Dortmund

Dortmund: Schüler planten Mordkomplott gegen Lehrer – jetzt spricht der Vater des Angeklagten

Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Landgericht Dortmund statt. (Symbolfoto)
Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Landgericht Dortmund statt. (Symbolfoto)
Foto: imago images / biky

Dortmund. Frust über schlechte Noten, Angst vor dem Schul-Aus – da sollte Lehrer Wolfgang W. in Dortmund sterben...

Ein Mordkomplott an der Martin-Luther-Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. Am Dienstag hat der Prozess gegen die drei Schüler Maximilian R, Arian S. und Serkan S. begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio versuchten Mord vor dem Dortmunder Landgericht vor.

Prozess in Dortmund: Schüler sollen Mordkomplott gegen Lehrer geplant haben

Rückblick: Es ist Donnerstag, der 9. Mai 2019, gegen 14 Uhr. Einer der drei Angeklagten soll auf dem Gelände der Martin-Luther-Gesamtschule einen Kreislauf-Kollaps vorgetäuscht, Wolfgang W. zu Hilfe gerufen haben. Sie sollen mit Hämmern bewaffnet gewesen sein, um dem Deutsch- und Chemielehrer den Kopf einzuschlagen!

Wolfgang W. war misstrauisch und vorsichtig – zu seinem Glück!

Zu dessen Glück ist ihm die Situation direkt komisch vorgekommen, er soll sich vorsichtig verhalten, in großem Abstand zu den Angeklagten bewegt haben.

W. hatte den Schülern bewusst nicht den Rücken zugewandt, stattdessen über das Sekretariat einen Krankenwagen gerufen und sich dann auf die andere Straßenseite begeben haben, um ihn später einzuweisen.

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Perfider Plan durch Mitschüler aufgeflogen

Laut Anklage sollen nach dem fehlgeschlagenen Versuch zwei der Angeklagten über Whatsapp einen neuen Mordplan geschmiedet haben, W. müsse noch vor dem 15. Mai getötet werden.

Zwei Tage später ist das Komplott nach einem Hinweis eines anderen Schülers aufgeflogen, Serkan S. habe seinen Tod geplant. Die Polizei hatte eine Mordkommission eingesetzt. Ermittler sollen bei der Auswertung der Handys zudem Belege für weitere Straftaten gefunden haben.

Diese Strafe droht den Schülern

Serkan S. hatte die Vorwürfe zunächst bestritten, die beiden Mittäter dagegen gestanden, dass W. auf einem Garagenhof hinter dem Lehrerparkplatz mit dem Hammer erschlagen werden sollte.

Da Serkan S. zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war, findet der Prozess nach Antrag seiner Verteidigerin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach Jugendstrafrecht drohen allen Angeklagten eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren.

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Vater eines Angeklagten: „Serkan ist ein lieber Junge!“

DER WESTEN hat mit Recep S., Vater von Serkan S., über die Tatvorwürfe gesprochen. Recep S. glaubt nicht, dass sein Sohn schuldig ist. „Weder ich glaube daran noch die Familie. Serkan ist immer ein höflicher und lieber Junge gewesen, hat Älteren gegenüber immer Respekt gezeigt. Vielleicht hatte er wirklich Probleme in der Schule, aber er würde niemals einen anderen Menschen töten wollen.“

Nervös sei Recep S. nicht. Er zu DER WESTEN: „Natürlich mache ich mir Gedanken. Ich vertraue aber dem Gericht, warum sollte ich nervös sein?“ Insgesamt sind für die Verhandlung sieben Prozesstage angesetzt, am 3. Februar wird weiterverhandelt.

 
 

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