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Dortmund: Anwohner gehen wegen Raser-Szene auf dem Wall auf die Barrikaden – jetzt packt ein Insider (19) aus

Der Wall in Dortmund sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Jetzt meldet sich ein Insider der Szene zu Wort. (Symbolfoto)
Der Wall in Dortmund sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Jetzt meldet sich ein Insider der Szene zu Wort. (Symbolfoto)
Foto: imago stock&people gmbh

Dortmund. Die Tuning- und Raserszene am Wall in Dortmund ruft immer wieder die Polizei auf den Plan. Die Polizeibeamten kontrollieren regelmäßig auf der beliebten Strecke, die zu Autorennen verleitet. Jetzt hat ein Insider (19) ausgepackt und findet: „Es wird immer schlimmer.“

Die „Ruhrnachrichten“ haben die andere Seite sprechen lassen. Während sonst nur von Ruhestörung und gefährlichen Fahrmanövern in Dortmund die Rede ist, kommen nun die Anhänger der Szene selbst zu Wort. Viele wollen anonym bleiben. Aber Jan Aulich (19) steht mit seinem vollen Namen hinter der Sache.

Dortmund: Raserszene auf dem Wall - jetzt packt ein Insider aus

Der 19-Jährige wurde von seinem großen Bruder einst mit zu dem berüchtigten Autoliebhaber-Treffpunkt in Dortmund mitgenommen. Was ihn am meisten ärgert? Dass alle Autofahrer über einen Kamm geschert werden. Natürlich gebe es die Idioten, die rücksichtslos über die Straßen brettern. „Wegen solchen Leuten geht es kaputt.“ Er habe nur im Sinn, sein Auto zu präsentieren.

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Das ist die Stadt Dortmund:

  • wurde 880 erstmals schriftlich erwähnt (als 'Throtmanni')
  • hat 588.250 Einwohner (Stand: Dezember 2019) und ist damit die neuntgrößte Stadt Deutschlands
  • nach Fläche und Einwohnerzahl die größte Stadt im Ruhrgebiet
  • hat 12 Stadtbezirke mit 62 Stadtteilen
  • ist mit Flughafen und Hauptbahnhof wichtiger Verkehrsknotenpunkt
  • der Signal-Iduna-Park (Heimstadion von Borussia Dortmund) ist mit über 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands
  • weitere Sehenswürdigkeiten: Westfalenpark, Dortmunder U, Deutsches Fußballmuseum
  • Oberbürgermeister ist ab 1.11. Thomas Westphal (SPD), er folgt auf Ullrich Sierau (SPD)

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Doch der Wall werde mehr und mehr überfüllt. Es mache ihm keinen Spaß mehr, wenn er nicht fahren kann. Gerne hätte Jan Aulich, dass eine Lösung gefunden werde. Doch die Fronten zwischen Autotunern und den Ordnungshütern seien verhärtet, ein Dialog unvorstellbar.

+++ Dortmund: Illegale Autorennen! Polizei appelliert an Bürger – „aggressive Szene“ +++

Ein anderer junger Mann (24) möchte nicht erkannt werden, erzählt den „Ruhrnachrichten“ aber auch, dass es im Lockdown die einzige Möglichkeit sei, um neue Leute kennenzulernen. Seine Freundin und er hatten keine Lust mehr auf Netflix-Bingen - also sollte ein neuer Kick her.

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Sie treffen sich nun corona-konform mit heruntergedrehter Fensterscheibe mit anderen der Community zum Quatschen. Er beteuert aber auch: „In den letzten Monaten ist es echt extrem geworden.“ Fügt auch direkt hinzu: „Aber was soll man auch anderes machen?“

Die Coronakrise und die begrenzten Freizeitmöglichkeiten befeuern also die Tunerszene. Da bekommt auch Dating schon mal einen neuen Dreh. Immer öfter wird deswegen am Wall in Dortmund von „Blech-Tinder“ gesprochen. (js)

 
 

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