Düsseldorf: Patientin stirbt nach Hacker-Angriff auf Klinik – jetzt kommt raus, dass...

Das Uniklinikum in Düsseldorf soll Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sein. Deswegen wurden nun sogar OPs abgesagt.
Das Uniklinikum in Düsseldorf soll Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sein. Deswegen wurden nun sogar OPs abgesagt.
Foto: imago images / Olaf Döring; imago images / Westend61

Am vergangenen Donnerstag herrschte Hektik am Uni-Klinikum in Düsseldorf (UKD). Das Krankenhaus sollte Hacker-Angriff zum Opfer gefallen sein. Auf Facebook schrieb die Klinik am Morgen zunächst von einer „Störung des IT Systems“. Das UKD sei aus diesem Grund nur eingeschränkt erreichbar.

Eine Woche später wurde bekannt: Nach dem Hacker-Angriff von Erpressern ist eine Patientin gestorben. Das geht aus einem Bericht des NRW-Justizministers hervor. Demnach würde nun auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt werden. Und nun ist auch eine neue Erkenntnis bekannt geworden.

Düsseldorf: Uni-Klinik von Hacker attackiert

Am 10. September um kurz nach 7 Uhr morgens informierte das UKD über die Sozialen Netzwerke über die Störung. Unter den Beitrag kommentierten bereits erste Patienten, dass ihre Operationen für diesen Tag bereits verschoben worden seien.

Rund fünf Stunden später wurde dann in einem weiteren Statusupdate deutlich, wie hart der Hacker-Angriff das UKD getroffen hatte. Gegen 12.30 Uhr erklärte das Düsseldorfer Krankenhaus, dass es sich um einen „weitreichenden Ausfall der IT“ handele. Auch für viele Patienten hat das nun Konsequenzen.

„Das UKD hat sich von der Notfallversorgung abgemeldet. Planbare und ambulante Behandlungen finden ebenfalls nicht statt und werden verschoben. Patientinnen und Patienten werden daher gebeten, das UKD nicht aufzusuchen – auch dann, wenn ein Termin vereinbart worden ist“, so die Mitteilung aus Düsseldorf.

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Das ist die Stadt Düsseldorf:

  • erhielt 1288 das Stadtrecht
  • Landeshauptstadt von NRW, gehört zu den Wirtschaftszentren Deutschlands
  • mit 646.000 Einwohnern (Stand: Dezember 2019) die zweitgrößte Stadt in NRW
  • besteht aus zehn Stadtbezirken, die in 50 Stadtteile unterteilt sind
  • Oberbürgermeister ist Thomas Geisel (SPD)

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Zudem sei auch die Erreichbarkeit per Mail und Telefon weiter stark eingeschränkt. Teilweise ist die Einrichtung beinahe abgeschottet.

Gegen 17 Uhr gab es erneut ein Update des UKD. Über Twitter hieß es dort, dass die Ausfälle weiterhin anhalten. Inzwischen seien jedoch die meisten Telefonanschlüsse auf dem Gelände wieder erreichbar seien. Allerdings: „Bis auf weiteres bleibt es, dass planbare und ambulante Behandlungen nicht stattfinden und verschoben werden.“ Zudem werden Patienten gebeten, nicht das UKD aufzusuchen, es bleibt von der Notfallversorgung abgemeldet.

Angriff auf Uniklinik offenbar ein Versehen

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sollte offenbar aber gar nicht die Uniklinik Ziel des Hackerangriffs werden. Denn auf einem der 30 angegriffenen Server wurde ein Erpresserschreiben hinterlassen, das an die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Uni gerichtet war. In dem Schreiben forderten die Erpresser zur Kontaktaufnahme auf - eine konkrete Summe nannten sie laut Bericht nicht.

Die Düsseldorfer Polizei habe dann tatsächlich Kontakt aufgenommen und den Tätern mitgeteilt, dass sie durch ihren Hackerangriff ein Krankenhaus - und nicht die Uni - betroffen sei. Damit seien Patienten erheblich gefährdet. Die Täter hätten daraufhin die Erpressung zurückgezogen und einen digitalen Schlüssel ausgehändigt, mit dem die Daten wieder entschlüsselt werden können. Daher haben die Ermittler den Verdacht, dass das Uni-Klinikum nur zufällig betroffen war. Inzwischen seien die Täter nicht mehr erreichbar.

Patientin stirbt nach Hacker-Angriff

Der Angriff der Hacker hatte tatsächlich ernsthafte Konsequenzen. Denn eine lebensbedrohlich erkrankte Patientin, die in der Nacht vom 11. auf den 12. September laut Bericht „mittels Rettungsdienst in das Universitätsklinikum Düsseldorf hätte eingeliefert werden sollen, musste an ein weiter entferntes Krankenhaus in Wuppertal verwiesen werden.“ Ihre Behandlung habe erst mit einstündiger Verspätung stattfinden können. Dort verstarb die Frau wenig später.

Ein Sprecher der Düsseldorfer Uni-Klinik betonte schließlich am Donnerstag, dass sein Haus zu diesem Zeitpunkt bereits von der Notfallversorgung abgemeldet gewesen sei. Rettungswagen hätten die Klinik nicht mehr angefahren.

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Daten wurden nach bisherigen Erkenntnissen aber nicht gestohlen oder gelöscht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die unbekannten Hacker inzwischen wegen fahrlässiger Tötung. (dav/nk)

 
 

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