Deutsche Bahn: Schluss mit dem Ticket-Chaos in NRW? DIESE App soll Bahnfahrer entlasten

Deutsche Bahn: In der App „mobil.nrw“ sind Ticketkäufe aus allen Verkehrsverbünden von NRW möglich.
Deutsche Bahn: In der App „mobil.nrw“ sind Ticketkäufe aus allen Verkehrsverbünden von NRW möglich.
Foto: Fabian Strauch/dpa

Vor allem für die Pendler in NRW bedeutet der Ticketkauf für den ÖPNV mittlerweile nichts als Frust. Erst recht, wenn sie ihre Strecke durch mehrere Tarifverbünde führt.

Je nach Streckenverlauf mussten die Kunden für eine einzelne Fahrt gleich mehrere Einzeltickets lösen – für jeden durchquerten Verkehrsverbund eines. Als dann auch noch die Nah- und Fernverkehrtickets zwischen Automaten von Transdev und der Deutschen Bahn aufgeteilt wurden, war das Fahrkartenchaos perfekt. Mit einer App will die DB aber nun Abhilfe leisten – zumindest für den Nahverkehr.

Deutsche Bahn: DB-App „mobil.nrw“ soll das Ticketchaos in NRW lichten

Seit dem 2. Dezember ist die DB-App „mobil.nrw“ kostenlos bei Google Play und im Apple-Store verfügar. Die Anwendung will den Ticketkauf für die ÖPNV-Kunden in NRW deutlich vereinfachen. Wie das gehen soll?

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Mit „mobil.nrw“ sei es „erstmals möglich, alle Nahverkehrs-Fahrscheine mit einer einzigen App digital zu kaufen“, erklärt Dirk Pohlmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn, gegenüber DER WESTEN. Der Plan: Als Kunde gibt man einfach die gewünschte Strecke in die App ein – und das Programm erstellt daraus ein Gesamtticket, in dem die betreffenden Verbundszonen auf dem Weg bereits komplett miteinberechnet wurden. Das lästige Kaufen mehrerer Einzeltickets fällt also weg.

„Tarifdschungel“ NRW: So erleichtert die neue Bahn-App das Reisen

Detlef Neuß, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn in NRW, kennt die bisherigen Probleme beim Ticketkauf nur allzu gut. „Wir sind in einem Tarifdschungel“, sagt er gegenüber DER WESTEN. In NRW gibt es aktuell vier Verbünde: den Westfalentarif, den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), den Aachener Verkehrsverbund (AVV) sowie den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). „Alle Verbünde haben teilweise unterschiedliche Tarife“, so Neuß. „Da fiel es bisher oft schwer, das richtige Ticket zu finden.“

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Die „mobil.nrw“-App ist in seinen Augen „im Großen und Ganzen ein Fortschritt für die Fahrgäste.“ Als aktuelles Beispiel nennt er eine spontane Zugfahrt von Köln zu einem der Weihnachtsmärkte im Münsterland – die lasse sich nun deutlich einfacher buchen. „Da muss man sich dann keine Gedanken mehr machen, ab einem bestimmten Streckenabschnitt plötzlich als Schwarzfahrer zu gelten“, scherzt Neuß.

„mobil.nrw“: Noch nicht alles funktioniert perfekt

An einigen Stellschrauben kann man bei der neuen App allerdings noch drehen. „Sie soll noch weiterentwickelt werden“, gibt auch DB-Sprecher Pohlmann zu.

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Auch Detlef Neuß von Pro Bahn sieht trotz aller Vorteile hier und da noch kleine Probleme. Erneut beschreibt er ein Beispiel: Man wählt ein Reiseziel, welches man über mehrere mögliche Streckenverläufe erreichen könnte. Die verschiedenen Routen führen durch unterschiedliche Tarifzonen, wodurch sich dementsprechend jeweils auch der Ticketpreis ändert. „In diesem Fall bietet die App immer automatisch die teuerste Streckenvariante an“, erklärt Neuß. Dennoch gibt er sich optimistisch: „Diese Bugs werden bestimmt noch beseitigt.“ (at)

 
 

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