Menschenleeres Casting in NRW: Ist „Deutschland sucht den Superstar“ am Ende? So reagiert RTL

Beim Casting von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) in Bielefeld war wenig los. (Archivbild)
Beim Casting von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) in Bielefeld war wenig los. (Archivbild)
Foto: FUNKE Foto Services

Bielefeld. Beim offenen Casting für „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) in Bielefeld war am Dienstag so gut wie nichts los.

Die „Neue Westfälische“ (NW) war vor Ort am Casting-Zelt auf dem Kesselbrink und musste feststellen: Zu keiner Zeit waren die 15 Stühle im Wartebereich voll besetzt.

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Casting für „Deutschland sucht den Superstar“ in Bielefeld kaum besucht

Trotz des schönen Wetters zeigte kaum ein Bielefelder Interesse daran, „Superstar“ zu werden. Die wenigen Bewerber, die doch ihr Glück versuchten, waren den Angaben der NW zufolge minderjährig oder sahen zumindest so aus.

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen eine ganze Generation vom schnellen TV-Ruhm zu träumen schien.

Youtuber versucht, DSDS-Kandidaten abzuwerben

Dass heute andere Medien wichtiger sind, zeigt sich fast symbolisch an einem Youtuber, der vor dem Casting-Zelt in Bielefeld laut NW versuchte, Kandidaten von DSDS abzuwerben – für eine eigene Casting-Show bei Youtube.

Mittlerweile hat RTL sich gegenüber dem „Stern“ zu der Teilnehmer-Flaute geäußert: „Unsere jahrelange Erfahrung zeigt auch, dass in einem Jahr der Bewerberandrang in einer Stadt besonders gut funktioniert und im darauffolgenden Jahr auch mal nicht. Wir sind aber insgesamt sehr zufrieden mit den Teilnehmerzahlen.“ Während der letzten drei Jahre habe sich die Zahl der Bewerber kaum geändert.

Außerdem stellt RTL klar: „Letztendlich brauchen wir keine Massen für unsere Sendung. Es kommt uns eher auf die Qualität als die Quantität an.“

„Deutschland sucht den Superstar“ läuft mittlerweile seit über 15 Jahren auf RTL. Die Premiere im Jahr 2002 trat den großen Boom der Casting-Shows los. Die erste Staffel war ein gigantischer Erfolg, teilweise schalteten 15 Millionen Zuschauer ein. Die durchschnittliche Quote lag bei über zwölf Millionen Zuschauern. Schließlich gewann Alexander Klaws die Show. Der gebürtige Münsterländer ist noch heute als Musical-Darsteller im Geschäft.

DSDS weit von einstigen Top-Quoten entfernt

Danach begann der langsame Abstieg der Show. „Deutschland sucht den Superstar“ entwickelte sich immer mehr zum Trashformat, die Quoten sackten langsam ab. 2018 schalteten beim Finale noch 3,38 Millionen Zuschauer ein. So viele Zuschauern schalteten in den vergangenen Jahren beim Finale von DSDS ein:

  • 2013: 4,63 Millionen
  • 2014: 3,80 Millionen
  • 2015: 4,43 Millionen
  • 2016: 3,60 Millionen
  • 2017: 3,47 Millioen

Seit dem Start mit dabei ist Juror Dieter Bohlen. Neben dem selbsternannten Pop-Titanen saß mittlerweile ein bunter Strauß der verschiedensten Juroren auf dem Jury-Stuhl.

Ständiges Wechseln der Juroren bei „Deutschland sucht den Superstar“

Dabei waren unter anderem die „Tokio Hotel“-Stars Tom und Bill Kaulitz, aber auch Schlagersängerin Marianne Rosenberg oder Youtube-Sternchen Shirin David. Mit „Scooter“-Frontmann H.P. Baxxter und Schlagersängerin Michelle hielten sich seit 2011 allerdings nur zwei Juroren länger als eine Staffel neben Dieter Bohlen.

Trotz des Quotenabsturzes bleibt DSDS aber ein wichtige Marke für RTL. Auch das vergleichsweise schwache Finale 2018 holte noch den Tagessieg. (lin)

 
 

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