Corona in NRW: Firmen kassieren nächsten Nackenschlag ++ AfD bremst Pandemie-Gesetz aus ++

Coronavirus im Ruhrgebiet

Coronavirus im Ruhrgebiet: Dieses Video ist gespenstisch

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  • Das Coronavirus grassiert weltweit – NRW ist stark betroffen
  • Alles was du zur Entwicklung von Covid-19 in NRW wissen musst, erfährst du hier

Mehr als 456 Menschen sind in Folgen von Corona in NRW bereits gestorben, die Zahl der Infizierten steigt weiterhin täglich.

Das öffentliche und vor allem soziale Leben steht wegen der Kontaktsperre zur Eindämmung von Corona in NRW still. Schulen, Kitas und Unis sind geschlossen, auch Restaurants, Bars und Friseure sind zu.

Corona in NRW: Alle Infos und Entwicklungen im Newsblog

Wie verbreitet ist das Coronavirus in NRW und in meiner Stadt? Was sind die neusten Verhaltensregeln? Was tun besonders betroffene Menschen, Wirtschaftszweige und Städte?

Mit unserem Newsblog zum Coronavirus in NRW bist du immer auf dem neusten Stand.

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Alles, was du zum Coronavirus wissen musst:

>> Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland und weltweit erfährst du HIER.

>> Dieses simple Haushaltsmittel ist sogar besser als Desinfektionsmittel

>> Du hast Verdacht auf Corona? Das solltest du jetzt tun!

>> Was bedeutet Kurzarbeit für meinen Job?

>> Was bedeutet das Kontaktverbot für mich? Was ist erlaubt, was verboten?

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Hier gibt es alle neusten Informationen rund um Corona in NRW.

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Donnerstag, 9. April

19.19 Uhr: NRW-Häftlinge genießen plötzlich Privilegien

Das Coronavirus hat NRW im bundesdeutschen Vergleich früh und heftig erwischt. Für alle öffentlichen Einrichtungen hatte das drastische Konsequenzen.

Das gilt auch für Gefängnisse in NRW. Die Haftanstalten fürchten, dass sich das Coronavirus hier besonders schnell ausbreiten könnte, käme es zu einer Einschleppung. >> Hier mehr dazu lesen!

17.38 Uhr: Corona-Hilfen für Künstler bereits komplett ausgezahlt

Rund drei Wochen nach dem Start eines Sonderförderprogramms für von der Corona-Krise betroffene freischaffende Künstler in NRW sind die Finanzmittel von fünf Millionen Euro bereits komplett ausgezahlt.

Seit Beginn seien bei den Bezirksregierungen bis Donnerstag mehr als 17 000 Anträge eingegangen, teilte das NRW-Kulturministerium mit. Die Mittel seien vollständig abgerufen und ausgezahlt worden. Freischaffenden Künstlern, die derzeit nicht auftreten können und oft von der Hand in den Mund leben, sollte unbürokratisch geholfen werden. Pro Künstler gab es einmalig bis zu 2000 Euro. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

„Unser Sonderförderprogramm hat mehrere Tausend freie Kulturschaffende in Nordrhein-Westfalen kurzfristig vor einer existenzbedrohenden Situation bewahrt“, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos). Mit dem Anlaufen weiterer staatlicher Hilfsprogramme stünden für diese Künstler verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.

17.24 Uhr: Aktuelle Zahlen aus Duisburg

Insgesamt haben sich in Duisburg in Summe 525 Personen mit dem Coronavirus infiziert, teilt die Stadt mit.

Sechs Personen sind verstorben. 241 Personen sind wieder genesen, so dass es aktuell 278 Infizierte in der Stadt gibt. Zurzeit sind 49 Personen in stationärer Behandlung im Krankenhaus. Zudem befinden sich derzeit 1.083 Personen in häuslicher Quarantäne.

16.40 Uhr: Öffnen Schulen und Kitas in NRW nach Ostern? Virologe macht klare Ansage

Der Coronavirus-Stichtag rückt näher. Noch bis zum 19. April gelten die strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland. Bis dahin bleiben Kitas und Schulen definitiv geschlossen.

Viele Eltern fragen sich jetzt: Werden meine Kinder nach dem Ende der Osterferien wieder in Kitas und Schulen betreut? Oder legt das Coronavirus die Einrichtungen weiter lahm? Leise Hoffnung macht den Eltern der Bonner Virologe Hendrik Streeck mit den Ergebnisse einer Studie aus Heinsberg. >> Hier die Auswertung der Heinsberg-Studie dazu lesen!

16.34 Uhr: AfD bremst Verabschiedung des Pandemie-Gesetzes

Die AfD hat die Verabschiedung des entschärften Pandemie-Gesetzes im NRW-Landtag mit einem parlamentarischen Trick bis nach Ostern verzögert. Die Rechtspopulisten erzwangen am Donnerstag mit ihrem Minderheitsrecht eine dritte abschließende Lesung des Entwurfes. Dafür setzte das Landtagspräsidium eine Sondersitzung des Plenums am Dienstag nach Ostern - den 14. April - an. Das Gesetz sieht besondere Regierungsbefugnisse für den Fall einer katastrophalen Entwicklung der Corona-Krise vor.

Der Gesetzentwurf der schwarz-gelben Landesregierung war zuvor von den vier großen Fraktionen gemeinsam entschärft worden. Die AfD war nicht an diesen Verhandlungen beteiligt worden und fühlte sich nun übergangen. In zweiter Lesung nahm der Landtag den Gesetzentwurf am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, FDP, SPD und Grünen an. Die AfD stimmte dagegen. Normalerweise reichen zwei Lesungen, um ein Gesetz zu verabschieden. Fraktionen können aber in bestimmten Fällen eine dritte Lesung durchsetzen.

Der Plan, das Gesetz im Alleingang zu verabschieden, sei damit vereitelt worden, erklärte die AfD-Fraktion. Als Grund für die dritte Lesung nannte die Fraktion, dass sie den geänderten Gesetzentwurf zu spät vorgelegt bekommen habe - erst eine Stunde vor der Plenumssitzung. Klar ist aber, dass das Gesetz am kommenden Dienstag dann mit der Mehrheit von CDU, FDP, SPD und Grünen endgültig verabschiedet werden dürfte.

15.03 Uhr: Bis zu 4000 Firmen von Stopp der Corona-Hilfen in NRW betroffen

Vom vorläufigen Stopp der Corona-Soforthilfen für Selbstständige und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) bis zu 4000 Antragsteller betroffen. Das Land hatte die Auszahlungen der Hilfen am Donnerstag wegen Betrugsverdachts ausgesetzt.

Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gehen dem Verdacht nach, dass die unbekannten Täter auf nachgemachten Webseiten eingegebene Daten der Antragsteller abgegriffen und mit falschen Kontoverbindungen an das für die Corona-Hilfen zuständige NRW-Wirtschaftsministerium weitergeleitet haben.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, es handele sich um hochprofessionelle Täter, die im Darknet nach Helfern suchten, die gegen eine Gewinnbeteiligung ihre Konten für den Betrug zur Verfügung stellten. Von diesen Konten werde der Gewinnanteil des Betrügers dann in Kryptowährung umgewandelt und damit anonymisiert. Das erschwere die Identifizierung der Hintermänner.

Diese Angriffe seien seit dem vergangenen Wochenende aufgetreten sagte Pinkwart. Deshalb hätten sie noch nicht viel Schaden angerichtet. Eine Schadenhöhe könne er noch nicht angeben. NRW hat nach Pinkwarts Angaben bisher rund 3 Milliarden Euro an Soforthilfen ausgezahlt.

14.10 Uhr: Dortmunder Polizeipräsident appelliert an Verantwortungsbewusstsein

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange appelliert vor den Osterfeiertagen an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Lange am Donnerstag: „Ich bin mir bewusst, dass die Vorschriften für die Bürger in Dortmund sowie Lünen zu starken Einschränkungen führen. Ein traditionelles Familienfest kann deshalb meist nur im kleinen oder kleinsten Kreis stattfinden und selbst das stellt uns in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen.“

Und weiter: „Wir vertrauen weiter auf das verantwortungsbewusste und vorbildliche Verhalten, das die Mehrheit der Dortmunder und Lüner bisher gezeigt hat. Lassen Sie uns gemeinsam auch diese Hürde nehmen, solidarisch zusammenstehen und die vielen Entbehrungen nicht durch unachtsames Verhalten an diesem Wochenende zunichtemachen.“

13.45 Uhr: Flugzeug mit Erntehelfern in Düsseldorf angekommen

Die erste Maschine mit Erntehelfern aus Rumänien ist am Donnerstag auf dem Düsseldorfer Flughafen gelandet. Das bestätigte eine Flughafen-Sprecherin. Die Saisonarbeiter werden von vielen Landwirten sehnlich erwartet, um etwa die Spargelernte zu bewältigen. Für die Einreise in Corona-Zeiten waren besondere Genehmigungen erforderlich.

12.35 Uhr: Stadt Siegburg hat Kühl-Container für Corona-Tote besorgt

Die Stadt Siegburg wappnet sich mit einem Kühlcontainer für mögliche Corona-Tote. In dem Container auf dem Nordfriedhof könnten maximal 23 Leichen bis zu ihrer Bestattung aufbewahrt werden, sagte ein Stadt-Sprecher am Donnerstag. Am Mittwoch ist der Container angeliefert worden. Damit würden die Kapazitäten der Leichenhalle am Friedhof, in der elf Tote Platz fänden, deutlich erhöht: „Es geht um eine Präventivmaßnahme für den Fall, der hoffentlich nicht eintritt.“

11.55 Uhr: Corona-Soforthilfe wird zur Falle – so fällst DU nicht auf die Betrüger rein!

Die Corona-Soforthilfe sollte Unternehmen und Selbstständigen in der Not helfen, doch für viele wurde sie zur Falle! Mit gefälschten Internet-Seiten versuchen Betrüger von der Corona-Krise zu profitieren. Besonders perfide: gefälschte Seiten, die offenbar die Daten der Antragssteller abgreifen wollen, um so Kohle mit Soforthilfe zu machen. Weil die Betrugsversuche überhand nahmen, stoppte das NRW-Wirtschaftsministerium am Donnerstag vorerst die Auszahlungen der Corona-Soforthilfe. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt am Mittwochabend gefallen, heißt es. >> HIER LIEST DU, WIE DU NICHT AUF DIE BETRÜGER REINFÄLLST!

11.48 Uhr: Entscheidung über Maßnahmen nächsten Mittwoch

Auf die Frage, ob und wann die aktuellen Maßnahmen gelockert werden, erklärt Laschet: „Entscheidungen über die weiteren nötigen Maßnahmen fallen erst am nächsten Mittwoch.“ Dann treffe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Die Studie in Heinsberg habe deutlich gemacht, wie wichtig das Einhalten der Hygienemaßnahmen ist. Aus Sicht von Laschet, sei es zu überlegen, inwieweit kleine Geschäfte wie z.B. Lebensmittelgeschäfte, die bisher geschlossen bleiben müssen, nicht auch die Hygiene-Bestimmungen gewährleisten können.

11.46 Uhr: Laschet: „Verhalten der Bürger ermutigt mich!“

Jetzt hat wieder Ministerpräsident Laschet das Wort: „Die Wissenschaftler sagen uns nicht, wie genau wir es machen sollen. Die Politik muss auf Basis unsicherer Daten Entscheidungen treffen. Wir arbeiten unter Unsicherheits-Bedingungen, Covid-19 ist eine neue Krankheit. Mich überzeugt, dass die Bürger verstanden haben, worauf es beim eigenen Verhalten ankommt und das ermutigt mich, die nächsten Entscheidungen zu treffen.

11.41 Uhr: Sterberate im Kreis Heinsberg geringer als in der Bundesrepublik

Die Wissenschaftler erläutern, dass im Kreis Heinsberg die Sterberate der Infizierten erstmals genauer benannt werden kann, weil man sich auf eine Gesamtzahl an Erkrankten bezieht. Sie liegt laut den Erkenntnissen der Studie bei 0,37 Prozent. Das ist fünfmal geringer als der bisher auf die Bundesrepublik Deutschland bezogene Wert von 1,98 Prozent, den die renommierte Johns-Hopkins-Universität in den USA benennt.

11.35 Uhr: Experte empfiehlt bis Ende 2020 restriktive Maßnahmen in Altenheimen und Krankenhäusern

Jetzt ist wieder Exner dran: „Auch in den Altenpflegeheimen und Krankenhäusern müssen wir weiterhin restriktive Maßnahmen aufrecht erhalten.“ Das wahrscheinlich noch bis Ende dieses Jahres oder so lange, bis eine Impfung gegen Covid-19 vorhanden ist, so Exner.

Gesichert sei laut Exner auch, dass sich das Coronavirus v.a. über Niesen und Husten übertragen. Umso wichtiger sei deshalb eine ausgeprägte Nies- und Hand-Hygiene, „die die Bevölkerung nun lernen muss“, sagte Exner. Tragen von Mundschutz könnte auch im Alltag sinnvoll sein und nötig werden.

11.30 Uhr: „Müssen lernen, mit dem Coronavirus zu leben“

„Wir müssen lernen, mit dem Coronavirus zu leben“, sagt Virologe Streeck. Bis dato seien etwa die Hälfte der ausgewählten Haushalte untersucht worden. „Die Daten können sich am Ende, wenn die Studie komplett ist, noch ein wenig verschieben. Die Dunkelziffer ist kein guter Faktor, um ein Infektionsgeschehen zu beschreiben.“ Die Einschätzung der Dunkelziffer hänge stark von der Zahl der vor Ort durchgeführten Coronatests ab. Streeck: „Wo viel getestet wird, wie im Kreis Heinsberg, wird die Dunkelziffer meist überschätzt.“

Prof. Exner ergänzt: „Bereiche mit den Hoch-Risiko-Gruppen müssen wir weiterhin besonders stark schützen, auch wenn andere Maßnehmen zurückgenommen werden.“ Der Infektionsforscher weiter: „Die Erfahrung der Krankheits-Verläufe zeigt, dass junge Menschen deutlich weniger gefährdet sind vor schweren Verläufen durch das Coronavirus.“

Gunther Hartmann, Professor für klinische Chemie am Uniklinikum Bonn, der ebenfalls an der Studie beteiligt ist, sagt: „Wer diese Krankheit überstanden hatte, hat eine Immunität.“

11.25 Uhr: Lockerung der Maßnahmen in Aussicht

Hendrik Streeck, der die Studie gemeinsam mit seinem Team durchgeführt hat, kann auf Grundlage der Ergebnisse eine Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen empfehlen. Der Bonner Virologe hat die Bekämpfung der Pandemie in vier Phase eingeteilt. Wir befinden uns demnach in Phase 1, der strengen gesellschaftlichen Quarantänemaßnehmen. Ein Übergang in Phase 2, der Aufweichung der Maßnahmen in bestimmen Bereichen bei gleichzeitiger Beachtung von gelernten Hygienemaßnahmen sei durchaus möglich. Das müsse allerdings die Politik entscheiden. „In Deutschland stellt man eine hohe Disziplin fest in der Einhaltung dieser Maßnahmen“, ergänzt Prof. Exner.

Gleichzeitig bedeutet die Phase 2 auch, dass in den Bereichen, wo eine hohe Letalitätsgefahr herrscht, zum Beispiel in Krankenhäusern und Seniorenheimen, dass wir diese Bereiche weiter schützen müssen.“ Maßnahmen in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens können hochgefahren werden, wenn die Menschen die Hygienemaßnahmen weiter ernst nehmen, empfiehlt Exner. Landrat Stephan Pusch lobt die politischen Maßnahmen der Landespolitik und fasst zusammen: „Wir sind an einer Katastrophe vorbeigeschlittert.“

Phase 4 wäre übrigens ein öffentliches Leben, wie es vor der Pandemie war. Das ist aber bis zum Eintreffen einer Impfung nicht zu erwarten.

11.10 Uhr: Ergebnisse der Corona-Studie aus Heinsberg liegen vor – 15 Prozent der Einwohner infiziert

Zu Stunde werden in einer Pressekonferenz die vorläufigen Ergebnisse einer Corona-Studie in Gangelt (Kreis Heinsberg) vorgestellt. Daraus könnte die Politik wichtige Erkenntnisse zu weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ziehen. Mit dabei NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Heinsberger Landrat Stephan Pusch, der Virologe Hendrik Streeck und Infektionsschutzexperte Prof. Martin Exner.

An der Studie haben 1.000 Menschen aus der Gemeinde Gangelt teilgenommen, Fragebögen ausgefüllt, Abstriche aus dem Mund- und Rachenraum entnommen und Blutproben für Antikörper-Tests abgegeben. Erstes Ergebnis: 15 Prozent aller Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Somit wären auch 15 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus. Die Studie könnte wegweisend für die Entscheidung zur Lockerung der Corona-Maßnahmen in NRW haben.

09.57 Uhr: NRW stoppt wegen Fake-Internetseiten Auszahlung von Soforthilfen

Das NRW-Wirtschaftsministerium stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Internetseiten die Soforthilfe-Auszahlungen. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt am Mittwochabend gefallen. Demnach haben Betreiber auf Fake-Seiten mit gefälschten Antragsformularen Daten abgefischt und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften genutzt.

Daraufhin habe das Land die Bezirksregierungen angewiesen, die weitere Auszahlung der Gelder vorerst auszusetzen. Die Antragstellung sei davon nicht berührt: Kleinunternehmer und Selbständige könnten weiterhin auf der offiziellen Seite die NRW-Soforthilfe beantragen.

09.40 Uhr: Laschet nennt Kriterium für Lockdown-Öffnung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. „Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“. Und weiter: „Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen.“

Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Mittwoch sagte er: „Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt.“ Mit Blick auf den Einzelhandel betonte Laschet, dass der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, „nicht viel länger andauern darf, wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen“.

Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. „Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen.“ Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

09.10 Uhr: Landesgartenschau in Kamp-Lintfort soll planmäßig eröffnen

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort will am 20. April wie geplant eröffnen. Jedenfalls halten die Organisatoren nach wie vor an diesem Termin fest. Endgültig entschieden werden soll nach Ostern.

08.30 Uhr: Landesbetrieb appelliert vor Ostern: „Nicht Wanderhotspots anfahren“

Der Landesbetrieb Wald und Holz appelliert mit Blick auf das Osterwochenende an Wald-Besucher. Gegen Waldspaziergänge sei nichts einzuwenden. Besucher sollten aber „bitte nicht die üblichen bekannten Wanderhotspots anfahren: Ausflugslokale und andere Attraktionen sind ohnehin geschlossen. Bitte neue, wenig frequentierte Gebiete besuchen“.

08.00 Uhr: Flughafen Münster-Osnabrück beantragt Mitarbeiter-Kurzurlaub

Am Flughafen Münster-Osnabrück sind alle Terminals geschlossen. Die verbleibenden Flüge werden am Gate 3b abgefertigt, teilt der Flughafen mit. Für die Mitarbeiter wurde rückwirkend zum 1. März Kurzarbeit beantragt.

07.25 Uhr: Duisburg eröffnet zentrales Sichtungs- und Probezentrum

Die Stadt Duisburg eröffnet am Donnerstagvormittag ein zentrales Sichtungs- und Probezentrum an der Schauinsland-Reisen-Arena in Wedau. Duisburger, die vom Hausarzt zu einem Corona-Test geschickt werden, können sich ab diesem Donnerstag nur noch dort untersuchen lassen. Die drei bisherigen Sichtungsstellen und das Corona-Testzentrum der Stadt sind ab heute geschlossen.

06.55 Uhr: Mettmann: Weitere 33 Bewohner von Flüchtlingsheim infiziert

In einer Flüchtlingsunterkunft in Mettmann bei Düsseldorf haben sich weitere 33 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Stadt mitteilte, wurden nach einem Krankheitsfall vorige Woche nun alle 88 Bewohner getestet. Die Betroffenen wurden nun auf zwei Unterkünfte verteilt. Auch die negativ getesteten Bewohner sind unter häuslicher Quarantäne, berichtete die Stadt.

06.20 Uhr: Polizei NRW rüstet bei Schutzausrüstung auf

Die Polizei in NRW rüstet in Sachen Schutzausrüstung auf: Für rund 19 Millionen Euro sollen unter anderem 6 Millionen Atemschutzmasken, 20 Millionen Handschuhe und 78.500 Liter Desinfektionsmittel gekauft werden. Das geht aus einer Vorlage der Landesregierung an den Haushalts- und Finanzausschuss vor.

06.00 Uhr: Studienergebnisse zum Kreis Heinsberg erwartet

Ministerpräsident Armin Laschet erhält heute vom Bonner Virologen Hendrik Streeck Zwischenergebnisse der Coronavirus-Feldstudie über den Kreis Heinsberg. Laschet, Streeck und der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch (CDU), wollen darüber in einem Presse-Briefing in Düsseldorf informieren.

04.20 Uhr: Landtag soll in Sondersitzung über Pandemie-Gesetz entscheiden

Das umstrittene „Epidemiegesetz“ der Landesregierung soll deutlich entschärft werden. Die schwarz-gelbe Koalition rang am Mittwoch über mehrere Stunden mit den Fraktionsspitzen von SPD und Grünen, um eine grundlegende Änderung im Konsens zu erreichen. Am späteren Abend gab es grünes Licht. Am Mittwoch soll der Landtag NRW in einer Sondersitzung beschließen.

0.15 Uhr: LKA warnt vor Fake-Hilfsportalen

Das Landeskriminalamt NRW warnt vor gefälschten Corona-Soforthilfe-Internetseiten. „Skrupellose Betrüger versuchen damit von der Corona-Krise zu profitieren“, teilte das LKA mit. Täter würden die Fake-Internetseiten u.a. prominent über Werbeanzeigen in Suchmaschinen platzieren. Soforthilfe könnten Unternehmer nur über die Seite https://soforthilfe-corona.nrw.de beantragen. Antragssteller seien auf Webseiten geleitet worden, „die offensichtlich die Daten der Antragsteller abgreifen wollten“, hieß es.

Mittwoch, 8. April

21.10 Uhr: Geschäfte und Betriebe schon bald wieder auf?

Der stellvertretende NRW-Ministerpäsident Joachim Stamp (FDP) glaubt an eine baldige Normalisierung für die Betriebe und Geschäfte in Nordrhein-Westfalen: Man werde prüfen, mit welchen hygienischen Auflagen Betriebe wieder in die Produktion gehen können, sagte er der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (NRZ).

Und: „Ich bin der Überzeugung, dass auch zahlreiche Geschäfte Ende des Monats wieder öffnen können, wenn sichergestellt ist, dass dort die gleichen Regeln eingehalten werden wie in Supermärkten", betonte der NRW-Minister für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration. Es sei mit großer Verantwortung verbunden, "dass wir einerseits Ansteckungsrisiken weiter minimieren, aber auch andererseits keine existentiellen Schäden verursachen durch Maßnahmen, die nicht zwingend notwendig sind".

19.54 Uhr: Erste Erntehelfer werden am Donnerstag eingeflogen

Inmitten der Corona-Krise werden am Donnerstag erste Erntehelfer nach Deutschland eingeflogen. Es kommen Arbeiter mit Sonderflügen der Lufthansa-Tochter Eurowings - bislang sind zwei Landungen am Flughafen Düsseldorf sowie eine am Flughafen Berlin-Schönefeld bestätigt. An den darauffolgenden Tagen werden auch Flüge in Karlsruhe erwartet. Wie viele Menschen in den Fliegern sitzen werden, wurde zunächst nicht bekannt. Die Helfer werden unter anderem dringend für die Spargelernte gebraucht.

Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise die Ausreise mit dem Flugzeug. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am vergangenen Donnerstag geeinigt, 80 000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40 000 Menschen kommen.

Insgesamt seien schon etwa 20 000 Erntehelfer registriert, sagte am Mittwoch eine Pressesprecherin der Fluggesellschaft Eurowings in Köln. Sie kämen nicht nur aus Rumänien, sondern zum Beispiel auch aus Polen und Bulgarien.

19.12 Uhr: Weiterer Corona-Patient in Essen verstorben

Wie die Stadt Essen am Abend mitteilt, ist ein weiterer Infizierter verstorben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erlag der 85-jähriger Essener der Erkrankung.

„Der Patient hatte erhebliche Vorerkrankungen und wurde bereits stationär behandelt“, so die Stadt. Somit sind in Essen 21 Menschen an dem Coronavirus verstorben.

18.46 Uhr: Supermarkt-Neueröffnung in Dortmund sorgt für Chaos

Gerade erst hatte am Mittwoch der türkische Supermarkt in der Dortmunder Nordstadt eröffnet, da musste er schon wieder dicht machen. Nach der Eröffnung waren zahlreiche Menschen in das Geschäft geströmt, drängten sich dicht an dicht durch die Gänge. Polizei und Ordnungsamt lösten das Chaos auf. Nachdem die Corona-Auflagen erfüllt worden waren, durfte der Supermarkt wieder öffnen.

18.08 Uhr: Geplantes NRW-Pandemie-Gesetz soll entschärft werden

Das geplante Pandemie-Gesetz für Nordrhein-Westfalen mit weitreichenden Befugnissen für die Landesregierung in der Corona-Krise könnte in wesentlichen Punkten entschärft werden. So werde der besonders strittige Passus zur Zwangsverpflichtung von Ärzten und Pflegern im Katastrophenfall wohl gestrichen, verlautete am Mittwoch aus Fraktionskreisen. Stattdessen könnte es ein Freiwilligenregister geben. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Diese Korrekturen hatte die Opposition gefordert. Die SPD hatte angekündigt, dem Gesetz nur zustimmen, wenn Zwangsverpflichtungen von medizinischem Personal gestrichen würden. Auch Rechtsexperten hatten bei diesem Punkt Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit geäußert.

Die Fraktionsspitzen von CDU, FDP, SPD und Grünen verhandelten seit Mittwochnachmittag über Korrekturen an dem Gesetz. Es soll am Donnerstag in einer Landtags-Sondersitzung verabschiedet werden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) möchte eine möglichst einstimmige Verabschiedung im Landtag erreichen. Die AfD wurde nicht an den Verhandlungen beteiligt.

17.27 Uhr: NRW will Besuche in Altenheimen erlauben – Experte mit deutlichen Worten

Bewohner der nordrhein-westfälischen Pflegeheime sollen trotz Corona-Krise möglichst bald wieder Besuch empfangen dürfen. Er habe bei Wissenschaftlern der Hochschule für Gesundheit in Bochum Vorschläge für kurzfristige Lösungen in Auftrag gegeben, kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an. Wie und wann das umgesetzt werden könne, sei aber noch offen.

„Das sind ja alles Menschen mit einer ohnehin noch sehr verkürzten Lebenserwartung“, sagte Laumann zur Situation in den Pflegeheimen. „Wir müssen alles daran setzen, dass diese Menschen ihre restliche Lebenszeit nicht in Isolation verbringen müssen.“ Die rigorosen Besuchssperren seien sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für ihre Angehörigen sehr belastend.

Bei Überlegungen zu Exit-Stragien aus corona-bedingten Einschränkungen bleibe die Situation hochbetagter vorerkrankter Menschen meist außen vor, kritisierte der Gesundheitsminister. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bezeichnete Exit-Strategien in diesem Bereich hingegen als „hochgefährlich“, da ein ausreichender Grundschutz in den Altenheimen und der ambulanten Pflege fehle. „Es wäre lebensgefährlich für Menschen der Hochrisikogruppe, hier falsche Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken“, warnte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in einer Mitteilung. „Das Erreichte wird aufs Spiel gesetzt.“ Nötig seien stattdessen mehr Personal, Geräte sowie Corona-Tests für alle Heimbewohner mit Grippe-Symptomen.

Gesundheitsminister lehnt Aufnahmestopp ab

Trotz der angespannten Situation lehnt Laumann einen Aufnahmestopp für Pflegeheime in NRW weiterhin ab. „Wir müssen die Heime für neue Fälle offen halten“, bekräftigte er. Für viele Menschen gebe es auf Grund ihrer schweren Erkrankungen - etwa infolge eines Schlaganfalls - gar keine Alternative zur stationären Pflege. „Auch Krankenhausbetten können nur frei werden, wenn man diese Menschen unterbringen kann.“

NRW gehe dabei bewusst andere Wege als Bayern oder Niedersachsen. Wegen des Todes mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Heimen hatten diese Bundesländer einen Aufnahmestopp verhängt. „Ich will das aber, wenn es eben geht, weiter nicht“, sagte Laumann.

Auch pauschale Ausgangsbeschränkung für ältere Menschen aufgrund der Coronavirus-Pandemie lehnt der 62-Jährige ab. „Das Lebensalter sagt nicht alles über den Gesundheitszustand eines Menschen aus“, stellte Laumann fest. Es gebe mit Sicherheit 70-Jährige, die in besserer Verfassung seien, das Virus zu überstehen als mancher 50-Jährige. „Eine Ausgangssperre vom Lebensalter abhängig zu machen, finde ich problematisch“, sagte Laumann. Auch für Ältere gelte das Recht auf Selbstbestimmung.

17.14 Uhr: Todeszahlen steigen, aber die Zahl der Genesenen

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in NRW weiter auf nun 22 849 bestätigte Fälle gestiegen. Das berichtete das Gesundheitsministerium am Mittwoch (Stand 16.00 Uhr). Am Dienstagnachmittag waren es 21 825 registrierte Infizierte. Die Todesfälle im Land nahmen von 363 auf 413 gemeldete Verstorbene zu. Die Zahl der Genesenen kletterte in Nordrhein-Westfalen binnen eines Tages von 8858 Personen auf aktuell 9875 bestätigte Fälle.

Die Verdopplung der Infektionszahlen - und damit die Dynamik der Corona-Krise - verlangsamt sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums. Stark betroffen waren die größte NRW-Stadt Köln, der Kreis Heinsberg sowie Aachen mit der Städteregion Aachen. Dem Ministerium zufolge basieren die Angaben auf behördlichen Meldungen aus den Städten und Kreisen.

Aus dem Integrationsministerium hieß es auf Anfrage, in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes seien bis Mittwoch 47 Flüchtlinge positiv auf den Erreger getestet worden. Je einen Fall habe es in Kerpen und Schleiden gegeben, 45 Infizierte in Euskirchen. Die Betroffenen seien isoliert worden. Grundsätzlich seien in den Einrichtungen Quarantäne-Bereiche und umfassende hygienische Schutzmaßnahmen vorgesehen. Aus den Flüchtlingsheimen der Kommunen war kürzlich ein Fall in Mettmann gemeldet worden.

16.02 Uhr: Tempo-Sünder sollen es diesen Car-Freitag schwer haben

Für die Tuning- und Raser-Szene ist der Karfreitag jeher ein besonderer Feiertag: Bei Rennen gefährden die Fahrer das eigene und das Leben anderer. Durch den ausbleibenden Ferienverkehr und das geringe Verkaufskommen sind die Straßen in NRW wenig befahren – eine Spielwiese für alle Tempo-Sünder. Die Polizei Duisburg will gewohnt hart durchgreifen: Am Karfreitag und dem kompletten Osterwochenende werden vor allem „im Bereich der Hamborner L1 (Duisburger- und Weseler Straße) Kontrollen“ durchführt.

Einige Kfz-Mechaniker stehen den Beamten bei, um verbotene Tuning-Maßnahmen direkt auffliegen zu lassen. Bei Verstößen drohen Anzeigen, Bußgelder und Fahrverbote.

„In Zeiten von Corona und des nach wie vor geltenden Kontaktverbots werden die Ordnungshüter auch ein Auge darauf haben, dass Fahrzeuge nur mit maximal zwei Personen besetzt sind. Verstöße wird die Polizei konsequent verfolgen“, teilt die Polizei Duisburg mit.

2019 kontrollierte die Duisburger Polizei an Karfreitag insgesamt etwa 1300 Fahrzeuge, stoppte 166 Raser und stellte drei unzulässig getunte Autos sicher.

15.31 Uhr: NRW bestellt 29 Millionen Schutzmasken bei Bielefelder Firma

Nordrhein-Westfalen lässt in der Corona-Krise Schutzmasken von einem Bielefelder Unternehmen produzieren. Der Automobilzulieferer DFA habe den Auftrag über rund 29 Millionen Masken erhalten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Täglich würden 320 000 Stück für NRW gefertigt. Das Land bezahle für den Auftrag rund 17 Millionen Euro. Die Masken sollen vorrangig an Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für behinderte Menschen verteilt werden.

Die Firma DFA beliefert normalerweise VW, Daimler, BMW oder Audi mit Produkten die zur Schalldämmung in den Autos eingesetzt werden. Wegen Auftragsmangels hat sie ihre Produktion im vergangenen Monat auf Atemschutzmasken umgestellt. Aktuell heißt es auf der Homepage des Unternehmens: Durch Großaufträge der öffentlichen Hand sei „ein Großteil unserer Produktionskapazität quasi ausverkauft“. Laumann zufolge strebt DFA eine Wochenkapazität von 3,5 Millionen Masken an. Voraussichtlich bis Ende Mai würden die Schutzmasken in Einzelteilen geliefert. Anhand einer beiliegenden Anleitung ließen sie sich jedoch im Handumdrehen zusammensetzen.

Die Masken aus Bielefeld seien aber nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ sagte Laumann. Das Land sei dabei, weitere Unternehmen für die Maskenproduktion zu finden. NRW wolle einen „erheblichen Anteil der Produktion von Schutzkleidung“ im eigenen Land fertigen. Denn auf den internationalen Märkten gebe es in vielen Bereichen „Wild West“-Methoden. NRW habe bereits 3,7 Millionen Schutzmasken landesweit ausgeteilt.

Zuvor war bekannt geworden, dass das Bundesland einem millionenschweren Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken aufgesessen war. Zwei Vertriebsfirmen sollten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an NRW liefern. Einen Großteil des schon gezahlten Geldes hat NRW zurückbekommen.

15.01 Uhr: Verdoppelung der Corona-Infektionen NRW verlangsamt sich weiter

Die für die Berechnung der Dynamik der Corona-Krise wichtige Verdoppelung der Infektionszahlen verlangsamt sich in Nordrhein-Westfalen weiter. Sie liege jetzt bei zwölf Tagen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Sollte diese Dynamik so bleiben, gäbe es in NRW aber am Ende dieses Monats 164 000 Corona-Infizierte. Ziel sei es, auf einen Verdoppelungszeitraum von 16 Tagen zu kommen. Dann wären es rund 97 000 Infizierte. Anfang April hatte Laumann gesagt, dass er auf einen Verdoppelungszeitraum von 12 bis 15 Tagen hoffe.

Die Landesregierung befürchtet bei zu hohen Infektionszahlen eine Überlastung des Gesundheitssystems. Das „Nadelöhr“ seien die Beatmungsgeräte, sagte Laumann. Schätzungen zufolge brauchten etwa 2,5 Prozent der Corona-Infizierten Beatmung - bei 164 000 Infizierten wären das bereits 4100 Beatmungspatienten. Die Krankenhäuser bauten die Zahl der Beatmungsplätze aber weiter aus, so Laumann. Gab es Mitte März noch rund 4200, seien es derzeit schon knapp 5000.

Derzeit liegen nach Angaben Laumanns in den NRW-Krankenhäusern rund 680 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Von ihnen müssten 547 beatmet werden.

14.10 Uhr: Laumann: Todesrate in Deutschland die geringste in Europa

Die Todesrate in Deutschland sei europaweit mit weitem Abstand die geringste, sagte NRW-Gesundheitsminister Laumann. Sie liege bei 1,8 Prozent der bestätigten Fälle. Schon in den Niederlanden liege diese bei knapp unter zehn Prozent.

13.25 Uhr: Pflegeheim-Bewohner sollen bald Besuch empfangen dürfen

Pflegeheim-Bewohner in NRW sollen bald wieder Besuch empfangen dürfen. Er habe bei mehreren Wissenschaftlern Praxisvorschläge in Auftrag gegeben, wie das Leben in den Heimen trotz Virus aufrechterhalten werden könne, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

12.30 Uhr: Flughafen Düsseldorf nur 5 Prozent Verkehrsaufkommen

Wegen der Corona-Pandemie hat der Flughafen Düsseldorf nur fünf Prozent des üblichen Verkehrsaufkommens. In 70 Kilometer entfernten Weeze gibt es vorerst keine regulären Flüge. An den Airports herrscht Leere.

11.55 Uhr: NRW-Abiturprüfungen ab 12. Mai

Die wegen der Corona-Krise verschobenen schriftlichen Abiturprüfungen in NRW können nach derzeitiger Einschätzung des Schulministeriums vom 12. Mai an starten. Das sagte Schulstaatssekretär Matthias Richter am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Auch in den anderen Bundesländern könnten die schriftlichen Abiprüfungen vermutlich abgehalten werden. Für NRW gehe er davon aus, dass die Prüfungen unter der Beachtung des Infektionsschutzes durchgeführt werden könnten.

11.03 Uhr: Laschet-Ausraster im ZDF mit Dunya Hayali

Am Mittwochmorgen war Ministerpräsident Laschet per Videoschalte in das ARD-Morgenmagazin zugeschaltet. Dort interviewte ihn Moderatorin Dunja Hayali. Hayali sagte, sie habe den Eindruck, Bayern gebe in der Corona-Krise den Takt vor, Bund und Länder würden nur folgen. Angesprochen auf seine, im Vergleich zu Söder schwachen Umfragewerte, wurde Laschet pampig: „Ich weiß nicht, ob das Ihr Ernst ist, Frau Hayali, das Sie angesichts dieses Themas Umfragewerte messen. Ich kümmere mich darum, dass wir gut durch diese Krise kommen.“

Und weiter: „Das mag ein journalistisches Geschäft sein, über Umfragen zu spekulieren. Wissen Sie, wenn Sie abends ins Bett gehen und an Corona denken und morgens aufstehen und schon wieder an Corona denken, da finde ich solche Fragen absurd!“

Armin Laschet verteidigt seine Krisenpolitik

Laschet verteidigte seine Krisenpolitik noch weiter: Er sei einer der ersten gewesen, der ein Szenario für die Rückkopplung der Maßnahmen gefordert habe. Der Ministerpräsident weiter: „Ich vermag nicht zu erkennen, wo Sie hier besondere Probleme in NRW sehen.“

10.40 Uhr: Zahl der Toten in NRW steigt auf 408

Das NRW-Gesundheitsministerium hat neue Zahlen zu den bestätigten Corona-Infektionen veröffentlicht. Demnach wurden 22.669 Menschen positiv getestet. 408 sind durch das Coronavirus gestorben. 9.636 vormals Infizierte gelten als genesen.

09.40 Uhr: Laschet kontert Söder! „Sehe keine Maskenpflicht für Deutschland“

Ministerpräsident Laschet kontert seinen bayrischen Kollegen Markus Söder (CSU) in der Causa Maskenpflicht. Laschet im ZDF: „Eine Maskenpflicht für ganz Deutschland sehe ich derzeit nicht.“ Söder hatte sich für eine schrittweise Lockerung der öffentlichen Beschränkungen unter strengen Auflagen ausgesprochen und eine Maskenpflicht als „sehr wahrscheinlich“ bezeichnet.

Laschet betont dagegen, er setze bei einer Entscheidung über Maßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienevorkehrungen auf das Ergebnis einer Studie im besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg.

08.50 Uhr: Waldbauernverband warnt

Der Waldbauernverband NRW mahnt, beim Osterspaziergang im Wald „auf Abstand“ zu bleiben – auch mit Blick auf Bäume: Spaziergänger sollen auf Anpflanzungen Rücksicht nehmen und diese nicht betreten. Der Verband weiter: „Trockene Bäume und trockene Äste können unvermittelt herabfallen. Auch ist die Waldbrandgefahr jetzt besonders hoch. Rauchen und offenes Feuer müssen unterbleiben.“

07.55 Uhr: Laschet äußert sich über Verschiebung der Kommunalwahlen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht eine Verschiebung der Kommunalwahlen in NRW wegen der Corona-Krise kritisch. Laschet zum „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Wahlen sind in einer Demokratie mit die höchsten Güter, die verschiebt man nicht mal eben leichtfertig.“ Die Kommunalwahlen sind für den 13. September geplant.

Eine reine Briefwahl, wie zuletzt in Bayern, sei für NRW keine Option. Das Innenministerium dazu: „Nach dem derzeit geltenden Kommunalwahlgesetz ist eine reine Briefwahl - also ohne gleichzeitige Urnenwahl - nicht zulässig.“

06.45 Uhr: Horror-Zahlen aus NRW

NRW ist weiterhin eines der vom Coronavirus meist betroffenen Bundesländer. Bis Mittwochmorgen hat das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands fast 22.000 Infizierte und 363 Tote zu verzeichnen.

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