Drogen: Kriminelle haben es wegen DIESES Phänomens besonders leicht – Polizei vor Problem

Drogenhandel: Die Verpackung soll einen harmlosen Eindruck vermitteln. (Symbolbild)
Drogenhandel: Die Verpackung soll einen harmlosen Eindruck vermitteln. (Symbolbild)
Foto: dpa

Was bisher meistens ein Geschäft an der dunklen Straßenecke gewesen ist, findet nun einen Weg, der es Dealern besonders leicht macht: Illegale Drogen können mittlerweile ganz bequem im Online-Shop bestellt und dann einfach per Post direkt zur Haustür geschickt werden.

Der Handel mit illegalen Drogen boomt in Deutschland und weltweit: ein Milliardengeschäft für die Händler, für die Polizei eine extreme Herausforderung.

Dealer haben neuen Weg gefunden, um ihre Drogen zu verkaufen

Dabei geht es vor allem um eine bestimmte Form der Drogen: die sogenannten „Neuen psychoaktiven Stoffe“ (kurz NPS). Bei den NPS handelt es sich um synthetische Stoffe; vor allem aus Cannabinoiden, Phenethylaminen und Cathinonen. Sie werden geraucht, geschluckt, geschnupft und auch geschnieft. Das soll bei den Konsumenten für Entspannung, Stimmungssteigerungen und Glücksgefühle, Stimulanz wie auch Halluzinationen sorgen.

>>> Verbrechen: DAS sind Europas gefährlichste Frauen – sie haben alle eins gemeinsam

Zunehmend verkaufen die Dealer die illegalen Stoffe über das Internet und schicken sie per Post direkt zum Konsumenten nach Hause. Anfang Oktober berichtete die DPA, dass der Drogenmarkt im Internet immer professioneller wird. Vergleichbar mit legalen Online-Shops haben die Drogenhändler im Internet ebenfalls Callcenter und Beschwerdehotlines, Rabattsysteme, ersetzen auf dem Postweg verloren gegangene Ware und haben Kuriere sowie Finanzmanager.

-----------------------------

Mehr Themen:

Gelsenkirchen: 20 Männer verwüsten Supermarkt und stechen auf Besitzer ein – der Grund schockiert

Essen: Mit Hollywood-Tricks ergaunerten sie Millionen – so tickt die irre Ruhrpott-Bande WIRKLICH

Bochum: Jugendliche brechen in Kiosk ein – sie klauen nur diese Sache

Amokfahrt in Silvesternacht in Bottrop und Essen: Andreas N. gesteht – „Habe wie ein Staubsauger alles unter mir eingesaugt“

-----------------------------

Postweg bekommt neue Bedeutung für die Dealer

In dem Lageplan der Polizei NRW 2018 heißt es, dass der Postversand ein „rasant an Bedeutung gewinnendes Phänomen im Bereich der Rauschgiftkriminalität“ ist. Demnach haben sich die Fallzahlen in innerhalb von einem Jahr verdoppelt.

2018 habe die Polizei NRW rund 6.150 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Drogen-Postversand gezählt. „Nordrhein-Westfalen dient hierbei als ‚Logistikstandort‘ für den weltweiten Versand aller Drogenarten“, heißt es weiter.

+++ Razzia in Düsseldorf: Polizei durchsucht Bordell – Zusammenhang mit Vorfall in Mülheim +++

Drogenhandel: Stoffe als „harmlos“ suggeriert

Bis zu einem neuen Gesetz vor drei Jahren galten die NPS sogar als legal, denn durch eine einfache Veränderung ihrer chemischen Struktur fielen die Stoffe bereits nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz.

Ihre bunte Verpackung erweckt einen harmlosen Eindruck. Auf der Verpackung steht zwar: „Nicht zum menschlichen Verzehr geeignet.“ Die tatsächlich enthaltenen Stoffe werden jedoch nicht genannt.

Händler und Konsumenten profitierten also von einer Gesetzeslücke. Händler hatten ein leichtes Spiel, das Gesetz zu umgehen und legal ihr Drogengeschäft abzuwickeln. Sie nannten die Stoffe „Forschungschemikalien“, „Badesalze“, „Lufterfrischer“ , „Räucher- oder Kräutermischungen“ oder sogar „Kunstdünger“. Vor allem aber sprachen sie von „Legal Highs“.

So heißen sie auch heute noch, obwohl sie seit September 2016 offiziell durch das „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ (NpSG) verboten werden.

Ganze Stoffgruppen verboten

Das NpSG verbietet ganze Stoffgruppen und wurde zuletzt noch im Juli 2019 erweitert. Sollten NPS-Hersteller neue chemische Zusammenstellungen verwenden, können weitere Stoffgruppen dem Gesetz hinzugefügt werden. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit komme pro Woche im Durchschnitt ein neuer psychoaktiver Stoff auf den EU-Markt.

Und auch weiterhin fallen NPS laut dem Bundesministerium für Gesundheit unter das Betäubungsmittelgesetz, wenn sich die Stoffe „nicht nur gering psychoaktiv und als in besonderer Weise gesundheitsgefährdend erweisen sowie in größerem Ausmaß missbräuchlich verwendet werden.“

>>> Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Familie des Hauptverdächtigen spurlos verschwunden

____________________________

Täglicher WAZ-Newsletter:

++ Was ist im Ruhrgebiet los? Immer informiert mit dem neuen täglichen Newsletter der WAZ! HIER abonnieren ++

____________________________

Folgen können Übelkeit, Herzrasen und Tod sein

Das Bundeskriminalamt spricht von einem „immensen Gefahrenpotenzial“ durch die NPS: Übelkeit, heftiges Erbrechen, Verwirrtheit, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Krampfanfälle, Kreislaufversagen, Ohnmacht, Lähmungserscheinungen, Aggressivität und Wahnvorstellungen bis hin zum Tod.

Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit seien ihre Auswirkungen auf die Gesundheit meist kaum abschätzbar - gleiches gilt für die Dosierung. Zudem sei gerade beim Konsum des Wirkstoffs, synthetische Cathinonen, die Suchtgefahr groß.

Im Gegensatz zum Handel werden Erwerb und Besitz aber nicht bestraft. Das NpSG soll der Polizei durch Telefonüberwachungen, Vermögensabschöpfungen und der Anordnung der Untersuchungshaft mehr Handlungsmöglichkeiten ermöglichen.

 
 

EURE FAVORITEN