Corona in NRW: Kein Weihnachtsfest? Armin Laschet mit überraschenden Worten

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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In NRW ist die Coronavirus-Karte nahezu ganz rot. Die Zahlen der Corona-Patienten steigen in den Kliniken in Nordrhein-Westfalen derzeit rapide an.

Vor allem in NRW-Großstädten wie in Köln und im Ruhrgebiet ist die Lage angespannt.

+++ Coronavirus in Deutschland: News-Blog +++

Alle Entwicklungen zu Corona in NRW und im Ruhrgebiet in unserem News-Blog

+++ Neuer NRW-Ticker zur Corona-Krise ab dem 16. November +++

15. November 2020

19:24 Uhr: Laschet - klare Worte zu Weihnachten

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Sonntag im Format „Die richtigen Fragen“ auf „Bild live“ zur Frage, ob im Dezember die Schulen generell geöffnet bleiben könnten: „Das kann man noch nicht beantworten, auch das hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab.“ Es gebe aber den großen Konsens aller 16 Länder, den Präsenzunterricht „so lange wie möglich und so sicher wie möglich zu erhalten“. Wechselunterricht sei „immer nur die zweitbeste Lösung“. Er empfehle, „ruhig und besonnen zu handeln“. Entscheidungen könnten auf einer weiteren
Ministerpräsidenten-Runde eine Woche später getroffen werden.

Auf die Frage, ob es ein schönes Weihnachtsfest geben könne, sagte Laschet, realistischerweise könne man heute nicht beantworten, „ob ich Weihnachtsferien, ob ich Osterferien machen und ob ich nächstes Jahr heiraten kann“. Überraschende Worte, dass er bereits über die Osterferien und Hochzeiten spricht. Und weiter sagt er, wenn man bei den Kontaktbeschränkungen erfolgreich sei, „können wir Anfang Dezember leichter über Weihnachten reden als zum heutigen Tag“.

13.November 2020

21.20 Uhr: Essener Klinik-Chef mit knallharten Aussagen über Silvester

Der Essener Klinik-Chef Dr. Jochen Werner zeichnet ein düsteres Weihnachtsfest. „Wir werden Weihnachten Anspannung in den Intensivstationen erleben“, warnt der Professor angesichts des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens. Demnach sei nicht die Zeit für Familienbesuche. Er schätze, die Menschen müssten sich sehr einschränken.

Doch die meisten haben dabei Silvester noch nicht im Blick. Hier fordert er, dass größere Feiern verboten werden sollten. Die Politik sollte sich an jener der Niederlande orientieren. Denn dort ist es außerdem verboten Feuerwerk zu zünden. So sollen die ohnehin schon ausgelasteten Kliniken in der Silvesternacht nicht noch weiter belastet werden.

Er macht das Ausmaß in den Kliniken weiter deutlich: In seinem Krankenhaus seien in den ersten drei Monaten der Pandemie 36 Menschen verstorben, in den letzten sechs Wochen 32.

19.25 Uhr: Beliebtes Ausflugsziel am Wochenende dicht

Die Halde Haniel bleibt am Wochenende dicht. Das hat der Krisenstab der Stadt Bottrop jetzt entschieden. Wie der WDR berichtet, sei das beliebte Ausflugsziel wegen der hohen Coronazahlen am Wochenende abgesperrt. Ab Montag soll der Rundgang dann wieder freigegeben werden.

17.10 Uhr: Corona-Demo in Düsseldorf am Sonntag - mehrere Tausend Teilnehmer angemeldet

Kritiker der Corona-Maßnahmen wollen an diesem Wochenende wieder in mehreren Städten in NRW demonstrieren.

Die größte Kundgebung soll am Sonntag in Düsseldorf stattfinden. Laut Polizei rechnet der Anmelder mit mehreren tausend Teilnehmern. Angemeldet wurde die Veranstaltung unter dem Motto „Kinderlächeln ohne Angst“ von der Initiative „Querdenken 211“. Die Stadt untersagte einen ursprünglich geplanten Aufzug. Auf dem Gelände der Rheinkirmes soll es aber eine Standkundgebung geben. Dem Veranstalter wurde laut Stadt auferlegt, alle Teilnehmer per Lautsprecherdurchsage auf die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern sowie zum Tragen einer Alltagsmaske hinzuweisen.

Die Polizei appellierte an die Teilnehmer, „sich verantwortungsvoll an die Hygiene- und Infektionsschutzregeln“ zu halten. Der Versammlungsleiter habe auf die Einhaltung der Regelungen hinzuwirken. Polizei und Ordnungsamt würden dies konsequent überwachen. Der Anmelder der Veranstaltung, Michael Schele, will sich mit dem Verbot eines Aufzugs nicht abfinden. „Wir werden juristisch dagegen vorgehen“, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

15.22 Uhr: Verlängerte Corona-Weihnachtsferien in NRW - Schulministerin schweigt im Landtag

In einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags hat sich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zum Streitthema Weihnachtsferien zunächst nicht geäußert. In ihrer Rede verteidigte die FDP-Politikerin stattdessen am Freitag erneut ihre Haltung, auch in der Corona-Krise so lange wie möglich am Unterricht im Klassenzimmer festzuhalten. Es sei gemeinsame Linie in der Kultusministerkonferenz, kein flächendeckendes Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzunterricht einzuführen.

Zur harschen Kritik von SPD und Grünen an Gebauers überraschendem Beschluss, die Weihnachtsferien auf den 21. Dezember vorzuziehen und damit um zwei Tage zu verlängern, schwieg die FDP-Politikerin. Stattdessen warf Gebauer Oppositionsführer Thomas Kutschaty (SPD) „politische Spielchen“ und eine unangemessene Inszenierung vor.

Der SPD-Fraktionschef hatte zuvor die Entscheidung, die Weihnachtsferien zugunsten eines möglicherweise besseren Infektionsschutzes vor dem Fest zu verlängern als unlogische „Verzweiflungstat“ bezeichnet.

06.47 Uhr: Weihnachtsmarkt in Düsseldorf findet statt! Auf DIESE besondere Art

Gute Nachrichten für Düsseldorfer. Trotz der Corona-Pandemie soll es in der Landeshauptstadt einen Weihnachtsmarkt geben. Dieser wird allerdings nicht so sein, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen, mit großer Eisbahn und vielen Buden in der Innenstadt. Dennoch hat sich die Stadt nun etwas besonderes einfallen lassen.

Wie die Rheinische Post exklusiv berichtet, will die Stadttochter D.Live den Düsseldorfern etwas ganz besonderes bieten. Ab Freitag nächster Woche (20.11.) soll es an und in der Merkur-Spiel-Arena einen Drive-in-Lichterzauber mit Weihnachtsmarkt geben.

Für 20 Euro darf ein Auto den Weihnachtsmarkt befahren. Nach Corona-Schutzverordnung dürfen maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zusammen auf diese besondere Art in Weihnachtsvorfreude schwelgen. Bei mehr als zwei Erwachsenen im Auto sollen stichpunktartig Ausweiskontrollen stattfinden. Der Ausstieg aus den Autos sei nur an den Toiletten möglich, so der Bericht.

Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt soll 60 bis 90 Minuten dauern, man könne die Tour aber wiederholen, so die Rheinische Post.

12. November 2020

19.06 Uhr: Verkürzte Weihnachtsferien beschäftigen den Landtag

Der Streit über die vorgezogenen Weihnachtsferien im Corona-Krisenjahr 2020 beschäftigt an diesem Freitag (10 Uhr) den NRW-Landtag. SPD und Grüne haben dazu kurzfristig eine Aktuelle Stunde beantragt.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte am Mittwochabend überraschend bekanntgegeben, die Weihnachtsferien schon am 21. Dezember beginnen zu lassen - zwei Tage früher als geplant. Dies solle als eine Art „Vor-Quarantäne“ ein unbeschwertes Weihnachtsfest ermöglichen.

Die Opposition sieht allerdings noch zahlreiche Aspekte ungeklärt. SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty bemängelt einen „Zick-Zack-Kurs“ und einsame Entscheidungen der Regierung in einer so zentralen Angelegenheit. Auch aus Lehrer- und Elternverbänden gibt es Kritik und Fragen - etwa zur Betreuung der Kinder an den freien Tagen.

17.05 Uhr: Stadt Hagen weitet Maskenpflicht aus

Der Krisenstab der Stadt Hagen hat die Maskenpflicht in der Hagener Fußgängerzone und im Umfeld des Hauptbahnhofes auf Tageszeiten beschränkt. Am Bahnhof muss jeden Tag außer sonntags von 7 bis 22 Uhr der Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In der Innenstadt gilt: montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr, bei verkaufsoffenen Sonntagen auch von 12 bis 19 Uhr.

16.58 Uhr: Infizierter Arzt impft Dutzende Ministeriums-Mitarbeiter gegen Grippe

Ein nachträglich positiv auf das Coronavirus getesteter Arzt hat Dutzende Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums gegen Grippe geimpft. Alle - inklusive Minister Hendrik Wüst (CDU) - wechselten nach Bekanntwerden der Erkrankung des Arztes vorsorglich ins Homeoffice. Bislang gebe es aber keine bestätigte Infektion und es sei auch niemand in Quarantäne gekommen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor berichtet.

Wüst war vergangene Woche ins Homeoffice gewechselt, nachdem er dem Ministerium zufolge „kurzen Kontakt“ zu einer infizierten Person hatte. Dass es sich dabei um den Arzt handelte, wurde zunächst nicht bekannt. Die Impfung war vom Ministerium als Vorsorgemaßnahme für die Mitarbeiter initiiert worden. Wüst will nach Angaben seines Hauses am Montag zurück ins Büro kommen.

16.00 Uhr: Streit um längere Weihnachtsferien entfacht - „Hiobsbotschaft!“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Dienstag einen früheren Beginn der Winterschulferien in NRW um zwei Tage ins Spiel gebracht. „Die Idee ist nicht schlecht.“ Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen einige Tage vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen kommt. Am Mittwoch gab NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) das Vorziehen bekannt.

Prompt regte sich Protest. Die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Maike Finnern, sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur: „Aus Sicht der Familien kann die Maßnahme nur dann sinnvoll sein, wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist und wenn sie wirklich die Zeit als vorgezogene Quarantäne nutzen, um zum Weihnachtsfest möglichst infektionsfrei zu sein.“ Nicola Stroop, Vorstand des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter in NRW, nannte den Schritt „für Alleinerziehende eine Hiobsbotschaft“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen sprach im RBB-Inforadio von „einem pragmatischen Ansatz, den man diskutieren, den man machen kann“. Planbarkeit für Eltern, Kinder, Lehrer und Erzieher sei wichtig.

14.03 Uhr: Gesundheitsminister Laumann mit harter Prognose!

Die bevorstehende Corona-Massenimpfung wird aus Sicht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) teilweise Versorgungsengpässe nach sich ziehen.

Nicht in allen Bereichen könne die Versorgung im gewohnten Maße aufrecht erhalten werden, sagte er am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Wenn Ärzte künftig mehrmals in der Woche in Impfzentren tätig sein müssten, könnten sie nicht gleichzeitig ihre Praxen im üblichen Umfang betreiben.

Aus den Krankenhäusern könne auf Grund der Infektionslage zumindest am Anfang kaum Personal für Impfungen abgezogen werden, sagte Laumann. Fachleute aus dem Freiwilligenregister des Landes zu rekrutieren, sei für diese spezielle Aufgabe „auch nicht einfach“.

11.50 Uhr: „Querdenker“ melden Groß-Demo auf A40 an

Am Sonntag, 22. November, könnte eine Groß-Demo der „Querdenker“ auf der A40 stattfinden. Wie die Neue Westfälische berichtet, sei ein solcher Antrag für die Demonstration beim Landtag eingegangen.

Innenminister Herbert Reul bestätigte gegenüber der Zeitung, dass es den Antrag der „Querdenker“ für die Demo auf der Autobahn gibt. Bisher ist nicht klar, ob dieser genehmigt wird.

Zuletzt waren die „Querdenker" aufgefallen, weil sie mit rund 20.000 Menschen in Leipzig wegen der Corona-Maßnahmen demonstriert haben. Das alles ohne Abstand und Maske. Die Situation eskalierte, es kam zu Angriffen auf Journalisten und Polizisten. Den ganzen Bericht liest du hier.

08.46 Uhr: Düsseldorf rudert zurück! Ab sofort gilt nur noch HIER Maskenpflicht

Die Stadt Düsseldorf will nach der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht rechtlich auf Nummer sicher gehen – und verzichtet auf einen zweiten Versuch für eine Maskenpflicht für das komplette Stadtgebiet.

Der Mundnasenschutz soll stattdessen nur noch in fest definierten Teilen der Innenstadt und der Altstadt zur Pflicht werden, das berichtet die Rheinische Post.

Außerdem soll rund um den Hauptbahnhof die Maske rechtlich vorgeschrieben werden.

11. November 2020

18.15 Uhr: Weihnachtsferien in NRW beginnen zwei Tage früher

Wegen der Corona-Pandemie startet Nordrhein-Westfalen zwei Tage früher als geplant in die Weihnachtsferien. „Um den Familien ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest zu ermöglichen, habe man sich dazu entschieden, am 21. und 22. Dezember den Schülerinnen und Schülern freizugeben“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch dem WDR.

17.01 Uhr: Anti-Corona-Demo in Köln-Deutz – Karneval-Start verläuft ansonsten ruhig

Bei einer Versammlung auf der Deutzer Werft verstießen einige der etwa 100 Teilnehmer gegen die gemäß der Coronaschutzverordnung geltenden Mindestabstände und verweigerten das Tragen der vorgeschriebenen Mund-Nasen-Bedeckung. Kurz nachdem die Polizisten die Auflösung der Versammlung angedroht hatten, beendete die Versammlungsleiterin gegen 14.40 Uhr ihre Demonstration. Alle Personen verließen die Platzfläche. Ordnungsamt und Polizei stellten Personalien fest und leiteten mehrere Dutzend Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Zum Start der Karnevalsaison am 11.11. blieb es ansonsten bisher sehr ruhig in Köln. Polizeidirektor Michael Tiemann: „So soll es gerne weitergehen. Wir bleiben bis zum Abend weiter präsent und überwachen weiterhin die Einhaltung der geltenden Regeln."

13.05 Uhr: NRW-Minister Laumann redet Corona-Klartext – „Zahlen in besorgniserregender Dimension“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat nachdrücklich an die Menschen im einwohnerstärksten Bundesland appelliert, in Kampf gegen das Coronavirus persönliche Verantwortung zu übernehmen. „Die Zahlen bleiben in besorgniserregender Dimension“, sagte Laumann. Allerdings lasse der sogenannte Reproduktionswert aktuell darauf schließen, dass jeder Infizierte aktuell nur noch einen weiteren Menschen anstecke.

12.50 Uhr: Laschet gegen „Denunziantentum“ bei Corona-Verstößen

Ministerpräsident Armin Laschet hat vor einem „Denunziantentum“ bei Verstößen gegen Corona-Auflagen gewarnt. „Das macht mehr kaputt, als das es rettet“, sagte Laschet dem Kölner Stadt-Anzeiger. Er halte nichts davon, wenn Bürger ihre Nachbarn ausspähen und „zählen, ob da jetzt zwei oder fünf Leute zum Kaffee kommen“.

Etwas anderes sei eine Party mit 200 Menschen in einer Kellerkneipe. „Dagegen muss man vorgehen und den Ordnungsbehörden einen Hinweis geben“, sagte der CDU-Politiker.

9.30 Uhr: Oberärztin Carola Holzner bei Markus Lanz – sie berichtet über erschreckende Corona-Beobachtung

Dr. Carola Holzner, Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, war am Dienstagabend zu Gast bei der ZDF-Talkshow von Markus Lanz. Im Oktober wurde von Zehntausenden deutschlandweit ein Facebook-Beitrag von ihr geteilt und kommentiert.

Mit dem Facebook-Beitrag habe Holzner sich „Luft machen“ und den Corona-Leugner die Augen öffnen wollen. Sie habe „absolutes Unverständnis“ für die Querdenker-Demonstranten in Leipzig.

Die Oberärztin hatte das Bild einer „klassischen Covid-19-Lunge“ eines Patienten gepostet, der zu ihr in die Notaufnahme kam. Das schwarze Gewebe auf der Aufnahme ist gesund. "Man sieht ziemlich eindrucksvoll auf dem Bild, das der Patient tatsächlich mehr krankes Gewebe hat als gesundes". Der Mann, der Anfang 50 ist, musste 14 Tage auf der Intensivstation beatmet werden. „Also nicht die klassische Risikogruppe, von der immer gesprochen wird, so über 65.“ Unklar sei nun, inwiefern bei dem Patienten noch Langzeitschäden zurückbleiben werden.

Dann folgte die erschreckende Erkenntnis der Oberärztin in der ZDF-Sendung: „Ich beobachte ein vermehrtes Auftreten von den Altersbereichen 40 bis 60 bei uns.“ Natürlich gebe es auch weiterhin viele ältere Patienten mit geschwächten Immunssystemen, Holzner könne „aber nicht unterschreiben“, dass in die Klinik nur die über 65-Jährigen und chronisch Kranke kommen, „sondern eben auch durch die Bank alle Altersgruppen“.

Darüber hinaus weist die Medizinerin noch auf eine weitere gefährliche Entwicklung hin: „Ich sehe das bei den Patienten, wir fragen sie immer anamnestisch: 'Wissen sie wo sie sich angesteckt haben? Waren Sie irgendwo?' Ein Großteil, jetzt subjektiv geschätzt Zweidrittel, sagt: 'Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.'" Damit wäre eine Kontaktnachverfolgung in vielen Fällen nicht mehr möglich und Infizierte und Superspreader, die auch unwissend das Virus weiter verbreiten, werden nicht in Quarantäne geschickt.

7.15 Uhr: Intensivpflegerin in Essen: „Mich macht diese Leichtfertigkeit wirklich wütend“

Die „Welt am Sonntag“ begleitete in einer Reportage die Intensivpflegerin Johanna Aquilino an einen Arbeitstag am Uniklinikum Essen, einem Covid-Zentrum für das gesamte Ruhrgebiet.

Alleine in dieser Schicht starben drei der 22 Patienten auf der Intensivstation 2, darunter ein 74-Jähriger, der neun Tage künstlich beatmet wurde, sowie ein 61-Jähriger, der als einzige Vorerkrankung lediglich Diabetes hatte.

Insgesamt hat das Uniklinikum Essen auf beiden Intensivstationen zum Zeitpunkt der Reportage am vergangenen Donnerstag 29 Corona-Patienten. Vor vier Wochen waren es noch sechs. Im Vergleich zur Spitze der ersten Corona-Welle liegen mittlerweile fast doppelt so viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen und den Normalstationen im Uniklinikum.

Die Pfleger sind überlastet. Das der Lockdown light eine Trendwende bringe, glaubt die Aquilino nicht, weil die meisten Menschen sich im privaten Umfeld anstecken. „Mich macht diese Leichtfertigkeit wirklich wütend“, sagte sie der „Welt am Sonntag“.

7 Uhr: RKI meldet 2.465 neue Coronavirus-Fälle in NRW

Das Robert-Koch-Institut meldet am Mittwochmorgen 2.465 neue Coronavirus-Fälle für NRW. Damit liegt das Bundesland hinter Bayern (3.018) an der Spitze in Deutschland.

 
 

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