DSDS-Star tötete Ex-Freundin auf offener Straße in Neuss – lebenslang Knast für Blumenladen-Mord

Patrick H., unter einer Decke versteckt, beim Prozessauftakt. Der einstige DSDS-Teilnehmer wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Patrick H., unter einer Decke versteckt, beim Prozessauftakt. Der einstige DSDS-Teilnehmer wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Foto: Marcel Storch / DSDS; Montage: DER WESTEN

Neuss. DSDS-Teilnehmer Patrick H. muss lebenslang hinter Gitter.

Das hat das Landgericht in Düsseldorf am Mittwoch entschieden. Der Meerbuscher hatte im April diesen Jahres seine Ex-Freundin Constanze K. in Neuss auf offener Straße getötet. Jetzt wurde er wegen Mordes in Tateinheit mit Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann die lebenslange Freiheitsstrafe nicht vor Ablauf von 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

DSDS: Teilnehmer tötete Ex-Freundin - Urteil gefallen

„Wir haben hier keine Verzweiflungs-, sondern eine gezielte Rachetat“, sagte der Staatsanwalt am Mittwoch in seinem Plädoyer. Er hatte eine lebenslange Haft gefordert. Die Verteidiger hatten einen Freispruch beantragt.

„Die Verantwortung für den Ausgang des Verfahrens und die Tat tragen sie selbst“, sagte der Vorsitzende Richter in Richtung des Verurteilten. Als das Urteil verkündet wird, fließen im Gerichtssaal Tränen der Erleichterung.

Angeklagter bestritt Vorwürfe

Der 32-Jährige, der 2008 bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) als Kandidat aufgetreten war, bestritt die Tatvorwürfe, zu denen auch eine versuchte Vergewaltigung zählt, stets. Auch in seinem letzten Wort. Er hatte während des Prozesses eine Geschichte aufgetischt, wonach Unbekannte, denen er Geld für eine Waffe geschuldet habe, geschossen hätten.

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Staatsanwaltschaft sicher: „Da war kein anderer Mann“

Dem widersprach der Staatsanwalt: „Da war kein anderer Mann, weit und breit nicht“, sagte er.

Zu Prozessbeginn hatte das Gericht zwei schockierende Tonaufnahmen des Polizei-Notrufs abgespielt. Aufnahmen, die nichts für schwache Nerven waren. „Mein Ex-Freund hat eine Pistole, kommen sie in die Gladbacher Straße“, ruft das Opfer ins Telefon. Dann folgen nur noch Schreie, ein Schuss und Stille. „Hallo, hallo, hören Sie mich“, erwiderte die Polizeibeamtin. Dann endete das Gespräch.

Nach den Schüssen hatte sich der Angeklagte in Tatortnähe vor einen Güterzug geworfen. Die Tatwaffe sei dort gefunden worden, wo er sie laut Zeugen hingeworfen habe. Er wurde von einem Zug erfasst, verlor dabei beide Beine und ist nun auf einen Rollstuhl angewiesen.

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Neuss: Blumenladen-Killer vor Gericht
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Der Angeklagte habe der Mutter, die er für das Ende der Beziehung zu der jungen Frau verantwortlich gemacht habe, die einzige Tochter nehmen wollen. Dies habe er in einer WhatsApp-Nachricht nach der Tat selbst bekundet, war die Staatsanwaltschaft überzeugt von der Schuld.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (ms mit dpa)

 
 

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