Coronavirus in NRW: Familie ist zwei Wochen in Quarantäne – Vater hat DIESE große Angst

Coronavirus erreicht NRW

Das Coronavirus hat NRW erreicht. Inzwischen gibt es hunderte Infizierte.

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Kreis Heinsberg. Das Coronavirus ist auch in NRW angekommen. Ursprung hat das Coronavirus in NRW im Kreis Heinsberg. Dort wurde ein Ehepaar positiv gestestet. Das Fatale: Die Ehefrau arbeitet in einer Kita. Deswegen sind die Einrichtungen für zwei Wochen geschlossen. Einige Familien müssen in Quarantäne bleiben.

Besonders hart trifft es Markus Stein* (27) aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Er kennt nicht nur das Ehepaar, das sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, auch seine Tochter Sina* (5) geht in die Kita, in der die infizierte Erzieherin arbeitet. Deswegen darf die dreiköpfige Familie bis einschließlich 9. März das Haus nicht verlassen.

Kontakt hatte Markus in letzter Zeit nicht zu dem Ehepaar. Doch weil seine Tochter die betroffene Kita besucht, steht die komplette Familie unter Quarantäne.

„Für uns als Familie ist es eine große Einschränkung“

„Für uns als Familie ist es eine große Einschränkung. Wir dürfen alle nicht das Haus verlassen. Sprich, wir können beide nicht arbeiten, geschweige uns Lebensmittel kaufen. Und für unsere Tochter ist 14 Tage Zuhause auch eine lange Zeit! Sie darf nicht mit ihren Freunden spielen und ihren Opa nicht besuchen. Es wird eine Geduldsprobe“, so der Familienvater.

Gesundheitsminister Jens Spahn zur Ausbreitung des Coronavirus

Hilfe bekommt die Familie von Verwandten. Sie bringen ihnen Lebensmittel und das Nötigste vorbei.

Von der infizierten Erzieherin hat die Familie per Telefon erfahren. Die Kita-Leitung rief die Eltern an, um über die erkrankte Kollegin zu informieren. Alles zum Thema Coronavirus in NRW findest du hier <<<

„Ein Test auf das Coronavirus wäre da sinnvoller gewesen“

Das Coronavirus sorgt bei der Familie außerdem für die Angst um die eigene Existenz. Denn erst eine Woche vor Karneval trat der 27-Jährige eine neue Arbeitsstelle im Sicherheitsdienst im öffentlichen Dienst an. Als sein Chef von seiner Zwangs-Quarantäne erfuhr, war er nicht begeistert.

„Wir haben gerade ein neues Haus und uns macht es natürlich Sorge, dass ich dadurch mein Job verlieren könnte! Ein Test auf das Coronavirus wäre da sinnvoller gewesen“, so der Familienvater.

Denn so lange die Familie keine Symptome des Coronavirus wie Husten und Atemnot aufweist, wird noch nicht getestet. Freunde des Vaters sind zweigespalten. Einige haben Panik, dass sie sich infiziert haben, andere sehen das Ganze sehr gelassen.

Mutter fühlt sich im Stich gelassen

Regelrecht zwangsisoliert fühlt sich Mutter Stefanie Barten (33) aus Erkelenz. Ihre beiden Töchter müssen seit Mittwoch zu Hause bleiben. Tochter Hannah (5) darf nicht in den Kindergarten, auch die siebenjährige Mia darf nicht zur Schule. Damit die Kinder betreut sind, fehlt Barten bei der Arbeit. „Mein Lebensgefährte ist Busfahrer, wenn er ein paar Stunden frei hat, kann ich ins Büro.“

Die 33-Jährige arbeitet bei der Müllabfuhr in Teilzeit. Ihr Chef hat Verständnis für die Ausnahmesituation. Derzeit verbraucht die Zweifach-Mama ihre Überstunden. „Aber auch die sind bald aufgebraucht. Danach muss ich unbezahlten Urlaub nehmen.“ Denn der Jahresurlaub ist bereits verplant. Barten fühlt sich vom Land im Stich gelassen. Sie wünscht sich eine Möglichkeit, bei der ihre Kinder betreut werden und sie keinen Verdienstausfall hat.

„Zu meinen Großeltern, die über 80 sind, wollen wir die Kinder nicht bringen. Wir waren über die Karnevalstage feiern und haben Angst, sie eventuell anzustecken.“ Auch wenn die Familie keine Symptome des Coronavirus hat, kann sie dennoch die Viren übertragen. Gerade für ältere Menschen kann die Infektion tödlich enden.

Vor allem die Kinder leiden. Kindergeburtstage wurden abgesagt, Schwimmbäder und Indoor-Spielplätze haben geschlossen. „Wir haben unseren Töchtern gesagt, dass sie sich jetzt noch öfter die Hände waschen müssen. Auch kuscheln mit Freundinnen ist erstmal verboten.“

Coronavirus: Erzieherin hat Verständnis für geschlossene Kitas

Jenna Kiefer (23) arbeitet als Erzieherin in einer Kindertagesstätte im Kreis Heinsberg und ist froh, dass die Einrichtungen vorerst geschlossen bleiben. „Immerhin können wir nicht auf Verdacht jedes Kind mit einer laufenden Nase, was in der Jahreszeit nicht gerade unüblich ist, nach Hause schicken.
Da ist es doch besser, dass die Kids bis Datum X zu Hause betreut werden.“

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Arbeitgeber, die für so eine Situation kein Verständnis haben, prangert sie an. „Mir tun die Eltern leid, die deshalb mit ihrem Arbeitgeber Probleme haben. Wie kann ein Arbeitgeber bei solch einer Situation sich darüber beschweren, dass die Eltern zum Schutz ihrer und ihrer Kinder zu Hause bleiben müssen. Es geht tatsächlich auch um Leben und die sollten einfach vorgehen.“

Frei hat Jenna Kiefer dadurch aber nicht. Laut der Erzieherin sind sie und ihre Kollegen derzeit damit beschäftigt, die Kita ordentlich zu desinfizieren. (ldi)

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*Die Namen der Personen sind der Redaktion bekannt. Aus Persönlichkeitsgründen wurden diese von uns geändert.

 
 

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