Düsseldorf

Deutsche Bahn in NRW: Kundin freut sich über Sommerangebot – dann beginnt das Chaos

Deutsche Bahn: Ich fuhr von Düsseldorf nach Aachen - ein Abenteuer begann. (Symbolbild)
Deutsche Bahn: Ich fuhr von Düsseldorf nach Aachen - ein Abenteuer begann. (Symbolbild)
Foto: imago images / Rüdiger Wölk
  • Zeitkarteninhaber können im Sommer an Wochenenden durch ganz NRW fahren
  • Doch mit der Deutschen Bahn kann das zum Abenteuer werden
  • Ein Erfahrungsbericht

Düsseldorf. Es waren tolle Nachrichten für alle Inhaber von Abos im Nahverkehr: Als Dankeschön an die Kunden, die während der Corona-Zeit die Treue hielten, dürfen sie an den Wochenenden in den Sommerferien mit dem ÖPNV durch ganz NRW fahren – ohne Zusatzkosten. Auch die Deutsche Bahn darf genutzt werden.

Tolle Möglichkeit, dachte ich mir. Die nutze ich gerne, um am ersten Samstag in den Ferien einen Tagesausflug von Düsseldorf nach Aachen zu machen. Mit dem RE4 der Deutschen Bahn.

Um 10.23 Uhr stieg ich in Düsseldorf in den Zug. Eine Stunde und 23 Minuten später, um 11.46 Uhr, sollte die Deutsche Bahn in Aachen ankommen. Sollte.

Deutsche Bahn: Chaos lässt nicht lange auf sich warten

Kaum betrat ich den Bahnhof in Düsseldorf, sah ich an der Anzeigetafel in der großen Halle den Hinweis: Der RE4 verkehre nach Aachen „ohne Halt in Erkelenz“. Die gleiche Information wurde auch am Bahnsteig mitgeteilt. Nach Erkelenz wollte ich nicht, deshalb stieg ich ruhigen Gewissens in den Zug.

Mein Fehler. Denn dass nicht alles gut gehen würde, hätte ich mir als jahrelanger Pendler denken können. Bis nach Rheydt Hbf verlief die Fahrt noch ohne Komplikationen.

Eine Durchsage machte dann den Anfang: „Wegen einer technischen Störung endet der Zug in Rheydt Hbf und fährt nach einem kurzen Aufenthalt zurück nach Dortmund. Reisende nach Aachen steigen bitte in den Schienenersatzverkehr (SEV).“ So weit, so gut. Technische Störung – kann passieren. Pünktlich um 10.55 Uhr erreichten wir den Bahnhof in Rheydt. Doch dann begann das Chaos.

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Das ist die Deutsche Bahn:

  • Die Deutsche Bahn ist eine Aktiengesellschaft
  • Sie befindet sich vollständig im Besitz der BRD
  • Der Hauptsitz ist in Berlin
  • Etwa 324.000 Mitarbeiter hat die Deutsche Bahn
  • Neben dem Personenverkehr werden auch hunderte Tonnen an Gütern transportiert

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Informationen? Fehlanzeige

Unsicher, wo der Ersatzbus den Bahnhof verlassen würde, ging ich gemeinsam mit den anderen Fahrgästen zur Haltestelle für Busse. Glück gehabt: Eine ortskundige junge Frau erklärte, sie warte ebenfalls auf den SEV. Seit mehr als 30 Minuten. Ein Bus war bislang nicht in Sicht. Wann sich das ändert – unklar.

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45 Minuten vergingen ohne weitere Informationen, dann trudelte endlich ein Bus ein, der uns direkt nach Baal fahren sollte, wo der Zug wieder eingesetzt werde. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch Verständnis aufbringen. Doch mein Geduldsfanden fing an zu reißen, als ein Busfahrer erzählte: Das Problem bestehe schon seit den frühen Morgenstunden. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits 11.40 Uhr.

Warum wir weder am Bahnhof in Düsseldorf noch im Zug von der Odyssee, die uns erwarten würde, informiert wurden, ist mir ein Rätsel.

Eine halbe Stunde dauerte die Busfahrt von Rheydt nach Baal schließlich. Der Zug, der uns dort erwarten sollte, fiel aus. Wann der nächste Zug kommen würde? Unklar. Die Deutsche Bahn ließ uns weiter im Dunkeln tappen.

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Mit 100 Minuten Verspätung am Ziel

Um 12.30 dann das erlösende Geräusch. Ein Zug kam an. Der RE33 brachte uns nach Aachen, wo wir um 13.26 Uhr mit einer Verspätung von einer Stunde und 40 Minuten ankamen.

Aus einer Stunde und 23 Minuten wurden 3 Stunden 3 Minuten. Aus 83 Minuten wurden 183 Minuten.

Ein Bahnsprecher erklärte auf Anfrage von DER WESTEN, dass kurzfristige Gleisarbeiten von Freitagnacht bis Montagmorgen der Grund für das Chaos gewesen seien. „Leider ist es bei der Kommunikation dieser Baumaßnahmen zu Fehlern gekommen, sodass entsprechende Hinweise fehlten und es auch keinen geplanten Busersatzverkehr gab, sondern nur einen Busnotverkehr mit den geschilderten Auswirkungen.“

Tja. Das Sommerangebot mag ja nett gemeint gewesen sein. Ich hätte es aber besser nicht genutzt. Dann wäre mir diese Chaos erspart geblieben...

 
 

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