Clankriminalität in NRW: Großfamilie soll mit Menschen gehandelt und Arbeiter brutal ausgebeutet haben

Clankriminalität in NRW: Der Großfamilie wird vor allem Menschenhandelt und brutale Ausbeutung vorgeworfen. (Symbolbild)
Clankriminalität in NRW: Der Großfamilie wird vor allem Menschenhandelt und brutale Ausbeutung vorgeworfen. (Symbolbild)
Foto: imago images/Rene Traut

NRW. Jahrelang trieb eine Großfamilie ihr Unwesen. Sie soll unter anderem mit Menschen gehandelt und Arbeiter brutal ausgebeutet haben. Mit gut organisierten Taten soll sie Millionen eingenommen haben.

In einer groß angelegten Razzia gelang der Polizei jetzt ein Schlag gegen die organisierte Clankriminalität in NRW.

Clankriminalität in NRW: Großfamilie wird Menschenhandel und Ausbeutung vorgeworfen

Die Liste der beschuldigten Straftaten ist lang: Neben Steuerhinterziehung und Sozialleistungsbetrug soll die Großfamilie Arbeitslohn vorenthalten und veruntreut sowie Menschenhandel und Zwangsarbeit betrieben haben. Das teilte die Polizei am Mittwoch in einer Polizeimeldung mit.

Am Dienstag setzten Polizei, Zoll und die Steuerfahndung Düsseldorf den Machenschaften der Großfamilie ein Ende und führten Durchsuchungen in 48 Häusern in den NRW-Städten Düren, Köln, Hückeswagen, Datteln, Bergisch Gladbach, Bergheim, Aachen sowie in Hessen durch. Es war ein deutliches Zeichen gegen die Clankriminalität in NRW.

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Dabei nahm sie neben dem Hauptverdächtigen, ein 47-Jähriger, sechs weitere Personen fest. Der Hauptverdächtige soll sogenannte Abbruch-Firmen geführt haben, die regelmäßig auf Dritte im Handelsregister eingetragen wurden. Mit diesen Firmen erzielte der Hauptverdächtige gemeinsam mit seinen Mittätern allein in den vergangenen sechs Jahren Umsätze in siebenstelliger Höhe.

Clan hatte diverse Einnahmequellen

Der Clan brachte Arbeiter aus Osteuropa - insbesondere aus Rumänien und Moldau - nach Deutschland und ließ diese für teils nicht mal fünf Euro pro Stunde arbeiten. Aus den Arbeitern schlug die türkisch stämmige Großfamilie eine weitere Einnahmequelle: Sie verlangte Wuchermieten von ihren Arbeitern.

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Die meisten der Arbeiter waren weder krankenversichert noch bei waren sie bei der Finanzbehörde gemeldet. Dadurch entgingen den Behörden Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuern in Höhe von fast einer halben Million Euro. Zugleich strich der 47-Jährige und teils auch seine mitbeschuldigten Familienangehörigen jahrelang Sozialleistungen in höherer sechsstelliger Summe ein. Die Abbruch-Firmen hatte der Clan dem zuständigen Sozialamt verheimlicht.

Ihre Einnahmen aus den Straftaten setzte die Großfamilie unter anderem dafür ein, Immobilien im Dürener Norden zu kaufen, die sie über Dritte erwerben ließ. Weiterhin besteht ein erhärteter Verdacht darin, dass der Clan auch mit dem Dürener Drogengeschäft Geld verdiente.

Haufenweise Beweismittel sichergestellt

Die Hausdurchsuchungen erfolgten nach langen verdeckt geführten Ermittlungen. Dabei sicherten die Beamten haufenweise Beweismittel. Vor allem Bargeld in hoher fünfstelliger Summe, etwa zehn Kilogramm Tabak, der vermutlich unverzollt ist, diverse Geräte, wie Handys und Laptops, ein Elektroschocker und schriftliche Unterlagen gehören dazu. Außerdem wurden vier Immobilien im Gesamtwert von etwa 480.000 Euro und drei Fahrzeuge beschlagnahmt.

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Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen 32 Personen im Alter zwischen 30 und 47 Jahren. Fünf Personen kamen bereits in Untersuchungshaft und zwei weitere sollten am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Vier der Festgenommen gehören der türkischen Großfamilie an. Mitglieder der Familie waren schon in Vergangenheit immer wieder durch Straftaten und Auseinandersetzungen im Raum Düren auffällig geworden. (nk)