Crazy Frog für 4,99 Euro: Was wurde eigentlich aus dem „Jamba-Sparabo?"

Schon der Anblick dieses verrückten Frosches, könnte auch heute noch einigen früheren Viva und Mtv- Zuschauern gewaltig auf die Nerven gehen.
Schon der Anblick dieses verrückten Frosches, könnte auch heute noch einigen früheren Viva und Mtv- Zuschauern gewaltig auf die Nerven gehen.
Foto: Axel F: „Crazy Frog" (Screenshot)
  • Erinnerst du dich noch an den „Crazy-Frog“?
  • Nicht nur Klingeltonindustrie - auch Viva und MTV  profitierten
  • Noch heute zahlen Tausende Nutzer

Vorsicht, Ohrwurmalarm! Warst du auch so genervt, als „Crazy Frog“ und „Schnuffel“ in Dauerschleife auf Viva vor dir hertanzten? Mit 4,99 Euro im Monat warst du beim Sparabo dabei.

Der „Crazy-Frog“ und das berüchtigte Jamba-Sparabo bescherten dem Unternehmen unglaubliche Gewinne: Doch was ist eigentlich daraus geworden?

Zalando-Brüder gründeten Jamba

Im Jahr 2000 gründeten die Brüder Marc, Alexander und Oliver Samwer die Jamba GmbH. Die Firma entwickelte sich unter der Führung der heutigen Zalando- und Rocket-Internet-Gründer zum erfolgreichsten europäischen Klingeltonanbieter.

Doch als nach und nach bekannt wurde, dass Abonnements auch an Minderjährige verkauft wurden, geriet Jamba zunehmend unter Beschuss. Es hagelte Kritik.

„Jamba hat den aufkommenden Hype um das Handy und die Personalisierung in Form von Klingeltönen genutzt, um vor allem junge Nutzer an ein kostspieliges Abo zu binden“, sagt Simone Groß, Redaktionsleiterin bei der Verbraucherschutzplattform aboalarm.de.

Die Einnahmen boomten. Allein 2004 gaben die Deutschen 183 Millionen Euro für Klingeltöne aus.

2004 verkauften die Samwer-Brüder Jamba für 273 Millionen Dollar an den US-Konzern Verisign.

Musiksender profitierten maßgeblich von Jamba- Werbeeinnahmen

Viva und MTV lebten gut von den Werbeeinnahmen aus den Jamba-Spots. Der Spiegel berichtete 2005, dass die Musiksender mehr als 40 Prozent der Werbegelder mit der Klingeltonwerbung einnahmen.

Puh: Manchmal lief ein einziger TV-Werbespot bis zu 150 Mal am Tag auf den Sendern!

Was sagen Verbraucherschützer?

Jamba gehöre zu den „gewinnorientiertesten Anbietern und größten Abofallen der letzten 20 Jahre“, sagt aboalarm.de-Geschäftsführer Dr. Bernd Storm van’s Gravesande.

Aboalarm.de prüft und kündigt solche Verträge für Verbraucher. Zwischen 2013 und 2016 kündigte die Seite 1687 Verträge für Jamba-Abonnenten. Die Zahl machen die Verbraucherschützer an den Kündigungsschreiben und Faxen fest, die in diesem Zeitraum von ihnen an Jamba versendet wurden. Wie viele Menschen darüber hinaus kündigten, weiß nur das Unternehmen selbst.

Ganz anders sieht die Lage bei der NRW- Verbraucherzentrale aus:„In den letzten Jahren haben die Beschwerden zu Klingelton-Sparabos nachgelassen“ sagt Juristin Christine Steffen. Bei der Beratungsstellte sind schon seit langer Zeit keine nennenswerten Beschwerden mehr zu den Jamba-Sparabos von früher eingegangen.

Und heute?

Heute sind Klingeltöne nur noch ein Geschäftszweig von Jamba. Auf der Homepage werden unter anderem Videos, Logos, Emoticons, Spiele, Apps, Musik, und eBooks angeboten. Hinter der Marke steckt die „freenet Digital GmbH“. Unsere Anfrage nach genauen Zahlen und Daten beantwortete das Unternehmen nicht.

Noch immer zahlen Verbraucher wöchentlich bis zu fünf Euro“, so Storm van’s Gravesande. Laut Homepage-Informationen gibt es als heutigen Sparabo-Nachfolger das Top-Ton-Klingeltonpaket: Dieses Abo kostet nicht mehr 4,99 Euro pro Monat - wie noch vor zehn Jahren, sondern heute sogar pro Woche.

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