Düsseldorf

Düsseldorf: Kult-Kneipe darf wieder öffnen – aber bleibt freiwillig zu! Das ist der Grund

Eine Kult-Kneipe in Düsseldorf will seine Stammkunden nicht verprellen. (Symbolbild)
Eine Kult-Kneipe in Düsseldorf will seine Stammkunden nicht verprellen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Norbert Schmidt

Düsseldorf. Wer schon einmal Freitag- oder Samstagabend die Altstadt in Düsseldorf besucht hat, kennt es: Tausende Menschen laufen dichtgedrängt durch die Gassen, um den Alltag hinter sich zu lassen, zu tanzen und ein Bierchen zu trinken.

Wochenlang stand jedoch der Betrieb wegen Corona still. Kneipen und Gastronomie dürfen inzwischen wieder öffnen. Doch ein Kult-Lokal aus Düsseldorf bleibt freiwillig zu. Das hat auch einen Grund.

Düsseldorf: „würde wenig Sinn ergeben“

Gemeint ist der Hühnerstall. Dort gibt es jedoch kein Gefieder, nur Stammgäste und neue Besucher, die in gemütlicher Runde trunken. Mit Wirtin Petra Melzer, kurz genannt Pe, ist man per DU. Umso härter trifft es die Gäste, dass ihr Hühnerstall zu bleibt.

Die Kult-Kneipe darf seit dem 11. Mai zwar wieder öffnen, bleibt aber freiwillig geschlossen. Ein Zettel an der Tür sowie ein Hinweis auf der Homepage ist alles, was den Gästen bleibt. Dort steht: „So sehr das Hühnerstall-Team und unsere Gäste sich eine Öffnung wünschen, so wenig Sinn würde dieses aktuell ergeben.“

Die Hygiene-Maßnahmen sind für die Wirtin ein großes Problem. Ihre Kneipe ist einfach zu klein. Wird der von der Landesregierung angeordnete Mindestabstand eingehalten, so dürften nur noch 16 Gäste gleichzeitig den Hühnerstall besuchen – zehn drinnen, sechs auf dem Außengelände.

In der Ankündigung heißt es weiter: „Um alle Auflagen zu erfüllen, würde dies zu noch höheren wirtschaftlichen Verlusten führen. Deswegen bleibt der Hühnerstall leider bis zu einer Änderung der Rahmenbedingungen weiter geschlossen.“

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Hoffnung auf weitere Lockerungen

Die Ausgaben für Strom und Personal würden sich mit der geringen Anzahl an Gästen einfach nicht rechnen. „Regulär passen etwa 60 bis 70 Gäste in den Hühnerstall“, so Melzer gegenüber DER WESTEN.

Sie hofft, dass die Maßnahmen für kleine Lokale weiter gelockert werden, damit sie ihren Hühnerstall in Düsseldorf wieder öffnen kann und daran auch verdient.

Ein weiterer Grund für die bleibende Schließung ist, dass sie ihre Stammgäste nicht verprellen möchte. Denn die müssten dann warten, bis mal ein Platz frei wird.

„Lächerlich, was mit euch gemacht wird“

Aktuell hält Melzer sich durch Ersparnisse über Wasser, verrät sie dem „Express“. „Das geht aber natürlich irgendwann auch drauf, wenn gar nichts reinkommt.“

Auf der Facebookseite informiert Melzer ihre Gäste regelmäßig zur aktuellen Lage. Viele können es verstehen, sind aber auch traurig.

Hier einige Kommentare:

  • „Liebe Pe, auch wenn es dir sicher schwerfällt, hast du die einzig richtige Entscheidung getroffen!“
  • „Ich kann mir vorstellen, wie schwer euch diese Entscheidung gefallen ist! Das sind wahrlich keine schönen oder leichten Zeiten.“
  • „War bei der Größe zu befürchten.“
  • „Lächerlich, was mit euch gemacht wird.“
  • „Eine Entscheidung, die nicht einfach ist, aber es ist die Richtige.“
 
 

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