Das Ringen ums "ökologische" Jagdgesetz in NRW

Jäger bei Sonnenuntergang – so romantisch kann das Waidwerk aussehen...
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Foto: Patrick Pleul
Hundeausbildung, jagdbare Arten, intensive Jagd auf Schalenwild: Naturschützer und Jäger sind sich uneins. Der Gesetzentwurf für das neue Jagdgesetz liegt wohl erst im nächsten Sommer vor. „Die Beratungen im Arbeitskreis sind noch nicht abgeschlossen“, so ein Ministeriumssprecher.

Essen.. Mit einem Entwurf fürs neue NRW-Jagdgesetz ist möglicherweise nicht mehr vor der Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres zu rechnen. Die Liste der jagdbaren Arten, die Hundeausbildung am lebenden Beutetier, eine intensivere Jagd aufs Schalenwild: Naturschützer und Jäger sind sich weiter uneins. Eine Arbeitskreissitzung erbrachte jüngst erneut kein Ergebnis. „Die Beratungen im Arbeitskreis sind noch nicht abgeschlossen“, sagte ein Ministeriumssprecher auf NRZ-Nachfrage.

Die grobe Marschrichtung ist gesetzt: Das neue Jagdgesetz soll nach dem Willen von Minister Johannes Remmel (Grüne) ein ökologisches sein. Wie es heißt, gehe es um „die Verwirklichung einer Jagd, die eine breite Akzeptanz findet, artenreiche und gesunde Wildbestände aus vernünftigem Grunde, nachhaltig und tierschutzgerecht nutzt“. Lebensräume sollen dabei erhalten und landschaftliche Verhältnisse angemessen berücksichtigt werden.

Wildschweine sollen stärker bejagt werden

Der Teufel freilich steckt im Detail. Schon seit der Zeit der rot-grünen Minderheitsregierung wird bei Jägern und Naturschützern über das geplante Gesetz diskutiert, kleinere Demos inklusive. Arten wie Rebhuhn oder Greifvögel werden aktuell nicht bejagt, stehen aber trotzdem auf der Liste der jagdbaren Arten. Fachleute und Verbandsvertreter streiten, ob sie gestrichen werden können und wer sich um das Monitoring, also die Bestandsaufnahme, kümmert. Bei anderen Arten war es einfacher. Elche kommen zwischen Rhein und Weser schlicht nicht vor, also: Streichung unstrittig. Nicht einrichten müssen sich die 90 000 Jäger in Nordrhein-Westfalen auf eine ganz pauschale Einschränkung der Jagd, Beispiel Wildschweine: Sie haben sich stark vermehrt, richten Schäden in Wald und Flur an und sollen künftig stärker bejagt werden als bisher.

Im Ministerium betont man den „breitangelegten Dialogprozess“. Was Jäger und Naturschützer in ihrem Arbeitskreis beraten, soll in den Entwurf des neuen Gesetzes einfließen, auch der Landesjagdbeirat soll noch einmal gehört werden. „Qualität geht hier vor Schnelligkeit“, hatte Grünen-Politiker Remmel mit Blick auf die Arbeiten am Gesetz bereits im Sommer beim Landesjägertag in Münster betont. Der Fahrplan sieht nun vor, dass das Gesetz bis Jahresende 2014 in trockenen Tüchern sein soll. Damit das gelingen kann, müsste der Entwurf noch vor dem Sommer vorliegen, um dann auf die Reise durch die Parlamentarischen Beratungen gehen zu können.

 
 

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