Der Emmericher Ortsteil beharrt auf seine Eigenständigkeit

Foto: NRZ

Elten..  Die Eltener gingen auf die Barrikaden, als sie 1975 per „Niederrhein-Gesetz“ nach Emmerich eingemeindet werden sollten. Für viel Geld ließen sie eine flammende Streitschrift gegen das drohende Ungemach drucken: „Elten – ein brennendes Problem“. Die Eltener wollten partout nicht ihren Segen dazu geben, dass da zwei Orte zusammenwachsen sollten, die ihrer Meinung nicht viel gemein hatten: Hier ein prosperierender Erholungsort, dort die mehr schlecht als recht wirtschaftende Industriestadt. Nein, mit „Munition“ hielt das von unbeugsamen Eltenern bevölkerte Dorf wahrlich nicht hinterm 80 Meter hohen Berg. Und stand wie ein Mann hinter der Selbstständigkeit. Da half es auch nichts, dass NRW-Innenminister Willi Weyer den Eltenern eine Spielbank versprach – die Kugel im Casino rollte ohnehin nie.

Das versprochene Casino kam nie

Stattdessen zahlten die Eltener gutes Geld für einen Gutachter und prozessierten vor dem Verfassungsgerichtshof in Münster. Aber es half alles nichts. Und so wurden vor 40 Jahren 3928 Eltener dem Pass nach Emmericher, weil 3928 Einwohner in den Augen der „Neuordner“ in Düsseldorf einfach zu wenig für eine lebensfähige Gemeinde waren.

Ein eigenes, liebenswertes Völkchen sind die Eltener freilich geblieben. Und gelegentlich steigt auch noch Rauch vom Eltenberg auf. So ist Elten der einzige Emmericher Ortsteil, der keinen Ortsvorsteher mehr hat, sondern einen Ortsausschuss. Den gab’s 1975 schon einmal, schlief aber schnell wieder ein. Wiederholt sich Geschichte? Die Selbstständigkeit des charmanten „Silberdorfes“ ist selbst für Nostalgiker heute kein Thema mehr. Doch einen Eltener zu finden, der sagt, er sei Emmericher, ist so unwahrscheinlich wie 365 Tage Sonnenschein im Jahr.

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