Düsseldorf

Düsseldorf: Handzettel mit lebensgefährlichen Tipps in Kinderklinik aufgetaucht

Im Düsseldorfer Norden haben Unbekannte dubiose Handzettel zum Thema „Plötzlicher Kindstod“ verteilt. (Symbolbild)
Im Düsseldorfer Norden haben Unbekannte dubiose Handzettel zum Thema „Plötzlicher Kindstod“ verteilt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Xinhua

Düsseldorf. Alarm in Düsseldorf! Dubiose Handzettel mit lebensgefährlichen Tipps zum „Plötzlichen Kindstod“ bei Babys wurden im Norden der Landeshauptstadt verteilt. Diese tragen das Logo des Florence Nightingale Krankenhaus. Die Klinik wehrt sich vehement und warnt vor möglichen Gefahren.

„Die Empfehlungen sind falsch und gefährden das Wohl der Babys. Das Logo des Florence-Nightingale-Krankenhauses und sein guter Ruf sind hier missbraucht worden, um unsachgemäße, wissenschaftlich nicht haltbare Empfehlungen zu verbreiten“, stellt Dr. Holger Stiller, Krankenhausdirektor und Vorstand der Kaiserswerther Diakonie (Träger der Klinik) in einer Mitteilung der Klinik in Düsseldorf klar.

Düsseldorf: Dubiose Handzettel mit lebengefährlichen Tipps verteilt

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, wurde die Klinik durch eine Mutter auf die merkwürdigen Zettel aufmerksam. Diese habe die Klinik für Kinderheilkunde informiert.

Auch ein Kinderarzt sei auf die Handzettel angesprochen worden. Ein anderer Arzt meldete sich ebenfalls beim Krankenhaus.

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Wer diese Behauptungen in Umlauf gebracht hat, ist unklar. Das Krankenhaus habe jedenfalls Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Und will auch noch einmal klarstellen, wie der richtige Umgang mit Säuglingen ist.

„Babys sollten im ersten Lebensjahr grundsätzlich zum Schlafen auf den Rücken gelegt werden, nie auf den Bauch“, erklärt Martin Berghäuser, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Chefarzt der Klinik für Kinderheilkunde am Florence-Nightingale-Krankenhaus.

Das sind die Empfehlungen der Bundesgesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

  • Schlafposition: Babys sollten im ersten Lebensjahr immer auf dem Rücken schlafen.
  • Bettzeug: Babys sollten im Schlafsack schlafen - ohne zusätzliche Decke.
  • Babybett: Babys sollten in einem eigenen Bett im Elternschlafzimmer schlafen.
  • Raumtemperatur: Babys sollten bei einer Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 Grad schlafen.
  • Nicht rauchen: Babys sollten in rauchfreier Umgebung leben, nicht nur nachts.
  • Stillzeit: Babys sollten möglichst vier bis sechs Monate gestillt werden.
  • Untersuchungen: Babys sollten regelmäßig vom Kinderarzt oder der Kinderärztin untersucht werden.

Die Fälle des „Plötzlichen Kindstods“ sind seit der Empfehlung um 80 Prozent zurückgegangen. Doch nichtsdestotrotz sterben immer noch zuvor gesunde Babys ganz unerwartet und ohne einen erkennbaren Grund.

Im Jahr 2017 starben in Deutschland 131 Säuglinge daran. Die Babys wurden nur zwei bis vier Monate alt. Der Plötzliche Kindstod ist laut „Rheinischer Post“ die häufigste Todesursache bei Säuglingen. (js)

 
 

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