Ruhrgebiet: Nächste Corona-Welle in NRW schlägt hart zu – DIESES Phänomen macht sprachlos

Die Corona-Pandemie legt unser soziales Leben lahm. Hast du auch immer weniger Dinge, die du deinen Mitmenschen erzählen kannst? (Symbolbild)
Die Corona-Pandemie legt unser soziales Leben lahm. Hast du auch immer weniger Dinge, die du deinen Mitmenschen erzählen kannst? (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61

Redest du noch oder schweigst du schon? Seit Corona passiert in meinen Leben herzlich wenig. Meine Erlebnisse im Jahr 2020 im Ruhrgebiet könnten nicht mal eine DIN A4-Seite füllen. Der Gesprächsstoff versiegt immer mehr. In Video-Calls oder Telefonaten merke ich immer mehr die langen Pausen des Schweigens.

Den ersten Lockdown im Ruhrgebiet nahm ich noch als spannende Herausforderung an. Alles war neu, aufregend. Wir wurden ein paar Wochen im Frühling auf Reset gesetzt und konnten durchschnaufen. Ich verabredete mich per Skype, quatschte dort mit Freunden, trank gemeinsam mit ihnen ein Glas Wein und versuchte virtuell Gesellschaftsspiele am Bildschirm zu spielen.

Ruhrgebiet: Corona-Welle in NRW trifft uns hart - jetzt haben wir uns nicht mehr viel zu sagen

„Ja, ich trinke jetzt auch abends ein Feierabendbierchen auf dem Balkon“ oder „Wie? Du gehst immer noch ins Büro? Ich habe meinen Schreibtisch jetzt zuhause eingerichtet.“ Solche Satzfetzen wechselten sich mit denen über Dinge ab, für was man jetzt alles Zeit hat und was man nicht alles fleißig lernt.

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Doch das Neue wurde schnell langweilig und entpuppte sich als keine starke Alternative zum Sozialkontakt. Die Worte gingen mir aus. Der Input fehlt. „Na klar, das „Damengambit“ hab ich schon gesehen. Generell bin ich auch vom Netflix-Programm gelangweilt.“

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Im Ruhrgebiet spricht man Tacheles und redet nicht lange um den heißen Brei herum. DER WESTEN-Redakteurin Julia Scholz beschäftigt sich in der Kolumne „Da sachste, wat Sache ist“ mit aktuellen Themen, die die Menschen im Revier bewegen.

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Mir fehlen meine Freunde, Kultur und auch Freizeitaktivitäten, die wir gemeinsam unternehmen könnten. Natürlich weiß ich, dass das Luxusprobleme im Vergleich zu Existenzängsten und gesundheitlichen Auswirkungen in der Pandemie sind. Doch der zweite Lockdown im Winter war sicher für viele andere auch hart. Regelmäßige Treffen im Netz hatten ihre Hochzeit hinter sich, weil Gespräche oft nach dem einen Muster verliefen und Corona der ständige Gesprächsbegleiter war:

  • „Hey, schön dich zu hören. Wie geht es dir? Was gibt es Neues?“
  • „Ach ja, nicht viel. Hab in den letzten Wochen nicht viel erlebt. Arbeiten und zuhause sein halt. Scheiß Corona. Und du?“
  • „Ja, total mies. Bei mir sieht es ähnlich aus. Mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich will endlich wieder raus in eine Bar, Partys feiern, in den Urlaub…“
  • „Ohja, Urlaub! Aber was soll man jetzt groß planen?“
  • „Ja, man hat ja keine Gewissheit. Wer weiß schon, wie es in ein paar Monaten aussehen wird…“

Und an diesem Punkt sind wir bei der traurigen Erkenntnis angelangt: Corona ist keine Momentaufnahme, die nach ein paar harten Wochen wieder vorbei sein wird. Die verschobenen Konzerte aus 2020 werden auch am neuen Termin in diesem Jahr nicht stattfinden. Das weiß ich jetzt genau.

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Was ich außerdem gelernt habe: Wenn du in deiner Freizeit mehr Zeit für dich selbst hast, wirst du nicht automatisch produktiver. Vor allem, wenn du im Hamsterrad sitzt und schluchzt: „Was ich jetzt alles gerne unternehmen würde! Aber das ist ja alles noch möglich derzeit.“ Seufz!

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Hast du dir im Lockdown auch ein neues Hobby gesucht?

Nach einem Jahr der Jauchz- und anschließenden Seufz-Phase bin ich gerade auf Frühling gepolt. Vielleicht steckt da doch etwas Kreativität in mir. Wenn die Kultur nicht zu mir kommt, komm‘ ich halt zu ihr, dachte ich mir vor einigen Wochen und schnappte mir meine Gitarre, auf der ich seit 15 Jahren nicht mehr gespielt hatte. Ob meine Freunde allerdings beim nächsten Telefonat interessiert, wie gut ich die Akkorde meines Lieblingssongs greifen kann, wage ich zu bezweifeln. Aber da müssen sie jetzt durch...