Corona in NRW: Hamsterkäufe lassen Kunden ausrasten – „egoistische Idioten“

Die Hamsterkäufe gehen wieder los.
Die Hamsterkäufe gehen wieder los.
Foto: Funke Foto Services

Leere Regale, wo sich eigentlich die Klorollen stapeln oder Nudel-Pakete häufen: Heutzutage wegen Corona in NRW durchaus keine Seltenheit. Und sollte der Kunde denken, dass die Hamsterer aus der Situation im März gelernt haben, nämlich dass es keinen Engpass geben wird, dann wird er schwer enttäuscht.

Denn nachdem sich die Klopapier-Lage über den Sommer mit sinkenden Infektionszahlen wieder erholt hat, schlagen die Prepper seit Herbstbeginn erneut gnadenlos zu. Als ob Corona in NRW nicht schon schlimm genug wäre.

Corona in NRW lässt Hamsterkäufer wieder zuschlagen

DER WESTEN hat sich bei einigen Supermärkten und Discountern die Lage in den Regalen einmal angeschaut. Und gleichzeitig auch Kunden gefragt, was sie von den Hamsterkäufen halten.

Und die Meinung ist eindeutig: Wut und Unverständnis ist die gängige Reaktion auf Prepper, die einfach nicht genug kriegen von Mehl, Klopapier und Nudeln.

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„Das sind egoistische Idioten“, sagt Anne (26) aus Essen. Die Studentin versteht nicht, wieso die Leute aus der März-Situation nicht gelernt haben. „Damals waren die Regale nur leer, weil manche Menschen so viel gekauft haben. Trotzdem gab es keinen Engpass. Warum die Leute das wieder vergessen haben und wieder damit anfangen, ist mir ein Rätsel.“

Zwar sind die Regale bei den besuchten Filialen von Netto, Aldi, Edeka und Rewe in Essen an diesem Montag nicht leer, aber man sieht deutlich, wie abgegrast die Vorräte sind.

Mitarbeiter eines Supermarktes erzählt von renitenten Kunden

„Letzte Woche war es richtig schlimm, da haben teilweise Kunden fünf Pakete Klopapier rausgeschleppt. Beziehungsweise schleppen wollen. Denen haben wir dann freundlich gesagt, dass sie doch bitte maximal zwei Pakete nehmen sollen“, erklärt ein Mitarbeiter von Edeka. Es gebe zwar keine Anweisung zur Rationierung, aber man wolle verhindern, dass manche Kunden alles aufkaufen und andere dann bis zur nächsten Lieferung warten müssten.

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Das sind typische Corona-Symptome:

  • Fieber (häufig)
  • trockener Husten (häufig)
  • Schnupfen (selten)
  • Kurzatmigkeit (selten)
  • Gliederschmerzen (selten)
  • Hals- und Kopfschmerzen (selten)
  • Durchfall oder Erbrechen (selten)

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„Manchmal lebt man ja wirklich auf der letzten Rolle, da sollte es möglich sein, Toilettenpapier zu kaufen“, sagt der Angestellte. Sorgen müssen sich die Kunden nicht machen.

Die Supermärkte werden mindestens zwei Mal die Woche beliefert, manche sogar drei Mal. Einen Engpass habe es noch nie gegeben, auch im März nicht.

Prepperin erklärt ihre Gründe

Die 72-jährige Gerit aus Essen ist entsetzt über das Verhalten mancher Kunden. „Und das ist meistens meine Generation oder Großfamilien. Also mal ehrlich, wie oft gehen die denn auf Klo und essen Nudeln, dass sie so viel kaufen müssen? Ich verstehe das nicht.“

Die meisten Kunden sehen das ähnlich. Und irgendwie will es auch niemand gewesen sein, wenn man den Kunden so zuhört. Und dann gibt es sie doch, die Kunden, die mit drei Paketen Klopapier aus einem Drogeriemarkt kommen. Angesprochen darauf, sagt die Essenerin: „Ich mag das Dreilagige oder dieses Recycelte nicht. Das ist unangenehm am Po. Also kaufe ich jetzt schonmal mehr Pakete von dem flauschigen Papier, damit ich hinterher bloß nicht auf das andere zurückgreifen muss. Da habe ich keine Lust drauf.“ (fb)

 
 

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