Den Zoos bleiben die Besucher aus

Die frostigen Temperaturen machen den Pinguinen im Zoo nichts aus. Aber die Besucher bleiben aus.
Die frostigen Temperaturen machen den Pinguinen im Zoo nichts aus. Aber die Besucher bleiben aus.
Foto: Klaus Pollkläsener
Der lange Winter setzt den Tierparks der Region zu. Die ersten Monate des Jahres waren schlechter als befürchtet. Schon das vergangene Jahr lief insgesamt schlechter, als erhofft. Mit dem April muss der Ansturm kommen. Die "Pay-what-you-want"-Aktion in Münster war sehr erfolgreich.

Duisburg/Krefeld/Münster.. Die Pinguine im Duisburger Zoo stören die Außentemperaturen dieser Tage herzlich wenig. Die Verantwortlichen des Tierparks am Kaiserberg aber machen sich zunehmend Sorgen. Zahlende Gäste sind Mangelware und tummeln sich viel lieber an wärmeren Orten. Für den Zoo ein Dilemma.

Denn schon 2012 war ein schlechtes Jahr. Nur 900.000 Besucher kamen, rund eine Millionen sind aber nötig. Auch, weil es finanziell alles andere als rosig um Zebra, Elefant und Co. zwischen Rhein und Ruhr bestellt ist. Ende März ist nach fünf Jahren auch der Sponsoring-Vertrag mit Energieversorger RWE ausgelaufen, der dem Zoo kolportierte eine Million Euro im Jahr brachte. Eine Fortsetzung steht in den Sternen. Bei einem Gesamtetat von knapp weniger als elf Millionen Euro ein herber Schlag.

Stadt Duisburg springt mit insgesamt 3,2 Millionen ein

Existenzbedrohend sei das für den Betrieb aber nicht, beruhigt Zoo-Direktor Achim Winkler. „Ein Zoo ist eine Kultureinrichtung wie ein Theater oder eine Oper. Durch Eintrittsgelder können wir uns nicht finanzieren. Drittmittel sind immer erforderlich. Gerade wenn es darum geht, den Zoo weiter zu entwickeln“, so Winkler. Jüngst musste die Stadt, dessen 100-prozentige Tochter der Zoo ist, ihren jährlichen Zuschuss von 2,2 Millionen Euro um einmalig eine Million erhöhen. Zu groß wurde der Druck durch den Investitionsstau. Um Vorgaben des Arbeitsschutzes zu erfüllen, müssen an Giraffen- und am Elefantenhaus Umbauten stattfinden. Das Delfinarium braucht ein neues Dach. Zudem ist eine Lautsprecheranlage für rund 400 000 Euro erforderlich, um Besucher in Gefahrsituationen warnen zu können.

Wenn denn welche da sind. „Die ersten drei Monate des Jahres sind traditionell schlecht. Jetzt muss es aber passen. Zwei oder drei schlechte Besucherjahre hintereinander können wir nicht verkraften“, sagt der Zoo-Direktor. Zwar hat der Rat der Stadt über einen langen Zeitraum die Unterstützung zugesichert, weil der Zoo eine der wichtigsten Attraktionen Duisburgs sei, doch Stadtsprecher Frank Kopatschek will das nicht in Stein gemeißelt wissen. „Nichts ist unendlich“, heißt es hierzu aus dem Rathaus.

Zoos in Krefeld und Münster stehen auf gesunden Beinen

Im Zoo in Krefeld ist die Situation längst nicht so angespannt, obwohl auch hier die Besucher wochenlang ausblieben. „Vor allem der Schnee hat uns viele Besucher gekostet. Entscheidend ist für uns aber, dass es mit dem Osterwochenende los geht. Und in diesem Jahr sind wir mit dem Besuch an den Ostertagen hochzufrieden“, so Zoo-Sprecherin Petra Schwinn. Mit 462.000 Besuchern feierte der Krefelder Tierpark 2012 sein bestes Ergebnis seit Bestehen, steigerte die Gästezahlen kontinuierlich in jedem Jahr. Und auch wirtschaftlich steht der Tierpark solide da. „Wir sind nicht auf Großsponsoren angewiesen, sondern stützen uns auf viele kleine Geldgeber.“

Einen wahren Besucheransturm erlebte dagegen der Allwetter-Zoo in Münster. Die Winter-Aktion „Pay what you want“ war ein voller Erfolg. Wegen umfangreicher und teils störender Umbauten an einem Elefanten-Gehege zahlten die Gäste nur den Eintrittspreis, den jeder für sich selbst festlegte. Das waren im Schnitt fünf Euro und das rechnete sich. Allein im März kamen 51.295 Besucher. Im Vorjahresmonat waren es nur 27.788.

 
 

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