Düsseldorf

Nach Räumung des Rheinbads in Düsseldorf: Freibad geht jetzt diesen drastischen Schritt – „Ist doch erschreckend“

Gleich zweimal musste das Rheinbad in Düsseldorf in diesem Sommer frühzeitig schließen, weil die Lage eskalierte. (Archivbild)
Gleich zweimal musste das Rheinbad in Düsseldorf in diesem Sommer frühzeitig schließen, weil die Lage eskalierte. (Archivbild)
Foto: dpa

Düsseldorf. Nach den Ausschreitungen im Rheinbad in Düsseldorf wurde das Freibad am Freitagabend erneut geräumt und geschlossen.

Das bestätigte die Polizei auf Nachfrage von DER WESTEN. Rund 60 Jugendliche sollen im Rheinbad in Düsseldorf randaliert haben. Am Samstag öffnete das Bad wieder seine Tore – mit einer deutlichen Verstärkung des Security-Personals.

Rheinbad Düsseldorf: 1500 Gäste müssen wegen Streit das Schwimmbad verlassen

Die Polizei musste wegen der Streitigkeiten am Freitag rund 1500 Badegäste nach Hause schicken. Außerdem wurden mehrere Anzeigen geschrieben, da zwei junge Männer eine Bademeisterin sowie einen Polizisten beleidigt hatten.

Nun hat sich auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) zu den Umständen geäußert. Die erneute Provokation sieht er als „vollkommen inakzeptabel“ an.

Was war passiert?

Die Jugendlichen randalierten im Bad. Es habe sich dabei ausschließlich um Personen nordafrikanischer Herkunft gehandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Eine Gruppe soll sowohl die Rutschbahn, als auch den Sprungturm für sich beansprucht haben. Den Anweisungen der Bademeisterin wurde nicht nachgekommen. Es sollen mehrere Beleidigungen und verbale Drohungen gefallen sein, so die Polizei.

+++Düsseldorf: Gewalt im Freibad – Betreiber ziehen drastische Konsequenz+++

Deshalb entschieden sich die Betreiber des Rheinbades dazu, das Bad komplett zu räumen. Gegen 17.45 Uhr riefen die Angestellten des Bades die Polizei zu Hilfe.

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Polizei und Sicherheitsdienst räumen das Rheinbad

Zusammen mit der Polizei räumte der Sicherheitsdienst das Bad. Die Räumung erfolgte ohne größere Zwischenfälle, teilten die Beamten mit.

Nach 19 Uhr war die Räumung abgeschlossen. Alle 1500 Menschen mussten das Bad in Düsseldorf verlassen. Es wurde geschlossen.

Oberbürgermeister: Provokation sei „vollkommen inakzeptabel“

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel sieht wichtigen Handlungsbedarf. Die erneute Provokation sei „vollkommen inakzeptabel“, sagte er am Samstag. Die Bürger müssen sich in den Bädern sicher und wohl fühlen können.

+++Krawalle im Rheinbad Düsseldorf: Schmiedeten die Jugendlichen DIESEN irren Plan?+++

Bei einem langen Krisengipfel. an welchem Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Bädergesellschaft-Aufsichtsratschef Peter Schwabe, Bäder-Chef Roland Kettler und Thomas Geisel selbst teilnahmen, wurden erste Lösungsansätze formuliert.

Rheinbad führt Ausweispflicht ein

Wie der Express berichtet, lautet die erste Sofortmaßnahme: Ausweispflicht! „Wer sich nicht ausweisen kann, wird nicht reingelassen. Und Rädelsführer, die bekannt und teilweise schon mit Hausverboten belegt sind, bleiben sowieso draußen“, so der Oberbürgermeister gegenüber der Zeitung.

Auch die Präsenz des städtischen Ordnungsamtes soll enorm verstärkt werden. So sollen dann Bademeister, die eigenes engagierte Security und das Ordnungsamt sofort einschreiten können, wenn es erneut zu Ausschreitungen komme.

Online-Tickets sollen ebenfalls folgen

Am Montag soll in einem weiteren Krisengespräch gemeinsam mit dem Polizeipräsidenten außerdem über die Einführung von Online-Tickets diskutiert werden.

Das neue System soll sicherstellen, dass die Bademeister „zu jedem Zeitpunkt wissen, wer sich im Bad aufhält.“

Ausschreitungen in Freibädern häufen sich

Im Grugabad in Essen gehört die Security mittlerweile zum Inventar. Sie schlichten, gehen bei Auseinandersetzungen dazwischen und unterstützen die Bademeister. >>> Lies hier einen Erfahrungsbericht aus dem Grugabad

Die Räumung des Rheinbades ist bereits die dritte in diesem Sommer. Das Rheinbad musste bereits zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen wegen aggressiver Besucher geräumt werden. Am letzten Juni-Wochenende hatten sich nach Polizeiangaben dort mehrere Hundert Jugendliche und junge Männer zusammengetan. Ihrer Sprache und ihrem Aussehen nach, seien viele von ihnen nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen, hatte ein Polizeisprecher damals gesagt. >>> mehr dazu hier.

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister beklagt seit längerem eine zunehmende Aggressivität in Freibädern. „Man hat sicherlich einiges erlebt, aber was sich in den letzten 40 Jahren getan hat, ist doch erschreckend. Das Wort „Respekt“ hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute“, sagte Verbandspräsident Peter Harzheim. In den vergangenen 10 bis 20 Jahren habe sich das gründlich geändert. Eltern lebten ihren Kindern häufig vor, dass sie sich nichts gefallen lassen müssten. Dazu kämen kulturelle Unterschiede, etwa im Umgang mit Frauen.(js/ses/db/dpa)

 
 

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