Düsseldorf

Düsseldorf: Clan-Mitglieder gehen auf Klinik-Personal los – „Geht gar nicht!“

Mehrere Personen pöbelten und drohten Samstagnacht gegen das Personal des Uni-Klinikums Düsseldorf. (Symbolbild)
Mehrere Personen pöbelten und drohten Samstagnacht gegen das Personal des Uni-Klinikums Düsseldorf. (Symbolbild)
Foto: Marius Becker/dpa

Düsseldorf. Erst prügeln sich die Kontrahenten in der Millenium Bar im Norden von Düsseldorf, später setzen sie ihre Auseinandersetzung im Uniklinikum Düsseldorf fort.

Die Bilanz: Zwei verletzte Streithähne, Bedrohung des Klinik-Personals und Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung.

Düsseldorf: Krankenhaus ruft die Polizei

Doch der Reihe nach: Samstagnacht, kurz nach 2 Uhr, geraten zwei Gruppen an der Brehmstraße in Düsseldorf aneinander. Die Polizei geht dazwischen und trennt die Kontrahenten.

Nur kurze Zeit später, um 2.45 Uhr, taucht erst ein 19-Jähriger und darauf ein 22-Jähriger in der Notfallaufnahme am Uniklinikum auf. Sie haben sich jeweils von Begleitern ins Krankenhaus fahren lassen, sind blutüberströmt.

„Hochemotional hat einer von ihnen eine Behandlung eingefordert“, beschreibt Polizeisprecher Kim Freigang die Situation. Das Krankenhaus-Personal informiert den Sicherheitsdienst und die Polizei, die mit zwei Streifenwagen eintrifft.

Gemeinsam beruhigen sie die Situation. Die Beamten nehmen zwei Anzeigen wegen Körperverletzung auf, die noch aus der Schlägerei vor der Bar resultieren. Die Situation scheint geklärt.

Polizei dementiert: Notfallaufnahme nicht gestürmt

Darauf tauchen weitere Freunde, Bekannte und Verwandte des 19-Jährigen, der zum Al-Zein-Clan gehören soll, in der Notfallaufnahme auf. Nach Angaben der Polizei sollen sie bedrohlich auf das Klinik-Personal zugegangen, sie angepöbelt und bedroht haben. Eine Mitarbeiterin erteilt ihnen Hausverbot.

Im Anschluss soll eine Krankenschwester am Arm verletzt und gegen einen Schrank gedrückt worden sein. Die Polizei betont ausdrücklich, dass noch nicht klar ist, ob ein Zusammenhang zu den Ausschreitungen zuvor besteht.

Weitere Medien hatten berichtet, die Notfallaufnahme sei gestürmt worden. Dem widerspricht sowohl die Polizei, als auch die Uni-Klinik.

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Gewalt gegen Krankenhaus-Personal wächst

Für Uni-Klinik-Sprecher Tobias Pott wiegt besonders schwer, dass Pöbeleien gegen das Krankenhaus-Personal immer stärker zunehmen: „Es ist ein Unterschied, ob jemand am Samstagabend in der Düsseldorfer Altstadt oder im Krankenhaus pöbelt.“ Weiter meint er: „Das geht gar nicht!“

Erst Ende Oktober forderte Gesundheitsminister Jens Spahn schärfere Strafen bei Gewalt gegen Notfallpersonal. Drei von vier Krankenhäusern beklagten Übergriffe in ihren Notfall-Ambulanzen. Vor zwei Monaten war eine Umfrage des Beamtenbundes zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Danach haben 58 Prozent der Deutschen schon einmal Angriffe auf Rettungskräfte und Notärzte beobachtet. (mit dpa)

 
 

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