Die Hitlertasse wird zum Fall für den Staatsschutz

Eine Tasse für ziemlich braunen Kaffee.
Eine Tasse für ziemlich braunen Kaffee.
Foto: Jens Möller
Der Verkauf von Tassen mit dem Konterfei von Adolf Hitler beim Bielefelder Möbelhändler Zubrüggen ist nun auch ein Fall für den Staatsschutz. Die Behörde ermittelt wegen "Verbreitung verfassungsfeindlicher Symbole". Unterdessen springen auf "Ebay" einige Anbieter auf den "Hitlertassen"-Zug.

Bielefeld. Die in Filialen des Bielefelder Möbelhauses Zubrüggen angebotenen Kaffeetassen mit Hitler-Konterfei sind jetzt auch ein Fall für den Staatsschutz. Das erklärte die Staatsanwaltschaft Bielefeld am Freitag. Die Ermittlungen wurden zwangsläufig eingeleitet, weil das "Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole" in Deutschland strafbar ist.

"Der Staatsschutz schaut sich jetzt die Tasse an", sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Die anstößigen Details würden dokumentiert. Näher untersucht würden auch die Umstände, wie die Tasse in Filialen der Bielefelder Möbelkette in den Verkauf kommen konnten.

Laut Zurbrüggen waren 175 dieser Tassen mit Hitler-Konterfei verkauft worden, bis der Fehler aufgefallen war. Insgesamt 5000 Tassen waren in China produziert worden. Bis auf die noch fehlenden Porzellanbecher seien bereits alle vernichtet. Das Bonner "Haus der Geschichte" hat unterdessen laut einem Medienbericht großes Interesse an einer dieser Tassen.

Hitler-Briefmarken bei Ebay

Auch auf Ebay regt die Hitlertasse den Geschäftstrieb an. Eine billigst Improvisierte Prozellantasse, eilig mit einer 6-Pfennig-Hitlerkopf-Briefmarke des Deutschen Reichs beklebt, hatte am Freitag bereits zwölf Bieter versammelt und stand am frühen Nachmittag bei 51,54 Euro. Das Bielefelder Möbelhaus bietet für jede zurückgegebene Original-Tasse einen 20-Euro-Gutschein.

Zudem fanden sich mehrere Angebote mit dem Hinweis "neu eingestellt": vor allem Briefmarken, angepriesen zum "Hitler Tasse selbst designen".

Verfassungsschutz warnt vor Handel mit Hitlertassen

Wer darauf hofft, mit einer Original-Hitlertasse aus der Zurbrüggenschen Pannencharge ein Geschäft zu machen, läuft Gefahr, seinerseits den Staatsschutz anzulocken, warnt ein Sprecher des NRW-Verfassungsschutzes. Der Handel mit bloßen Hitler-Konterfeis sei rechtlich nicht zu beanstanden. In Verbindung mit einem Hakenkreuz - wie auf den Zurbrüggen-Tassen - würde es jedoch Ärger geben: "Hakenkreuze gehören zu den Symbolen, die als verfassungsfeindlich eingestuft sind und die nicht öffentlich gezeigt werden dürfen".

Ob dem Bielefelder Möbelhaus deshalb noch ein Strafverfahren droht, ist derzeit offen. Das sei wohl nur zu erwarten, wenn Vorsatz nachgewiesen werden kann. Bei Zurbrüggen spricht man von einer peinlichen Panne. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld geht derzeit nicht davon aus, dass es zu einem Verfahren kommt. (dae/WE)

 
 

EURE FAVORITEN