Coronavirus in NRW: Mutter mit Kindern meldet sich aus Quarantäne – „Die Angst, die ich mir mache...“

Das Coronavirus hat NRW erreicht.
Das Coronavirus hat NRW erreicht.
Foto: dpa

Gangelt. „Wir könnten infiziert sein, hat man uns gesagt“, erzählt eine Mutter gegenüber DER WESTEN.

Bis zum 9. März steckt die Familie aus Gangelt im Kreis Heinsberg mit zwei Kindern im Kindergartenalter wegen des Coronavirus in häuslicher Quarantäne.

Seit Dienstag ist bekannt: Das Coronavirus ist in NRW angekommen. Bei einem Paar aus der Gemeinde im Kreis Heinsberg wurde das Virus als erstes festgestellt. Der Zustand des 47-jährigen Mannes ist kritisch.

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Seine Frau arbeitet in einem Kindergarten im Kreis Heinsberg. Als am Dienstag bekannt wurde, dass sie am Coronavirus erkrankt sein könnte, wurden die Eltern informiert. „Am Abend hat uns die Kindergartenleitung angerufen, dass der Kindergarten am Mittwoch geschlossen bleibt“, erzählt die Mutter, die anonym bleiben will.

Coronavirus: Mutter in Quarantäne – „Wir hatten direkten Kontakt“

Am Mittwochabend habe ein Mitarbeiter des Kreises Heinsberg angerufen, dass die Familie bis zum 9. März in häuslicher Quarantäne bleiben soll. Die Sorge: Die Patientin, die im Uniklinikum Düsseldorf untergebracht ist, könnte die Kinder oder Eltern infiziert haben.

„Wir hatten in den letzten zwei Wochen direkten Kontakt zu den beiden“, erzählt die Mutter. Das erkrankte Paar wohne nicht weit entfernt. „Man kennt sich hier.“

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Doch getestet wurden bislang weder die Kinder noch die Eltern. Der Kreis Heinsberg habe den Betroffenen mitgeteilt, dass Tests erst durchgeführt werden, wenn das Fieber ansteige. Das bestätigte ein Kreissprecher auf Anfrage. Zweimal am Tag sollen die Eltern bei ihren Kindern Fieber messen.

„Ich finde es bedenklich, dass die Kinder nicht getestet wurden“, sagt die Frau aus Gangelt. Schlecht fühle sich in der Familie bislang aber niemand.

„Wir müssen das jetzt irgendwie überstehen“

„Wir haben keine Angst“, erzählt die Mutter. „Die Angst, die ich mir mache, ist dass ich andere angesteckt habe.“ Die Familie habe in den vergangenen Tagen etliche Kontakte gehabt, Freunde und Verwandte besucht, Karneval gefeiert.

Wegen der Quarantäne wird die Familie nun von außerhalb mit Einkäufen versorgt. Wie sich die Familie mit zwei Kindern in den nächsten Wochen in Quarantäne beschäftigen will, ist noch unklar. „Wir müssen das jetzt irgendwie überstehen“, sagt die Mutter.

 
 

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