Braunkohlegegner ketten sich an Förderbändern fest

Ein Braunkohlebagger auf dem Gelände des Tagebaus Garzweiler. Beim "Klimacamp" demonstrieren Umweltaktivisten gegen den Braunkohletagebau.
Ein Braunkohlebagger auf dem Gelände des Tagebaus Garzweiler. Beim "Klimacamp" demonstrieren Umweltaktivisten gegen den Braunkohletagebau.
Foto: dpa
Umweltaktivisten sind am Samstagmorgen auf das Gelände des Braunkohletagebaus Garzweiler gelangt, einige haben sich dort an Förderbänder gekettet.

Erkelenz. Bei Protesten im Tagebau Garzweiler hat die Polizei über ein Dutzend Braunkohlegegner und einen Fotojournalisten in Gewahrsam genommen. Die Aktivisten hätten am frühen Samstagmorgen in mehreren Kleingruppen auf dem Tagebaugelände protestiert, sagte ein Polizeisprecher. Einige hätten sich an Förderbänder angekettet. Eine technische Spezialeinheit habe sie losschneiden müssen.

Zu gewalttätigen Aktionen sei es nicht gekommen, berichtet die Polizei weiter. Gegen die 23 in Gewahrsam genommen Menschen werde nun wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch ermittelt.

Protestler begehen Hausfriedensbruch

Die Polizei hat die Teilnehmer des Protestcamps gegen Braunkohleabbau und -verstromung am Freitag eindringlich vor dem Betreten der Tagebaue im Rheinland gewarnt. Jedes Eindringen werde als Hausfriedensbruch verfolgt.

Nach eigenen Angaben brachten die Braunkohlegegner mit ihrer Aktion die Bagger mehrere Stunden zum Stillstand. Der Tagebau-Betreiber RWE widerspricht dieser Darstellung: "Es gab keine betriebliche Einschränkung", sagte ein RWE-Sprecher am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Klimacamp bis Montag

Die Protestaktionen des "Klimacamps" seien auch nach dem Polizeieinsatz weitergegangen, sagte Camp-Sprecher Milan Schwarze. So habe es etwa am Samstagmittag eine Sitzblockade an der Tagebau-Zufahrtsstraße in Jackerath gegeben.

In Erkelenz-Lützerath am Rande des Tagesbaus findet seit einer Woche das siebte Klimacamp im Rheinland statt. Rund 1.000 Teilnehmer wollen noch bis Montag in dem Dorf am Rande des Tagesbaues Garzweiler gegen den Braunkohleabbau in der Region protestieren. Zu den Veranstaltern gehört globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Camp richtet sich den Angaben zufolge gegen die Zerstörung von Dörfern und Ökosystemen durch die Tagebaue sowie gegen die "verheerenden Auswirkungen" der Braunkohleverstromung auf das Klima. (dpa/epd)