Herne

Dubiose Beileids-Gruppe bei Facebook: Mit diesem „Danke“-Post haben Jadens Eltern NICHTS zu tun

Die Eltern von Jaden kennen die Macher der Beileids-Gruppe bei Facebook nicht.
Die Eltern von Jaden kennen die Macher der Beileids-Gruppe bei Facebook nicht.

Herne. Die Eltern des kleinen Jaden aus Herne haben das Schlimmste auf der Welt erlebt: Sie haben ihr Kind verloren. Das Mitgefühl war in den letzten Wochen gigantisch.

Doch nun bereichern sich Betrüger am Schicksal des kleinen Jaden. Eine auf möglichst viele „Likes“ und Teilungen ausgerichtete Trauer-Seite bei Facebook funktionierten sie ohne Wissen der Nutzer zu einer Shoppingseite um. Hier liest du den ganzen Artikel ›

Es ist nicht das erste Mal, dass Betrüger mit dem Schicksal von Jadens Familie Likes sammeln. Noch vor der Festnahme von Jadens Mörder berichteten wir von einem ähnlichen Fall.

Dabei ging es um die Beileids-Gruppe Jaden aus Herne † 9 Ruhe in Frieden, mit zwischenzeitlich mehr als 44.000 Mitgliedern.

Die Macher der Gruppe gaben sich als „Freunde der Familie“ aus und baten, „von Presseanfragen abzusehen“. Die dort geposteten Fotos von Jaden seien angeblich von der Familie freigegeben worden. Ihren Namen sagten sie nicht.

Aber sie posteten folgenden Text, in dem sie behaupteten, eine Mitteilung von Jadens Eltern weiterzugeben (siehe Screenshot):

„Wir die Eltern bedanken uns bei allen an die Zahlreiche Anteilnahme für unsere getöteten Engel "Jaden". Wir leiten diese Nachricht an euch weiter.“

Die Botschaft wurde mehr als 3000 Mal geteilt.

Doch dann stellte sich heraus: Das ist eine Lüge

Die Worte in dem Post stammten gar nicht von Jadens Eltern. Das bestätigte uns Anwalt Reinhard Peters. Auch die Gruppe kannten sie nicht: „Sie wissen nichts von der Gruppe“, sagte Peters nach Rücksprache mit der Familie. „Sie wissen gar nicht, was das für Leute sind.“

Die Macher der Gruppe meldeten sich zwischenzeitlich in der Gruppe und berichteten, eine Frau, die sich als Mutter von Jaden ausgab, hätte ihnen die Bilder und das Statement zur Verfügung gestellt. Sie hielten dies für echt.

Allerdings gaben die Macher mit diesem Statement auch selbst zu: Jadens Mutter kannten sie nicht persönlich.

Kurze Zeit später war die Gruppe bei Facebook nicht mehr verfügbar.

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