DHL-Ärger: Familienvater (29) gibt Pakete auf – was dann passiert, treibt ihn in den Ruin

Ein Remscheider kämpft seit Monaten gegen DHL - es geht um verschwundene Pakete und Schadensersatz.
Ein Remscheider kämpft seit Monaten gegen DHL - es geht um verschwundene Pakete und Schadensersatz.
Foto: dpa/privat Montage: DERWESTEN

Remscheid. Marco von Mondrowsky ist immer noch wütend.

Der Familienvater (29) aus Remscheid-Lütterkusen hatte sich ein „zweites Standbein“ mit dem An- und Verkauf von gebrauchten E-Zigaretten aufgebaut. Eine Marktlücke, die es so in Deutschland noch nicht gab. Doch DHL machte ihm einen fetten Strich durch die Rechnung.

DHL-Ärger: Remscheider gibt Pakete auf - die kommen nie bei seinen Kunden an

Was war passiert? Der 29-Jährige versendete am 15. April neun Pakete von einer DHL-Paketstelle in Remscheid-Lüttringshausen. Inhalt: E-Zigaretten im Wert von mehreren hundert Euro.

Doch die Pakete kamen nie bei den Kunden an. Die Pakete aus Remscheid gingen ins Startpaketzentrum nach Hagen, anschließend verliert sich die Spur. Wenn man die Sendungen online nachverfolgt, sind sie dort nie angekommen. „Die Sendung wurde vom Absender in der Filiale eingeliefert“, heißt es bei der Sendungsverfolgung.

Extra versichert hatte Marco von Mondrowsky seine Sendungen nicht, verschickte sie als „Standardpaket“. Was bedeutet, dass sie per se bis zu einem Wert von 500 Euro gegen Beschädigung oder Verlust versichert sind.

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„Die DHL hat mein Geschäft in den Ruin getrieben“, sagt von Mondrowsky. Denn Kunden warteten vergeblich auf ihre Ware, witterten stattdessen Betrug. Für die Ware im Wert von 444,91 Euro musste er aus seinem Geldbeutel aufkommen.

Seitdem versucht er Schadensersatz von der DHL zu bekommen.

Das Problem: Die Höhe des Schadens muss durch die Person dargelegt werden, die den Schadensersatz fordert. Marco von Mondrowsky hat die Belege aufbewahrt, allerdings nur noch von zwei Paketen die Quittungen.

Belege und Fotos des Inhalts hat der 29-Jährige laut eigener Aussage der DHL zukommen lassen. Doch wochenlang wurde er vom Kundenservice vertröstet.

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Das rät die Verbraucherzentrale, wenn dein Pakete verloren geht:

  • Geht die versandte Ware verloren, musst du als Absender dich um einen Nachforschungsauftrag kümmern. Pakete sind in der Regel bis zu einem Wert von 500 bis 750 Euro versichert.
  • Bei allen Paketen kann mit Hilfe der Paketnummer im Internet verfolgt werden, wo das Paket ist. Hilft das nicht weiter, solltest du als Absender beim Kundenservice den Verlust melden und stellst kostenlos einen Nachforschungsauftrag. Auch hierzu muss der genaue Paketinhalt angegeben, z.B. durch eine Rechnung, und der Einlieferungsbeleg vorgewiesen werden.
  • Den Paketdienstleistern steht für die Nachforschung regelmäßig ein Zeitraum von mindestens 20 Tagen seit Einlieferung des Paketes zur Verfügung. Erst wenn das Paket innerhalb dieses Zeitraumes nicht aufgefunden werden kann, gilt es als verloren und der Absender kann gegebenenfalls Erstattungsansprüche gegen den Paketdienstleister geltend machen. (hier mehr Infos)

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Am 10. Juni erhielt er dann 57,49 Euro von der DHL: „Der Ersatzbetrag besteht aus dem Sendungsentgelt und dem Netto-Betrag. Da uns leider kein geeigneter Nachweis über den Wert des Sendungsinhaltes vorliegt, beruht dieser Netto-Betrag auf einer Schätzung des Warenwertes“, heißt es von Seiten der DHL.

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Inzwischen sicherte das Unternehmen von Mondrowsky weitere 394 Euro Schadensersatz zu. Das es so lange gedauert hat, begründet DHL-Sprecher Rainer Ernzer damit, dass Nachweise zunächst fehlten: „Unsere Nachforschungen und fehlende Unterlagen haben das Ganze verzögert.“

Der Kunde habe beispielweise spätere Schreiben und WhatsApp-Verläufe von Kunden als Beleg angeführt, die so nicht als Nachweis von DHL akzeptiert werden konnten.

Von Mondrowsky sagt, er habe Bilder der Pakete und zugehörige Rechnungen mehrfach auf dem Kundenportal hochgeladen.

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11.830 Beschwerden im letzten Jahr

Was der 29-jährige Remscheider erlebt hat, ist dabei längst kein Einzelfall. 11.830 Beschwerden über Postdienstleistungen zählte die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr. Fast doppelt so viele wie noch 2017 (6.100). „Über die Gründe kann man nur mutmaßen, Diebstähle, Verluste, vieles taucht aber auch wieder auf“, so der DHL-Sprecher.

„Jeder Fall ist einer zu viel. Und es ist nicht zufriedenstellend für den Absender und auch nicht für uns - aber es ist eben einfach ein Massengeschäft“, so Erzner. Jährlich werden bei der DHL schließlich knapp 1,4 Milliarden Pakete zugestellt.

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Von Mondrowsky hat inzwischen ein Mahnverfahren gegen DHL und ein Schlichtverfahren bei der Bundesnetzagentur laufen. „Ich gehe jetzt alle Mittel und Wege“, sagt er kämpferisch. Noch seien mehr als 150 Euro offen. Sein geplanter Online-Handel liegt solange auf Eis.

 
 

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