Düsseldorf

Düsseldorf: Bademeister erzählt von heftigem Arbeitsalltag – „Ich töte dich“

Der Bademeister des Rheinbads Düsseldorf nahm kein Blatt vor den Mund und schilderte seinen knallharten Arbeitsalltag. (Symbolbild)
Der Bademeister des Rheinbads Düsseldorf nahm kein Blatt vor den Mund und schilderte seinen knallharten Arbeitsalltag. (Symbolbild)
Foto: Ulrich von Born/ Funke Foto Services

Düsseldorf. Am Donnerstag lud das Integrationsministerium in Düsseldorf zum „Werte-Dialog“ ein. Auslöser dafür war die dreimalige Räumung des Düsseldorfer Rheinbads.

Doch vor allem die Worte von Wladimir Chetverik, der Bademeister des Rheinbads, ließ die Zuhörer aufhorchen.

Düsseldorf: Bademeister erzählt von heftigem Arbeitsalltag

Er schilderte Szenen aus seinem Arbeitsalltag und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. „Man erlebt oft Beleidigungen. Es wird mit der Vergewaltigung der Mutter gedroht“, berichtet er von der voranschreitenden Verrohung. Er habe auch schon hören müssen: „Ich töte dich“ oder „Ich zünde dich an.“

Auch sei Chetverik bereits körperlich angegriffen worden. Bedrohlich seien seiner Meinung nach die großen Gruppen im Rheinbad, die schwer zu kontrollieren seien.

OB Geisel übt erneut Kritik an Rheinbad-Betreiber

Die Veranstaltung, die weit abseits des Stadtzentrum in der Düsseldorfer Arena stattfand, besuchten nur rund 50 Bürger.

Sie hörten erneute Kritik von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) an der voreiligen Schließung des Bads Ende Juli. Die Bilder der Überwachungskameras, die unverständlicherweise von der Bädergesellschaft gelöscht worden seien, könnten das nicht erklären. „Gefährlich wurde es erst, nachdem das Bad geschlossen wurde. Da gab es anarchische Szenen.“

Gemeinsam mit NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) rief er zum Dialog, gegenseitigen Respekt und Toleranz auf. „Ich kann tolerieren, wenn sich jemand einen Tick anders benimmt im Freibad als ich“, sagte Geisel.

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Integrationsminister selbst einmal aus Bad geflogen

Der FDP-Politiker Stamp berichtete zudem , dass es auch in seiner Jugend spannungsgeladene Situationen in Schwimmbädern gegeben habe - etwa Provokationen von pubertierenden Jugendlichen. „Aber wir haben die Ansagen der Bademeister sofort akzeptiert - auch einen Rauswurf“, sagte Stamp.

Er sei selbst einmal aus dem Bad geworfen worden: „Wir haben im Hallenbad einen Vier-Mann-Turm gebaut, drei Leute waren auf meinen Schultern. Als wir umgekippt sind, hat der Bademeister gesagt: Raus.“ Stamp: „Das war mit 16, aber natürlich Unfug.“ (dpa/mb)

 
 

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