Corona in NRW: Rettungsdienst-Leiter schlägt Alarm – „Fast jeder zweite Notruf ist ein Corona-Patient“

Coronavirus: Diese Symptome sprechen für COVID-19

Zahlreiche Menschen auf der Welt haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sind Frauen und Männer von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer als Frauen. Es gibt einige Symptome, die auf eine mögliche Infektion hinweisen können.

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Bei einem Brand, beim Herzinfarkt oder bei einem Unfall – täglich klingelt der Notruf bei den Rettungsdiensten in NRW. Notfallsanitäter rücken aus, um den Patienten zu helfen. Doch in der Corona-Pandemie kämpfen die Rettungskräfte auch um Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und dringend Hilfe brauchen. Ein Notfallsanitäter aus Haltern schlägt jetzt Alarm.

Marc Friedrich (41) aus Haltern (NRW) ist Leiter eines Rettungsdienstes und macht deutlich: „Jeder zweite bis dritte Notfall steht in Verbindung mit dem Coronavirus“, erzählt der Ersthelfer im Gespräch mit DER WESTEN. Im Vergleich zu Grippe-Notfall-Patienten sei die Zahl erschreckend hoch.

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Corona in NRW: Notfallsanitäter schlägt Alarm – „Fast jeder zweite Notruf ist ein Corona-Patient“

Wenn Infizierte an Atemnot leiden und hohes Fieber haben, werden sie mit dem Rettungswagen abgeholt. Die Notfallsanitäter sind dabei komplett ausgerüstet, veranschaulicht Friedrich. Sie tragen weiße Kittel von Kopf bis Fuß, haben Schutzbrillen und FFP2-Masken auf.

„Doch es ist auch schon häufig vorgekommen, dass Patienten die Covid-Symptome bewusst verschweigen. Dann gehen wir quasi „ungeschützt“ – als nur mit einer Maske ausgestattet – zum Notfall.“ Wenn dann grippeähnliche Symptome festgestellt werden, wisse er, dass der Betroffene, wie so viele andere derzeit, höchstwahrscheinlich wieder positiv getestet wird. Ein hohes Risiko, das die Einsatzkräfte eingehen.

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Schwere Verläufe in der Corona-Pandemie seien nicht selten. Im Durchschnitt treffen sie zwar am meisten Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, dennoch sind auch jüngere Menschen unter den Infizierten.

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Friedrich selbst weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, mit einem Lungenversagen ins Krankenhaus zu kommen und auf Hilfe angewiesen zu sein. Vor sieben Jahren litt er an der Grippe und wurde ins künstliche Koma versetzt. Die Ärzte kämpften über Wochen um das Leben des damals 33-Jährigen. Hier mehr dazu lesen>>>

Dem gebürtigen Essener ist wichtig, dass die Menschen begreifen, wie gefährlich das sogenannte ARDS (akutes Lungenversagen) ist. Eben jenes tritt bei schweren Verläufen der Grippe wie auch bei Covid-Verläufen auf. „Das kann einem jungen Patienten genauso drohen wie älteren Menschen. Und das wünsche ich wirklich niemandem!“, macht er klar.

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Das ist ARDS:

  • ARDS steht für Acute Respiratory Distress Syndrome
  • ARDS ist ein akutes Lungenversagen oder auch Akutes Atemnotsyndrom
  • Es kann etwa bei einer Infektion der Lunge (Lungenentzündung) oder auch bei Rauchgasinhalation eintreten
  • Patienten müssen dann im Krankenhaus intubiert und beatmet werden

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Er appelliert nun an die Menschen, mit Bedacht rauszugehen, sich an die Maßnahmen zu halten und die Maske mal beim Einkaufen eine Stunde wider Willen zu tragen. Denn nur so könne Corona bekämpft werden.

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„Das Virus wird uns noch bis ins Frühjahr begleiten. Denn auch die Grippe hat erst im Februar richtig Hochsaison“, weiß der Sanitäter. Seiner Meinung nach werden die Fälle noch ansteigen – auch weil es viele Menschen gibt, die Regeln ignorieren und keinen Abstand halten.

>>>Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus gibt es in unserem Corona-News-Ticker<<<

Schon jetzt ist die Höchstzahl der belegten Intensivbetten so hoch wie noch nie – rund 22.000 Betten der etwa 28.000 Betten sind bereits deutschlandweit belegt – 3500 davon mit Covid-Patienten (Stand:18.November). Und Friedrich verdeutlicht, dass es jetzt schon vereinzelt zu Wartezeiten in den Krankenhäusern komme.

Anfang November musste ein Krankenwagen bis zu 45 Minuten vor der Klinik warten, bevor der Covid-Patient angenommen werden konnte, erzählt er. Eben weil die abgesperrten Corona-Bereiche in der Aufnahme und Anmeldung zeitweise überlastet waren. Bleibt zu hoffen, dass das Gesundheitssystem nicht kollabiert und Ärzte nicht entscheiden müssen, welcher Patient beatmet werden darf und welcher sterben muss.

 
 

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