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Immer weniger Bundespolizisten in NRW: Ein Landtagsabgeordneter hat einen brisanten Verdacht

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Bundespolizisten haben am Dortmunder Flughafen einen Mann aus Serbien festgenommen. Gegen ihn lagen vier Haftbefehle vor. (Symbolbild) Foto: imago/Thomas Eisenhuth

Düsseldorf. 

In Nordrhein-Westfalen fehlt es erheblich an Bundespolizisten.

Das hatte zuletzt die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung bemängelt. Die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von FDP-Politikern zeigt: In den letzten Jahren wurden immer wieder Beamte der Bundespolizei aus NRW in Dienststellen außerhalb des Bundeslandes versetzt.

Besonders viele Bundespolizisten nach Bayern versetzt

Besonders viele Bundespolizisten gingen seit 2014 nach Brandenburg (67), Niedersachsen (55) und Bayern (50). 22 davon wurden – vor allem im Zuge der Flüchtlingsbewegungen – in bayerische Grenzregionen versetzt.

Allein von Januar bis Mai 2018 wurden fünf Bundespolizisten von NRW nach Bayern verschoben. Harsche Kritik gibt es dafür aus dem NRW-Landtag.

„Ausgerechnet über CSU-Innenminister Horst Seehofer“

„Es ist ein Unding, dass Bundespolizisten ausgerechnet über den CSU-Innenminister Horst Seehofer nach Bayern abgezogen werden, obwohl sie hier dringend gebraucht werden“, so Landtagsabgeordneter Rainer Matheisen gegenüber DER WESTEN.

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Sein brisanter Verdacht: Die Bundespolizisten werden auch zu Wahlkampfzwecken nach Bayern geschickt. Am 14. Oktober sind Landtagswahlen in dem südlichen Bundesland.

„Klar, dass ein CSU-Politiker dort nun für ein vermeintliches Sicherheitsgefühl sorgen will“, so Mattheisen. Dabei würden Bundespolizisten gerade in NRW dringend an den Bahnhöfen und auch den Grenzregionen an Belgien oder den Niederlanden gebraucht.

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In NRW fehlen 147 Bundespolizisten

Insgesamt fehlen in Nordrhein-Westfalen 147 Bundespolizeibeamte, auch das geht aus der Antwort auf die kleine Anfrage der FDP hervor.

19.000 Überstunden im vergangenen Jahr

Die Beamten sind zudem allmählich von Überarbeitung bedroht: Die Zahl der Überstunden von Bundespolizisten war 2017 um insgesamt mehr als 19.000 Stunden angestiegen. Eine Ursache wird in den verstärkten Grenzkontrollen im Süden Bayerns gesehen.