Desaster vor der Bundestagswahl: Was bedeutet die Schlappe in NRW für Martin Schulz?

Martin Schulz musste am Sonntagabend eine krachende Niederlage eingestehen.
Martin Schulz musste am Sonntagabend eine krachende Niederlage eingestehen.
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Hochburg der Sozialdemokratie ist verloren, die ehemals so beliebte Landesmutter Hannelore Kraft abgewählt. Für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz war das kein angenehmer Sonntagabend.

Er gestand die „krachende Niederlage“ ein. Doch was bedeutet das schlechteste SPD-Ergebnis aller Zeiten für die NRW-SPD für die Bundestagswahl?

„Konkrete Inhalte“

Der Bochumer Sozialwissenschaftler Stefan Goch sieht Martin Schulz jetzt in der Pflicht: „Martin Schulz muss jetzt mit konkreten Inhalten kommen. Er muss klar sagen, was er will.“

Bisher blieben die Ziele seiner Kampagne noch zu schwammig. „Die SPD muss wieder näher an den Sorgen der Menschen sein – beim Thema Rente, beim Thema Schulen, bei der Infrastruktur.“

Auch bei Martin Schulz selbst setzt offenbar ein Umdenken in dieser Hinsicht ein. Die Bürger wollten, dass er nicht nur über soziale Gerechtigkeit rede, sondern die Zukunftsperspektiven der Bundespolitik präziser beschreibe, erklärte er am Sonntagabend. "Diese Kritik an mir nehme ich ernst, die habe ich aufgenommen und die werden wir auch umsetzen."

Was wird aus der NRW-SPD?

Und die niedergeworfene NRW-SPD? „Sie muss sich jetzt neu erfinden“, sagt Goch. Früher war die SPD in NRW eine Kümmerer-Partei. Dieses Image müsse sie nun wiedergewinnen und sich mit den echten Problemen der Menschen beschäftigen.

Auch personell steht ein Neuanfang bevor - denn Hannelore Kraft ist als Landeschefin zurückgetreten. Viele SPD-Landtagsabgeordnete haben den Sprung den Landtag nicht geschafft.

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