Corona in NRW: Impfungen bald auch im Jobcenter möglich

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Die Corona-Zahlen in NRW steigen parallel zu den bundesweiten Zahlen auch weiter. Mittlerweile liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 21,6 (Stand: 31. Juli). Ein weiterer Anstieg ist zu erwarten. Doch trotzalledem sinkt die Nachfrage nach Impfungen weiter. Einige Städte reagieren nun darauf.

In unserem Live-Blog halten wir dich über alle neuen Corona-Entwicklungen rund um NRW auf dem Laufenden.

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Mittwoch, 4. August

18.15 Uhr: Land NRW will bald auch in Jobcentern impfen lassen

Nordrhein-Westfalen will künftig auch in Jobcentern Corona-Impfungen ermöglichen, berichtet die Rheinische Post (RP) . „Die Impfung muss so nah wie möglich zu den Menschen kommen“, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Zeitung zufolge am Mittwoch in Düsseldorf. Die Jobcenter seien dabei eine wichtige Adresse.

So wolle er eine Angebotslücke schließen und Menschen erreichen, die sich von bisherigen Angeboten noch nicht angesprochen gefühlt haben. Die Impfzentren stimmen die Organisation der Angebote laut Ministerium bei Bedarf mit den Jobcentern ab. Kunden werden dann von den Jobcentern über Impfangebote informiert. Auch Beschäftigte sollen sich dort impfen lassen können

8.02 Uhr: NRW-Kommunen fordern Klarheit für Impfzentren

Mit Blick auf Schüler- und Auffrischungsimpfungen fordern Nordrhein-Westfalens Städte und Kreise mehr Informationen vom Land, wie es mit den Impfzentren weitergehen soll. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy, der „Rheinischen Post“.

Dedy weiter: „Sollen die Städte große Impfzentren mit Kapazitäten von mehreren Tausend Impfungen am Tag weiter vorhalten? Sollen sie mobile Impfteams für Pflegeeinrichtungen und Schulen organisieren und koordinieren? Wie viel Personal müssen die Städte bereithalten, wer übernimmt die Kosten dafür?“

Das Land müsse jetzt entscheiden, welche Aufgaben die Städte bei den anstehenden Impfungen über den September hinaus wahrnehmen müssten, sagte Dedy. Sonst laufe man Gefahr, „dass die Impfkampagne weiter ins Stolpern kommt“.

Dienstag, 3. August

6.14 Uhr: 2,3 Millionen ungenutzte Impfdosen in NRW

Im nordrhein-westfälischen Zentrallager für die Corona-Impfstoffe liegen 2.308.780 Impfdosen, für die es in NRW aktuell keine Interessenten gibt. Das hat am Montag eine Inventur im Auftrag des Landesgesundheitsministeriums ergeben, wie das in Bielefeld erscheinende Westfalen-Blatt berichtet.

Die Zahl beinhaltet nicht die Dosen, die von den Impfzentren bestellt wurden und die aktuell für den Versand vorbereitet werden. Der Lagerbestand ist durch Zuweisungen des Bundes entstanden, die sich nach der Einwohnerzahl richten. Zu dem hohen Bestand hat das nachlassende Impfinteresse in Teilen der Bevölkerung geführt. „Im Moment ist aber kein Impfstoff im Lager vom Verfall bedroht“, sagte Ministeriumssprecher Carsten Duif der Zeitung.

Montag, 2. August

22.14 Uhr: Gastronom in Ahaus vergibt Jobangebote nur noch an Geimpfte

Mit einer Nachricht an seine Mitarbeiter hat Tobit-Chef Tobias Groten für Aufsehen gesorgt. Der Softwarehersteller betreibt einige Restaurants, Bars und Discotheken in Ahaus und Gronau. Nun bekämen nur noch Personen Jobangebote, die geimpft sind, wie der WDR berichtet. Mit seiner "Empfehlung", wie er es formuliert, möchte Groten nach eigenen Worten nicht die Impffreiheit aushebeln - er glaubt lediglich, damit Vorreiter einer Entwicklung zu sein, die sich ohnehin abzeichne. Denn die Gäste, so Groten, wollten ganz sicher bald nur noch von Kellnern bedient werden, die geimpft seien.

Sonntag, 1. August

08.09 Uhr: Immer weniger Menschen lassen sich impfen - Städte reagieren jetzt SO

Die Auslastung der Impfzentren ist auch in NRW rückläufig und führt mancherorts zu leichten Einschränkungen bei den Öffnungszeiten. In Dortmund liege die Auslastung des kommunalen Impfzentrums Phoenix-West bei knapp über zehn Prozent der maximalen Kapazität, berichtete eine Sprecherin der Stadt. Seit Montag sei das Zentrum für Schutzimpfungen gegen das Coronavirus nur noch ab Mittag geöffnet. Die Nachfrage in Dortmund liege im NRW-Mittel.

Das Impfzentrum Köln hatte seine täglichen Öffnungszeiten bereits am 5. Juli am Abend um zwei Stunden gekürzt. Ab 17. August werde man das Angebot auch am Morgen um zwei Stunden reduzieren - auf dann 10.00 bis 18.00 Uhr. „Zum jetzigen Stand ist es nicht vorgesehen, einzelne Tage in der Woche vollständig zu schließen“, hieß es. Impfaktionen gebe es weiterhin in mehreren Stadtteilen.

In Düsseldorf war das Zentrum an der Arena weniger angesteuert worden - daher habe man externe Impfstellen etwa an Hauptbahnhof oder Flughafen sowie eine mobile Impfstelle eingerichtet, schilderte eine Sprecherin. Damit komme man auf rund 450 zusätzliche Impfungen täglich. Es bleibe bei einer Öffnung an fünf Tagen in der Woche von 8.00 bis 20.00 Uhr.

In Bonn sind derzeit und für die kommenden Tage täglich zwischen 100 und 350 Termine vereinbart. Ab 5. August sollen es einem Sprecher zufolge rund 1000 Termine am Tag werden - vor allem Zweitimpfungen. Zum Vergleich: Zur Zeit der Vollauslastung im Frühjahr seien es 1800 bis 1900 Impfungen jeden Tag gewesen. Die Sommerferien machten sich wohl bemerkbar, hieß es. Aber auch fehlendes Bewusstsein dafür, dass jüngere Menschen ebenfalls einen schweren Krankheitsverlauf erleiden könnten, sei ein denkbarer Faktor.

Samstag, 31. Juli

08.58 Uhr: Große Impfaktion an der Zentralmaschee in Köln-Ehrenfeld

An diesem Wochenende findet nun schon zum zweiten Mal eine große Impfaktion an der Zentral-Moschee in Köln-Ehrenfeld statt. Darüber berichtet der WDR. Ab 9.30 Uhr können sich alle Menschen bis 17 Uhr impfen lassen, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben oder einen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland haben. Der Impfstoff ist frei wählbar: entweder Biontech, Astrazeneca oder Johnson& Johnson. Lediglich Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur Biontech bekommen.

Freitag, 30 Juli

15:45 Uhr: Datenpanne im Essener Impfzentrum entdeckt

In einer am Freitag veröffentlichten Mail des Impfzentrum Essen an 700 Empfänger fälschlicherweise hochsensible Daten von ungefähr 13.000 Essener Bürgern verschickt worden. Im Anhang der E-Mail, die eigentlich nur über die geänderten Öffnungszeiten des Impfzentrums informieren sollte, befanden sich drei Excel-Tabellen mit dem kompletten Namen, der Anschrift und dem Impfstatus der betroffenen Personen.

Eine Sprecherin der Stadt Essen bestätigte gegenüber der BILD: „Es handelt sich dabei um menschliches Versagen, dem Mitarbeiter tut es unfassbar leid. Wir können uns bei den betroffenen Bürgern nur entschuldigen.“ Ob dem Mitarbeiter jetzt Konsequenzen drohen, sei noch unklar. Die Empfänger der Pannen-Mail wurden in einer zweiten Nachricht gebeten, diese umgehend zu löschen.

Donnerstag, 29. Juli

19.18 Uhr: Für Gottesdienste in NRW gilt wieder Maskenpflicht

Angesichts der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen müssen Gottesdienstbesucher in NRW wieder Masken tragen. Die generelle Maskenpflicht in Innenräumen, die das Land Nordrhein-Westfalen aktuell verordnet habe, treffe auch auf Gottesdienste zu, erklärte die Evangelische Kirche von Westfalen. Solange die landesweite Inzidenz länger als sieben Tage bei unter 10 Infektionen pro 100.000 Bürgern gelegen habe, habe die Maskenpflicht für Innenräume nur empfehlenden Charakter gehabt.

17.00 Uhr: SPD kritisiert Entscheidung der Landesregierung

Die SPD hat das Aussetzen der höchsten regionalen Corona-Stufe durch die Landesregierung als fatal und unverantwortlich kritisiert. „Mit dem Aussetzen der Inzidenzstufe 3 schiebt die Landesregierung erneut die Verantwortung auf die Kreise und kreisfreien Städte ab“, erklärte der Chef der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty.

Die Inzidenzwerte stiegen. Ohne einheitliche Regelungen werde NRW zu einem Maßnahmen-Flickenteppich. „So sehr ich den einzelnen Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gastronomiebetrieben ein paar Tage mehr Freiheit gönne, wir mussten in der Vergangenheit zu oft lernen, welch fatale Auswirkungen solch kurzsichtige Entscheidungen nach sich ziehen“, erläuterte Kutschaty weiter.

15.43 Uhr: NRW setzt höchste regionale Stufe für Corona-Einschränkungen aus

Die wieder steigende Zahl der Corona-Infektionen kann in NRW vorerst nicht mehr so gravierende regionale Einschnitte im öffentliche Leben nach sich ziehen wie bisher. Durch eine ab diesem Freitag greifende Änderung der Corona-Schutzverordnung hat die Landesregierung die höchste regionale Inzidenzstufe 3 vorerst für rund drei Wochen bis zum 19. August ausgesetzt. Die vom NRW-Gesundheitsministerium am Donnerstag veröffentlichte Änderung wird mit einer geringeren Zahl an schweren Krankheitsverläufen bei den Corona-Infektionen sowie einer geringen Belastung der Krankenhäuser und Intensivstationen begründet.

Die Stufe 3 mit den weitreichendsten regionalen Einschränkungen hätte nach der bisherigen Fassung bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von 50,1 gegriffen und in den betroffenen kreisfreien Städten und Kreisen unter anderem eine Schließung der Innengastronomie zur Folge gehabt. Aber auch in anderen Bereichen wie Sport und Kultur sowie bei den privaten Kontakten in der Öffentlichkeit sieht die ausgesetzte regionale Stufe 3 größere Einschränkungen vor. Auch wenn Kommunen nun den Grenzwert von 50 dauerhaft überschreiten, bleiben sie den Angaben zufolge in der Stufe 2 mit weniger umfangreichen Einschränkungen.

„Wir haben derzeit eine vergleichsweise niedrige Landesinzidenz, eine moderate Dynamik im Infektionsgeschehen und wenig Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser – nicht zuletzt, weil wir die ältere Bevölkerung durch eine hohe Impfrate wirksam schützen können“, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Bund und Länder berieten derzeit über mögliche Neubewertungen der Inzidenzwerte und ein neues „Indikatorenset“ für Schutzmaßnahmen. Vor dem Hintergrund sei die Coronaschutzverordnung vorzeitig mit der Änderung verlängert worden. Bei einem dynamischen Ausbruchsgeschehen könne man dennoch mit strengeren Coronaschutzmaßnahmen reagieren.

Mittwoch, 28. Juli

13.30 Uhr: Stamp fordert Quarantäne nur für tatsächlich Infizierte

Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident in NRW und Familienminister, fordert vom Robert-Koch-Institut eine Änderung der Corona-Quarantäne-Regelung. „Es sollen nur noch jene in Quarantäne geschickt werden, die tatsächlich infiziert sind“, erklärt der FDP-Politiker in der „Zeit“.

Bei einzelnen Infektionsfällen sollen nicht mehr ganze Klassen und Gruppen in Quarantäne geschickt werden. „Sonst wäre an regulären Unterricht im Herbst nicht zu denken“. Ebenso fordert Stamp, die Inzidenz nicht mehr als Richtwert für Maßnahmen zu nehmen. Stattdessen solle auf die Hospitalisierung und die Lage der Intensivmedizin geblickt werden.

Dienstag, 27. Juli

18.45 Uhr: Endlich! Impfzentren bieten jetzt diesen praktischen Service

Wer eine Coronainfektion überstanden hat, kann sich ab sofort ein elektronisches Genesungszertifikat in den nordrheinischen Impfzentren ausstellen lassen. „Das gilt sowohl für die "einfache" Genesung als auch für die erste Impfung danach“, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Dienstag in Düsseldorf mit. Ein Termin müsse dafür nicht extra vereinbart werden, allerdings sei zu beachten, dass nicht mehr alle Zentren täglich geöffnet seien.

Im Bereich Westfalen-Lippe gebe es ein solches Zertifikat in den Impfzentren bislang nur bei der ersten Impfung danach, teilte die dortige KV auf Anfrage mit. Dort seien weiterhin die Hausärzte erste Ansprechpartner.

Voraussetzung für ein Genesungszertifikat in den niederrheinischen Impfzentren ist ein positives PCR-Testergebnis, das mindestens 28 und höchstens 180 Tage alt ist. Außerdem muss der Personalausweis vorgelegt werden. „Einfache“ Genesungszertifikate sind ab 28 Tagen nach dem Positiv-Test für maximal 180 Tage gültig und können mit den entsprechenden Apps verwaltet werden.

„Es ist auch möglich, mehrere Genesungen auf dem Zertifikat zu erfassen, wenn man mehrfach an COVID-19 erkrankt ist“, erklärte die KVNO. Zwischen zwei erfassten PCR-Tests müsse aber ein Mindestabstand von 28 Tagen liegen. Die Genesenenzertifikate seien auch im Bereich Nordrhein, neben dem neuen Angebot, weiterhin in Arztpraxen sowie Apotheken zu bekommen.

15.35 Uhr: Causa Solingen wird zum Streitfall – „Wir verlieren die Bürgerinnen und Bürger“

Die SPD-Opposition kritisiert die unerwartete Wende bei der Einstufung Solingens in die unterschiedlichen Gefährdungsstufen der Corona-Schutzverordnung. „Ihr Hin und Her bei den Inzidenzstufen in Solingen muss ein Ausnahmefall bleiben und darf sich keinesfalls wiederholen“ appellierte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Josef Neumann, an die Landesregierung. „Wenn vormittags andere Regelungen gelten als nachmittags, verlieren wir die Bürgerinnen und Bürger.“

Hintergrund: Die Stadt Solingen, die mit aktuell 60,9 Neuinfektionen gerechnet auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen die höchste Inzidenz bundesweit ausweist, hätte eigentlich schon seit Montag in die höchste Coronawarnstufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz ab 50) eingestuft werden sollen. Überraschend hatte die Klingenstadt aber am selben Tag mitgeteilt, „ab sofort“ gelte dort doch wieder Stufe 2.

„Grund dafür ist eine Änderung der Corona-Schutzverordnung des Landes“, hieß es aus der Stadtverwaltung. Demnach werde die bislang gültige Frist zum Übergang von Stufe 2 in 3 von drei auf acht Tage verlängert. Über die Stufe 3 und mögliche Ausnahmen wäre dann frühestens am Wochenende zu entscheiden.

Tatsächlich findet sich auf der Internetseite des NRW-Gesundheitsministerium eine entsprechend geänderte Coronaschutzveränderung mit Wirkung ab dem 27. Juli.

15.00 Uhr: Wie sieht es aus mit dem Lohn während der Quarantäne?

Eine in der Corona-Pandemie angeordnete Quarantäne schließt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber nicht aus. Das hat das Arbeitsgericht Aachen in einem am Dienstag veröffentlichen Urteil entschieden.

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der im Mai 2020 wegen Kopf- und Magenschmerzen zum Arzt gegangen war. Der stellte die Arbeitsunfähigkeit fest und meldete einen Covid-19-Test an das Gesundheitsamt. Die Behörden ordneten daraufhin Quarantäne an. Der Arbeitgeber zog bei der nächsten Lohnabrechnung die schon geleistete Zahlung wieder ab und verrechnete sie mit einer niedrigeren Entschädigung, die das Infektionsschutzgesetz vorsieht. (Az.: 1 Ca 3196/20).

Das ist aber laut dem rechtskräftigen Urteil des Arbeitsgerichts vom 30. März 2021 nicht rechtens. Der Arzt habe den Arbeitnehmer krankgeschrieben. Das Infektionsschutzgesetz dagegen sieht einen Entschädigungsanspruch nicht für arbeitsunfähige Mitarbeiter vor, sondern für in Quarantäne geschickte Verdachtsfälle, durch die eine Ansteckung verhindert werden soll. Um so einen Fall aber sei es bei dem Streit nicht gegangen.

14 Uhr: NRW-Inzidenz nun bei 17,4

In Nordrhein-Westfalen ist die Corona-Neuinfektionsrate leicht gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 17,4. Am Vortag lag die Inzidenz im bevölkerungsreichsten Bundesland bei 17,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Insgesamt verzeichnete das RKI in NRW 407 neue Corona-Fälle. Sieben neue Todesfälle im Zusammenhang mit Corona wurden bekannt. Die höchste Inzidenz meldet das RKI für Solingen (60,9) und Düsseldorf (42,6), die niedrigste für Remscheid (6,3), Warendorf (7,9), den Ennepe-Ruhr-Kreis und Soest (beide 8,3).

7:04 Uhr: Ab heute greifen in Düsseldorf strengere Regeln

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage in Folge über 35, so tritt Inzidenzstufe 2 in Kraft. In Düsseldorf ist dies nun der Fall. Nach einem Anstieg von 2,7 liegt die Wocheninzidenz hier bei einem Wert von 42,6. Doch was bedeutet das für Anwohner und Besucher?

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Bei Inzidenzstufe 2 werden die Regeln vorerst nur leicht verschärft. So muss beispielsweise wieder ein negativer Coronatest vorgelegt werden, möchte man die Innenräume eines Restaurants besuchen. Finden Konzerte, Opern- und Theateraufführungen oder Kinovorführungen im Inneren statt, dürfen sie ab heute nur noch von maximal 500 Personen besucht werden.

Des weiteren dürfen sich nur noch drei Haushalte treffen, die Personenzahl ist dabei allerdings egal. Zuvor waren noch Treffen mit bis zu fünf Haushalten im öffentlichen Raum möglich gewesen. Zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten können sich dann treffen, wenn sie negative Coronatests vorliegen haben.

Im Rest NRWs gilt seit gestern wieder die Inzidenzstufe 1. Was das bezüglich der Regeln bedeutet, liest du weiter unten.

Montag, 26. Juli

17.38 Uhr: Solingen mit höchster Inzidenz doch nicht in Stufe 3 - aus diesem Grund

Die bergische Stadt Solingen hat bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz, die am Montag bei 67,2 lag. Zuvor hatte es geheißen, dass in der Kommune seit Montag wieder die höchste Stufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz ab 50) gelte.

Solingen teilte mit, es greife nun doch „nur“ Inzidenzstufe 2. Grund dafür sei eine Änderung der Corona-Schutzverordnung des Landes. Danach werde die bislang gültige Frist zum Übergang von Stufe 2 in Stufe 3 von drei auf acht Tage verlängert - „so dass ab sofort für die Klingenstadt wieder die Stufe 2 gilt.“ Über die Stufe 3 und mögliche Ausnahmen wären dann frühestens in fünf Tagen zu entscheiden.

16.40 Uhr: Fast zwei Drittel in NRW mindestens einmal geimpft!

Fast zwei Drittel der Einwohner von Nordrhein-Westfalen sind mindestens einmal gegen Corona geimpft. Wie aus der am Montag veröffentlichten Impfstatistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, liegt NRW mit einer Quote von 64,2 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 60,9 Prozent in der Kategorie derer, die mindestens die erste Impfung erhalten haben. Nur drei andere Bundesländer haben höhere Quoten. In der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre ist bei einem Wert von 19,7 Prozent fast jeder Fünfte mindestens einmal gegen Corona geimpft. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 18,4 Prozent.

Vollständig geimpft - dafür sind bei den meisten verwendeten Impfstoffen zwei Dosen nötig - ist im bevölkerungsreichsten Bundesland mehr als jeder zweite Einwohner. Die Quote liegt mit 51,5 Prozent ebenfalls über dem Bundesschnitt von 49,4 Prozent. In der Altersgruppe 12 bis 17 Jahre sind es in NRW 7,7 Prozent und damit knapp weniger als im bundesweiten Mittel von 7,8 Prozent.

16.30 Uhr: Jugendämter mit traurigem Corona-Trend – so schlimm steht es um die Kinder in NRW

Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen sind im Corona-Jahr 2020 deutlich häufiger dem Verdacht möglicher Kindeswohlgefährdung nachgegangen als 2019. Im Zuge ihres Schutzauftrags seien die Ämter in 54.347 Fällen aktiv geworden und hätten eine Einschätzung der Situation von Kindern und Jugendlichen vorgenommen, berichtete das Statistische Landesamt am Montag in Düsseldorf. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute dies eine Steigerung um 9,3 Prozent oder fast 5000 Fälle.

Nach Angaben der Statistiker wurde in 7219 Fällen (13,3 Prozent) eine akute Gefährdung des Kindeswohls festgestellt, in 6951 Fällen bestand eine latente Gefährdung. In den meisten dieser Fälle gab es Anzeichen von Vernachlässigung sowie psychischer und körperlicher Misshandlung. In 18.588 Fällen wurde zwar keine Kindeswohlgefährdung, jedoch ein Hilfebedarf festgestellt.

Die Jugendämter wurden in mehr als einem Viertel aller Fälle (26,8 Prozent) von Polizei, Gerichten oder Staatsanwaltschaften auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung hingewiesen. In 16,8 Prozent der Fälle hätten Verwandte, Bekannte oder Nachbarn des Kindes darauf aufmerksam gemacht, so die Statistiker. Das Personal von Schulen sowie Kindertageseinrichtungen und Tagespflege war in 13,2 Prozent der Fälle Initiator. Rund 12 Prozent der Hinweise an das Jugendamt kamen anonym. Gut 1000 Verfahren schließlich wurden in Gang gesetzt, weil die Minderjährigen selbst auf ihre Gefährdung aufmerksam gemacht hatten.

6.56 Uhr: NRW zieht Corona-Bremse wieder an: landesweit Schutzstufe 1

Infolge steigender Corona-Neuinfektionsraten greifen in Nordrhein-Westfalen ab Montag wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen. Die Landesinzidenzstufe rückt dann von 0 auf 1. Sie gilt, wenn die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen über 10 aber unter 35 liegt, gerechnet auf 100 000 Einwohner. Das bedeutet automatisch strengere Einschränkungen mit überregionaler Bedeutung - auch für Kreise und kreisfreie Städte, die lokal in der Stufe 0 liegen.

Landesinzidenzstufe 1 heißt unter anderem: generelle Maskenpflicht in Innenräumen, also nicht nur in Arztpraxen, Bussen und Bahnen, sondern beispielsweise auch wieder in Gaststätten, Museen, Zoos und Gottesdiensten. Für den Einzelhandel kehrt die Flächenbegrenzung von einem Kunden je zehn Quadratmeter zurück. Volks- und Schützenfeste, Tagungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sowie der Betrieb von Diskotheken und Clubs in Innenräumen sind bis zum 27. August untersagt.

In zahlreichen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens gilt vor Ort bereits Stufe 1, weitere sind an der Schwelle. Düsseldorf wird laut einer Übersicht des Landesgesundheitsministeriums am Dienstag voraussichtlich schon in Stufe 2 springen.

Der Übergang von Stufe 1 auf 2 greift, wenn eine Stadt oder ein Kreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert von 35 überschreitet, am übernächsten Tag. Das zieht noch schärfere Auflagen bezüglich Kontaktbeschränkungen, Test- und Abstandspflichten nach sich.

Solingen wird am Montag sogar als erste Kommune in NRW wieder die höchste Stufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz ab 50) erreichen. Die Klingenstadt hatte nach Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Sonntag mit 64,7 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit.

Dort gelten dann die strengsten Einschränkungen der Coronaschutzverordnung: Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung nur noch für Angehörige aus zwei Haushalten erlaubt. In der Außengastronomie herrscht Test- und Platzpflicht. Im Einzelhandel, der nicht zur Grundversorgung zählt, gibt es eine Reduzierung der Kundenbegrenzung auf eine Person pro 20 Quadratmeter.

Sonntag, 25. Juli

18.50 Uhr: Corona-Zahlen klettern weiter – DIESE Kommune ist jetzt deutschlandweiter Spitzenreiter

Die Corona-Neuinfektionsrate klettert weiter nach oben. Auch am Sonntag verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) wieder einen Anstieg der Inzidenz - auf nunmehr 17,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Vortag hatte der Wert 16,8 betragen.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit hat mit 64,7 weiterhin Solingen. Wegen der rasant steigenden Zahlen legt die Klingenstadt innerhalb weniger Tage einen Durchmarsch durch alle vier Warnstufen der nordrhein-westfälischen Coronaschutzverordnung hin. Am Montag wird sie laut einer Übersicht des Landesgesundheitsministeriums als erste Kommune in NRW wieder die höchste Stufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz ab 50) erreichen.

Damit gelten wieder strenge Einschränkungen: Treffen im öffentlichen Raum sind ohne Begrenzung nur noch für Angehörige aus zwei Haushalten erlaubt. In der Außengastronomie herrscht Test- und Platzpflicht. Im Einzelhandel, der nicht zur Grundversorgung zählt, gibt es eine Reduzierung der Kundenbegrenzung auf eine Person pro 20 Quadratmeter.

Ab Montag gilt auch wieder eine Landesinzidenzstufe 1 (Sieben-Tage-Inzidenz von über 10 bis 35). Damit gelten in zahlreichen Bereichen strengere Regeln bei Maskenpflicht, Abständen und Zusammentreffen; auch in Kreisen und kreisfreien Städten, die lokal in der Inzidenzstufe 0 liegen. In zahlreichen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens gilt vor Ort bereits Stufe 1, weitere sind an der Schwelle.

Düsseldorf wird voraussichtlich am Dienstag Stufe 2 (über 35 bis 50) erreichen. Die Landeshauptstadt lag am Sonntag mit 39,9 auf Platz zwei der NRW-Höchstwerte, gefolgt von Köln (31,8). Stufe 2 greift am übernächsten Tag nachdem die 35er-Marke drei Tage infolge überschritten wurde. Dann gilt beispielsweise wieder Test- und Platzpflicht in der Innengastronomie. Weit entfernt davon ist der Kreis Unna, der mit 4,8 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz in NRW auswies.

(red, dpa)