Corona: Land NRW überweist fast 15 Millionen Euro für Atemschutz – dann der Schock

Das Land NRW saß mitten in der Corona-Krise einer Betrugsmasche auf.
Das Land NRW saß mitten in der Corona-Krise einer Betrugsmasche auf.
Foto: imago images/Future Image

Das Land NRW wäre in Zeiten des Coronavirus beinahe um 15 Millionen Euro betrogen worden.

Zunächst fiel das Land NRW einer besonders perfiden Masche zum Opfer. Es ging um das Coronavirus, eine riesige Menge Atemschutz-Masken und eine noch größere Menge Geld. Aber eins nach dem anderen.

Land NRW fiel mieser Masche zum Opfer

Laut der Staatsanwaltschaft in Traunstein (Bayern) soll das Ganze sich folgendermaßen abgespielt haben: Mitte März wurde dem Inhaber von Vertriebsfirmen in Hamburg und Zürich von Anbietern aus Asien die Lieferung von Atemschutz-Masken in großer Stückzahl angeboten. Der Geschäftsführer schaute sich zunächst in Deutschland nach Abnehmern um.

Daraufhin zeigte das Land Nordrhein-Westfalen großes Interesse. NRW wollte demnach 10 Millionen Masken für fast 15 Millionen Euro kaufen und überwies das Geld bereits an den Inhaber der Vertriebsfirmen. Die Übergabe der Masken sollte über einen Zwischenhändler in den Niederlanden erfolgen.

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Millionen-Beträge überwiesen

Der Geschäftsführer der Vertriebsfirmen überwies bereits 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Anbieter aus Asien – als Anzahlung. Daraufhin wurden in den Niederlanden schon 52 Lieferfahrzeuge bereitgestellt, die die Masken in Begleitung der Polizei nach NRW hätten bringen sollen. Doch die Masken wurden nie geliefert. Zuerst hatten die „OVB-Heimatzeitungen“ darüber berichtet.

Als der Inhaber der Vertriebsfirmen erkannte, dass er einem Betrug zum Opfer fiel, erstattete er am 30. März Strafanzeige. In dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft in Traunstein, weil der Firmen-Inhaber sich in Traunstein aufhielt, als das gesamte Debakel stattfand.

NRW erhält Großteil schon zurück

Der Firmen-Inhaber überwies bereits 12,3 Millionen Euro zurück an das Land NRW, berichten die Behörden. Von den 2,4 Millionen Euro, die er an die Täter als Anzahlung überwies, konnten Behörden mehrerer europäischer Länder immerhin schon mehr als zwei Millionen Euro im Ausland bei verschiedenen Banken einfrieren.

Neben der Staatsanwaltschaft Traunstein und den nationalen Behörden ermitteln in diesem Fall auch Interpol und Eurojust. (dhe)

 
 

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