Coronavirus: Öffnen Schulen und Kitas in NRW nach Ostern? Virologe mit eindeutiger Ansage

Corona-Zeit und Ostern: Sind Ausflüge überhaupt erlaubt?

Auch an Ostern gelten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Besuch des eigenen Ferienhauses, Tagesausflüge, Eiersuchen im Freien ... Was ist für die Feiertage eigentlich erlaubt und was nicht?

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Gangelt. Der Coronavirus-Stichtag kommt näher. Noch bis zum 19. April gelten die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland. Bis dahin bleiben Kitas und Schulen definitiv geschlossen, auch in NRW.

Eltern fragen sich deshalb jetzt: Werden meine Kinder nach dem Ende der Osterferien wieder in Kitas und Schulen betreut? Oder legt das Coronavirus die Einrichtungen weiter lahm? Leise Hoffnung macht den Eltern der Bonner Virologe Hendrik Streeck mit den Ergebnisse einer Studie aus Heinsberg (NRW).

Coronavirus-Studie aus Heinsberg: Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse

Der Kreis Heinsberg galt lange als das Epizentrum der Pandemie in Deutschland. Hier hatte sich das Coronavirus vermutlich nach einer Karnevalssitzung massiv verbreitet.

Streeck und sein Team wurden auf die Heinsberger Gemeinde Gangelt angesetzt, weil das Coronavirus hier das erste Mal in NRW nachgewiesen wurde. Hauptsächliche Erkenntnisse nach dem vorläufigen Ergebnis der repräsentativen Studie:

  • Etwa 15 Prozent der Einwohner in Gangelt haben sich mit dem Coronavirus infiziert
  • Die Sterblichkeitsrate liegt hier 0,37 Prozent (weit niedriger als der Bundesdurchschnitt)
  • Schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankung sind bei jungen Menschen eine Ausnahme

Was sagen die Zahlen wirklich aus?

Besonders bemerkenswert ist die stark abweichende Letalitätsrate im Vergleich zu den Daten der John-Hopkins-Universität. Deren Zahlen ergeben nach aktuellem Stand eine fünffach höhere Sterblichkeitsrate in Deutschland.

Das erklären die Forscher mit unterschiedlichen Bezugsgrößen. Im Gegensatz zu den offiziellen Meldezahlen der John-Hopkins-Universität würde die Heinsberger Studie auch milde Infektionsfälle erfassen.

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Damit schrumpft nicht nur die Dunkelziffer der Infektionen: Es zeigt auch, dass mehr Menschen immun sind, weil sie bereits infiziert waren. Eine wichtige Erkenntnis, die Einfluss auf die Entscheidung der Politik haben könnte.

Laschet: „Das ermutigt mich, Entscheidungen zu treffen“

Denn je mehr Menschen gegen das Coronavirus immun sind, desto langsamer kann es sich verbreiten und desto möglicher sind Aufweichungen des strengen Kontaktverbots.

Infektionsschutzexperte Prof. Martin Exner betont außerdem: „In Deutschland stellt man eine hohe Disziplin in der Einhaltung dieser Maßnahmen fest.“ Das hinterließ Wirkung bei Armin Laschet.

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„Mich überzeugt das Argument, dass die Bürger in den vergangenen Wochen verstanden haben, worauf es jetzt beim eigenen Verhalten ankommt und das ermutigt mich, die nächsten Entscheidungen zu treffen“, so der NRW-Ministerpräsident.

Öffnen Schulen und Kitas nach Ostern?

Seiner Ansicht nach können die Ergebnisse der Studie die Entscheidungsfindung von Bund und Ländern bis nächste Woche Mittwoch unterstützen.

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Die Lockerung der Corona-Auflagen werde „behutsam“ und „nicht mit einem Schlag“ gehen. „Aber dass wir nach Ostern diesen Versuch wagen sollten, davon bin ich überzeugt“, sagte Laschet vor dem Landtag. Welche Regeln zuerst gelockert werden, ob Schulen und Kitas wieder öffnen, darauf wollen sich weder Streeck noch Laschet festnageln lassen.

Nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes wird es eine Rückkehr zum normalen Unterricht an den Schulen direkt nach den Osterferien nicht geben. Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den weiteren Maßnahmen ab, die von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossen würden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin mir aber sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird.“

Warum Eltern hoffen können

Fest steht: Einrichtungen mit Hochrisikogruppen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime müssen nach Ansicht der Virologen weiter streng abgeriegelt werden. Heißt: Weiter keine Besuche und besondere Hygienevorkehrungen.

Aber junge und gesunde Gruppen der Bevölkerung seien nach Auswertung der Studie in der Lage eine natürliche Immunität gegen das Virus aufzubauen. Das weckt die Hoffnung für eine baldige Öffnung von Schulen und Kitas.

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Mit einer Einschränkung: „Wenn wir jetzt zulassen, dass Kitas wieder betrieben werden, dann nur unter Einhaltung wichtiger Hygienemaßnahmen“, fordert Streeck. Wichtig sei die Desinfektion von Flächen und auch hygienische Vorsichtsmaßnahmen seitens des Kindergartenpflegepersonals.

Warum die Virologen zögern

Auf einen konkreten Fahrplan wollte sich aber auf Grundlage der Studie keiner der Beteiligten festnageln. Das Problem: Die Daten lassen sich nicht eins zu eins auf Deutschland abbilden. Denn die Daten stammen aus einem Gebiet mit besonders vielen Infizierten.

Streeck betonte, dass in anderen Regionen Deutschlands die Immunitätsquoten deutlich geringer sei. Und selbst wenn die Einrichtungen wieder öffnen, macht der Virologe eine klare Ansage: Besuche von Großeltern seien auch dann weiterhin tabu, um sie als Risikogruppe vor einer Infektion zu schützen.

Auch Bundeskanzlerin Merkel dämpfte am Donnerstag mögliche Erwartungen zu einer schnellen Aufhebung des Kontaktverbots in Deutschland. Mehr dazu liest du hier >>>

 
 

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