Wegen des Brexits: Busunternehmer aus dem Sauerland stellt Reisen nach England ein

Friedel Knipschild wird seine Fahrer zukünftig nicht mehr auf die Insel schicken. (Archivfoto)
Friedel Knipschild wird seine Fahrer zukünftig nicht mehr auf die Insel schicken. (Archivfoto)
Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool
  • Ein Busunternehmer aus dem Sauerland beendet im Zuge des Brexit Reiseangebote nach Großbritannien
  • Das Fortführen der Reisen würde lange Wartezeiten und erhöhte Reisekosten bedeuten
  • Für den Unternehmer ist der Brexit ein Rückschritt

Das Chaos um den Brexit macht sich langsam aber sicher bei uns bemerkbar. Ein Busunternehmer aus dem Sauerland hat nun angekündigt, vorerst keine Reisen mehr nach Großbritannien anzubieten.

Friedel Knipschild, Chef des Busunternehmens Hunau Reisen aus Schmallenberg, hat dies nach langer Bedenkzeit in den letzten Wochen entschieden.

Durch lange Wartezeiten können die Schichtzeiten nicht eingehalten werden

Dabei handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. „Man weiß ja noch gar nicht, wie sich das alles weiterentwickelt und was uns erwarten wird“, so der Unternehmer im Gespräch mit DER WESTEN.

Besonders große Bedenken hat er bei den zu erwartenden, verstärkten Grenzkontrollen. Dadurch würden die Wartezeiten in die Höhe schießen. Das will er seinen Fahrern und Fahrgästen nicht antun.

Längere Wartezeiten bedeuten außerdem, dass die vorgegebenen Schichtzeiten der Fahrer nicht eingehalten werden können.

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Schon im letzten Jahr gab es lange Wartezeiten

Bereits im letzten Jahr sei es wegen des Flüchtlingscamps in Calais zu langen Wartezeiten gekommen. Die Busse standen teilweise bis zu drei Stunden an der Grenze, bevor sie übersetzen konnten.

Das Unternehmen ließ daher zwei Busfahrer nach Calais fahren, damit die Schichtzeiten nicht überzogen wurden.

Die einzigen Lösungen würden erhöhte Reisekosten mit sich bringen

Als zweite Notlösung schickte das Unternehmen einen Busfahrer einen Tag früher nach Calais, welcher dann den am nächsten Tag eintreffenden Fahrer ablöste.

Beide Varianten bedeuten für das Unternehmen aber erhöhte Kosten, welche sich am Ende auf steigende Reisekosten auswirken würden.

„Der Brexit ist ein Rückschritt“

Knipschild versteht die Briten nicht. Mit 65 Jahren hat er den Bau der Berliner Mauer und die Grenzöffnung miterlebt.

„Der Brexit ist ein Rückschritt in eine Zeit vor 40 Jahren.“ Im Gespräch schwelgt er in Erinnerungen.

Offene Grenzen sind etwas Gutes

Er kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als sein Busunternehmen plötzlich ohne große Probleme nach Ungarn, in die Ukraine und andere Länder im Osten fahren konnte.

Jetzt befürchtet er, dass sich andere Länder nach dem Brexit ein Beispiel an Großbritannien nehmen.

Kooperation ist unerlässlich

Friedel Knipschild komme aus einer Branche, in der Kooperation enorm wichtig sei. Er kann nicht nachvollziehen, weshalb sich ein Land plötzlich so abschottet.

Bereits gebuchte Reisen werden natürlich noch durchgeführt. Ob er je wieder Reisen nach Großbritannien anbieten wird, weiß er allerdings noch nicht. (db)

 
 

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