

Zum entstandenen Sachschaden gibt es bisher keine Angaben. Die Polizei will am frühen Nachmittag über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

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Der Brand brach nach bisherigen Erkenntnissen im Zimmer eines Patienten im zweiten Stock aus. Er konnte zwar noch aus seinem Zimmer gebracht werden, allerdings kam jede Rettung zu spät – er verstarb an einer Rauchgasvergiftung.

61 Menschen mit Rauchgasvergiftung

Von dort aus verteilte sich der Rauch über fünf Etagen des Krankenhauses. Zeitweise habe man sich um rund 100 Menschen kümmern müssen, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Von den 72 Verletzten erlitten 61 Menschen eine Rauchgasvergiftung.

Einige Schwerverletzte wurden den Angaben zufolge noch auf dem Parkplatz vor Ort behandelt. 19 Menschen wurden in andere Krankenhäuser gebracht, ein Patient mit einem Hubschrauber in eine Klinik nach Aachen geflogen. Die Patienten erlitten allesamt Rauchvergiftungen.

Patienten berichten über die schockierenden Erlebnisse

Drei weitere Patienten erlitten schwere Verletzungen, weitere zwölf Menschen mussten mit leichten bis mittelschweren Verletzungen in Düsseldorfer Krankenhäuser transportiert werden.

Einige der Patienten haben mit der „Bild“ über die schockierenden Erlebnisse gesprochen. Unter ihnen auch Jana-Lisa T. (23). Sie und ihre Bettnachbarin wurden wach, als sie einen lauten Knall hörten.

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Sie erzählt dem Portal (Bezahlinhalt): „Meine Bettnachbarin und ich wurden durch den lauten Knall wach, als die Fenster explodierten. Überall war Glas. Rauch kam durch das auf Kipp stehende Fenster.“

Und weiter: „Ich wollte gerade eine Schwester holen, weil meine Bettnachbarin nicht laufen konnte, da kam uns auch schon der Chirurg entgegen und schob sie mit einem Affentempo rau. Wir wurden draußen vor der Notaufnahme postiert.“

Löscharbeiten dauerten vier Stunden

Die restlichen Patienten kamen in anderen Gebäuden des Krankenhauses unter. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr brauchten eine Stunde, um den Brand zu löschen. Und das obwohl die Feuerwehr Düsseldorf mit allen neun Berufsfeuerwachen am Einsatzort waren. Sauerstoff aus einer in dem Zimmer verlaufenden Leitung hatte das Feuer zusätzlich verstärkt.

Nach vier Stunden kehrten die letzten der rund 180 Einsatzkräfte zu ihren Wachen zurück.

Die Freiwilligen Feuerwehren unterstützten, indem sie Führungsfahrzeuge und Feuerwachen in Düsseldorf besetzten. Davon waren 137 im Einsatz.

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Notfallseelsorger unterstützen Betroffene – Kriminalpolizei ermittelt

Weiterhin unterstützen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, der Bezirksregierung Düsseldorf sowie mehrere Notfallseelsorger die Einsatzmaßnahmen vor Ort.

Bereits kurz nach Beendigung der Löscharbeiten hat die Kriminalpolizei die Ermittlung zur genauen Brandursache aufgenommen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann noch nicht genau beziffert werden.

Erst im Juli war in einer Lungenklinik in Köln-Mehrheim ein Brand ausgebrochen, bei dem ein Patient starb. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte daraufhin den Brandschutz in deutschen Kliniken und Pflegeheimen als „nicht ausreichend“ angeprangert. (dav/mj/dpa)

 
 

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