Coronavirus in NRW: Apotheker räumt mit Mythos auf – SO kannst du dich wirklich schützen

Das ist das Coronavirus

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Auch Deutschland ist eines der am stärksten von dem Virus betroffenen Länder.

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NRW. Immer mehr Fälle des Coronavirus werden in NRW gemeldet. Besonders schilmm betroffen: der Kreis Heinsberg.

Die Gesundheitsbehörden im Land sind alarmiert, etliche Großveranstaltungen fallen aus oder stehen auf der Kippe, um die Verbreitung des Coronavirus aufzuhalten.

Auch die Menschen in NRW haben auf den bestätigten Coronavirus-Fall reagiert: In vielen Apotheken sind Desinfektionsmittel und Schutzmasken bereits ausverkauft – nichts mehr da! Doch: Der Mundschutz aus der Apotheke hilft gegen die eigene Ansteckung eigentlich nichts. Wir erklären dir, wie du dich richtig schützen kannst.

Virologe: So schützt du dich vor dem Coronavirus
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Coronavirus in NRW: So kannst du dich schützen

Der Ansturm auf die Schutzmasken in den Apotheken in NRW ist inzwischen so groß, dass Hersteller die Ware kontingentieren. Das heißt: Nur noch operierende Kliniken werden damit ausgestattet. Ein Indiz dafür, dass die Verunsicherung unter den Menschen in NRW groß ist. Der Griff zur Atemschutzmaske ist jedoch die falsche Reaktion, wie Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes in NRW erklärt.

„Ein Mundschutz wird nicht empfohlen. Man kann sich selbst damit nur minimal schützen.“ Sinnvoll sei der Einsatz lediglich bei bereits erkrankten Patienten. Bei ihnen könnte der Mundschutz verhindern, weitere Personen anzustecken.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) rät vom Mundschutz ab. Es geben „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert.“ Im Gegenteil: Durch das Tragen der Maske könne gar ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugt werden, wodurch andere Hygienemaßnahmen vernachlässigt werden könnten. Auch das RKI sieht einen sinnvollen Einsatz der Masken lediglich bei Personen, die bereits infiziert sind.

Zudem müssten die Masken, sobald sie von der Atemluft feucht geworden sind, eigentlich getauscht werden, da sie ab diesem Zeitpunkt keinen geeigneten Schutz mehr bieten.

Wichtiger als Atemschutzmaske: Hygieneregeln!

Obwohl die Masken in vielen Apotheken ausverkauft sind, ist der Schutzfaktor nur marginal - doch was hilft wirklich? „Viel wichtiger sind grundlegende Hygieneregeln“, so Preis. Dazu zählt unter anderem regelmäßiges Hände waschen, die Nutzung von Desinfektionsmitteln oder sich nicht mit der Hand ins Gesicht oder den Mund zu fassen.

„Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (ca. 1 bis 2 Meter)“, erklärt das RKI auf seiner Webseite. Gute Husten- und Nies-Etikette heißt dann zum Beispiel: Lieber in den Ellbogen husten und niesen, als in die Hände. Damit wird verhindert, dass sich Erreger durch Händeschütteln weiter verbreiten.

„Gerade bei Türklinken oder Haltegriffen in öffentlichen Gebäuden ist die Übertragungsgefahr für Viren immer sehr hoch“, so Thomas Preis. Auch hier hilft lediglich: Regelmäßig die Hände waschen!

Grippeimpfung unbedingt nachholen oder auffrischen lassen!

„Wichtig ist es, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Ältere Menschen sollten sich zudem auch gegen Lungenentzündungen impfen lassen“, ergänzt der Apotheker. Der Schutz vor weiteren Infektionen sollte so hoch wie möglich gehalten werden.

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Das hat mehrere Gründe: „Zum einen erleichtert es natürlich die Diagnosestellung, wenn jemand mit Symptomen des Corona-Virus bereits gegen Grippe geimpft ist. Zum anderen entlastet jede Grippeinfektion, die weniger behandelt werden muss, natürlich die Krankenhäuser und das Gesundheitssystem.“ Es gehe jedoch auch um den Selbstschutz. An Grippe und Corona gleichzeitig zu erkranken, sei für den Körper meist „nicht mehr auszuhalten“.

Menschenmassen meiden?

Viele Menschen fragen sich aufgrund der vermeintlich erhöhten Ansteckungsgefahr: Sollte ich große Menschenmassen jetzt besser meiden? Auch dazu hat Thomas Preis einen Ratschlag.

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„Im Arbeitsbereich und bei Veranstaltungen sollten Räume gut durchlüftet gehalten werden, damit Viren nicht so leicht übertragen werden. Frische Luft ist wichtig!“ Eine Empfehlung, große Menschenansammlungen zu meiden, gebe es bislang aber nicht.

Keine Angst vor Waren aus China

Bei eBay oder Amazon können schon einmal Waren aus Fernost im digitalen Einkaufswagen landen – Sorgen um eine Ansteckung musst du dir dabei allerdings nicht machen. Die Übertragung des Virus erfolgt primär über Sekrete, „eine Übertragung über unbelebte Oberflächen“ sei laut RKI bislang jedoch nicht dokumentiert. Eine Infektion über „importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint daher unwahrscheinlich.“

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Auch Thomas Preis ist sich sicher: „Bei Waren aus diesen Ländern kann man davon ausgehen, dass sie auf den Oberflächen nicht mehr vorhanden sind.“

Vorsicht vor Netz-Tipps

Im Netz und den Sozialen Medien finden sich zahlreiche Hinweise zur Bekämpfung des Coronavirus. Doch Vorsicht: Nur die wenigsten davon sind hilfreich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf ihrer Webseite einige der vermeintlichen Hilfsmittel gegen das Virus bereits als Fake-News enttarnt:

  • UV-Lampen und Handtrockner können Hände nicht sterilisieren oder das Virus abtöten
  • Sich mit Alkohol oder Chlor einzusprühen tötet nicht die Viren, die sich bereits im Körper befinden
  • Bisher gibt es keine Beweise, dass Hunde oder Katzen mit dem Coronavirus infiziert werden können
  • Die regelmäßige Nutzung von Nasensprays hilft nicht gegen das Coronavirus
  • Knoblauch oder Sesamöl zu essen schützt nicht

Hier findest du die weiteren Hinweise der WHO. Alle Informationen rund um das Coronavirus findest du auch in unserem >>>Newsblog. (dav)

 
 

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