Düsseldorf

Deutsche Bahn bei Hitze: Als wäre es nicht schon schlimm genug – DAS machte es noch schlimmer!

Deutsche Bahn: Wer bei Hitze Zug fahren muss, kann Schlimmes durchmachen. (Symbolbild)
Deutsche Bahn: Wer bei Hitze Zug fahren muss, kann Schlimmes durchmachen. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • Die Hitze macht auch der Deutschen Bahn zu schaffen.
  • Das bekommen vor allem die zu spüren, die jeden Tag mit dem Zug fahren müssen
  • Ein Erfahrungsbericht einer Hitze-Horror-Fahrt

Düsseldorf. Die Deutsche Bahn ist eine Sache für sich. Jeden Werktag fahre ich von Düsseldorf nach Essen und zurück. Das tägliche Pendeln selbst hat mir noch nie Spaß gemacht: Verspätungen und teilweise auch Zugausfälle stehen auf der Tagesordnung.

Doch momentan ist die Situation nur eines: unzumutbar. Seit Beginn der Sommerferien ist die Zugstrecke zwischen Duisburg Hbf und Essen Hbf komplett gesperrt. Mir bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder nehme ich die S-Bahn ab Essen Hbf oder ich fahre mit dem Zug vom Ersatzhalt Essen-Altenessen ab. Die Deutsche Bahn mal wieder.

Deutsche Bahn: Mit dem Zug von Altenessen nach Düsseldorf

Wie schlimm es wird, wenn Deutsche Bahn, Bauarbeiten und Hitze aufeinandertreffen, musste ich am Mittwochnachmittag am eigenen Leib erfahren.

Eigentlich wollte ich mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof nach Düsseldorf fahren, da diese Bahnen, zumindest teilweise, klimatisiert sind. Zu meinem Glück informierte mich ein Kollege aber bereits darüber, dass es auf dieser Strecke Probleme gebe.

Deshalb wählte ich doch die Alternative und nahm die U-Bahn nach Altenessen, um dort um 17.01 Uhr in einen gekühlten Zug zu steigen – so zumindest in meiner Vorstellung.

Deutsche Bahn: RE1 nach Aachen hat Verspätung

Die U-Bahn hatte leichte Verspätung, weshalb ich, wie viele andere Kunden der Deutschen Bahn auch, von der Haltestelle bei Temperaturen von 39 Grad zum Gleis rennen musste. Laut App war der Zug nämlich sogar pünktlich unterwegs.

Auch auf der Anzeige, die auf meinem Sprintweg lag, hieß es, der RE1 nach Aachen Hbf fahre wie geplant um 17.01 Uhr ab.

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Kaum am Gleis angekommen, dann die Durchsage: „Wegen einer technischen Störung verspätet sich der Zug um 15 Minuten.“ Wer hätte das gedacht. Eine Entschuldigung gab es dafür natürlich nicht. Das hieß für mich und zahlreiche andere Passagiere: in der brütenden Hitze warten.

Deutsche Bahn: Hochrote Köpfe, schweißtriefende Gesichter, nasse T-Shirts

Schließlich fuhr der RE1 verspätet in den Bahnhof ein. Als die ersten Leute ausstiegen, konnte ich bereits Schlimmes erahnen: Sie hatten allesamt hochrote Köpfe, schweißtriefende Gesichter und nasse T-Shirts.

Als ich den Zug betrat, erklärte sich diese Situation. Ich hatte ich das Gefühl, gegen eine Wand zu rennen. Im Zug war es gefühlte zehn Grad wärmer als draußen. Ich konnte zwar einen der begehrten Sitzplätze ergattern, das war aber das einzig Positive an der Fahrt.

Plötzlich fühlten sich 39 Grad gar nicht mehr so heiß an

Ich nahm auf einem Vierersitz Platz. Mir gegenüber: Ein Familienvater, von dessen Stirn im Sekundentakt der Schweiß tropfte, in seiner Hand eine Packung Taschentücher, mit denen er sich das Gesicht immer wieder abwischte, und deren Inhalt sich langsam dem Ende zuneigte.

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Neben ihm: Seine Frau mit einem selbstgebastelten Fächer aus einem Prospekt. Von jedem Sitz im gesamten Abteil blickten mich erschöpfte Augen an.

Als wäre das eigene Leiden unter der Hitze auf dem Heimweg im Zug nicht schon schlimm genug: Man ist umgeben von triefenden, klebenden Menschen.

Pendler schüttelten ihre T-Shirts und verteilen ihren markanten Körperduft, wischten sich den Schweiß von der Stirn. Je länger die Fahrt desto schwerer fiel mir das Atmen der ohnehin schon dicken Luft. Es waren die längsten 40 Minuten meines Lebens.

Als ich den Zug in Düsseldorf verließ, konnte ich endlich wieder atmen. Und die 39 Grad draußen fühlten sich plötzlich gar nicht mehr so heiß an.

 
 

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