Coronavirus: Schulen in NRW geschlossen – DAS müssen Eltern nun beachten

In NRW werden die Schulen wegen des Coronavirus geschlossen.
In NRW werden die Schulen wegen des Coronavirus geschlossen.
Foto: dpa

Wegen des Coronavirus bleiben die Schulen in NRW ab Montag geschlossen. Etliche Eltern müssen sich darauf einstellen, sich um die Betreuung ihrer Kinder zu kümmern.

Für berufstätige Mütter und Väter kann das zum Problem werden, wenn es keine Verwandten, Freunde oder Nachbarn gibt, die auf die betreuungsbedürftige Kinder aufpassen.

Darf ich deshalb einfach zu Hause bleiben, wenn die Schulen in NRW wegen des Coronavirus schließen?

In jedem Fall sollten Arbeitnehmer und ihre Chefs Absprachen treffen.

Coronavirus: Bekomme ich kein Geld, wenn ich zu Hause bleibe?

Wer aber nicht zur Arbeit kommt, weil er auf sein Kind aufpasst, muss damit rechnen, kein Geld zu erhalten. „Die rechtliche Konsequenz wäre, dass der Anspruch auf Entgeld entfällt“, sagt der Bochumer Arbeitsrechtler Dr. Jörg Hoffmann.

Allerdings sieht der Paragraf 616 BGB vor, dass der Arbeitnehmer trotzdem einen Anspruch auf Entgelt hat, wenn er ohne eigenes Verschulden für eine „nicht erhebliche Zeit“ nicht arbeiten kann.

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Anders sieht es dagegen hinsichtlich Abmahnungen oder Kündigungen aus: Auch hier gilt es die Frage des Verschuldens zu klären. Eine Abmahnung droht, wenn der Arbeitnehmer ein „arbeitsunwilliges Verhalten“ an den Tag legt.

Bleibt er allerdings zu Hause, weil sein Kind wegen landesweiter Schul- und Kitaschließungen nicht betreut werden kann, trägt er keine Schuld, meint der Arbeitsrechtler. Dr. Jörg Hoffmann hält es deshalb für sehr „unwahrscheinlich, dass es zu Kündigungen kommt“.

Ein generelles Fernbleiben aus Angst vor der Corona-Ansteckung ist nicht einfach so möglich. Wenn du entscheidest, deshalb zu Hause zu bleiben, musst du mit einer Abmahnung rechnen.

Coronavirus: Habe ich Anspruch auf Homeoffice?

Eine ähnliche Situation entstand vor einiger Zeit wegen des Kitastreiks, eine große Zahl an Rechtsstreits zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern habe es damals nicht gegeben.

Inzwischen haben immer mehr Arbeitnehmer die Möglichkeit, ins Homeoffice zu wechseln und von zu Hause aus zu arbeiten. Einen generellen Rechtsanspruch auf Heimarbeit gibt es hierzulande noch nicht, weil sich Arbeitgeberverbände dagegen wehren.

Was ist mit Kindern von Pflegern, Ärzten oder Polizisten?

Eine Sonderregelung soll es laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für Eltern geben, die im Gesundheitsbereich und in Bereichen der öffentlichen Ordnung (etwa Polizisten) oder in anderen wichtigen Infrastrukturbereichen arbeiten.

Hierzu sollen Notfall-Betreeungsmöglichkeiten für Kinder eingerichtet werden. Dazu will die Landesregierung bis Anfang nächster Woche in Zusammenarbeit mit kommunalen Spitzenverbänden Lösungen finden. Daher bleiben Lehrer etwa trotz der Schließung der Schulen im Dienst. Eltern sollen sich bei akuten Betreeungsproblemen Anfang der Woche mit den Schulen abstimmen. Mehr dazu erfährst du hier >>> (jg, ak)

 
 

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