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Brandkatastrophe auf der A57 jährt sich – Ermittlungen dauern an

Die Massenkarambolage auf der A57 im Februar 2012 war verheerend. Ein Jahr später sind die Ermittler weiter auf der Suche nach dem oder den Tätern.
Die Massenkarambolage auf der A57 im Februar 2012 war verheerend. Ein Jahr später sind die Ermittler weiter auf der Suche nach dem oder den Tätern.
Foto: Roberto Pfeil/dapd
Bei der Brandkatastrophe auf der A57 in Dormagen starb 2012 ein Autofahrer, 13 Menschen wurden verletzt. Am 14. Februar jährt sich das Unglück zum ersten Mal. Noch ist der Brandstifter nicht gefasst, doch wie Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt bekannt gegeben haben, ermitteln sie weiter mit Hochdruck. Erst im Januar gab es eine neue heiße Spur.

Essen. Ein Toter, 13 Verletzte, eine völlig zerstörte Autobahnbrücke: Die Folgen des Brands auf der A57 im Februar 2012 waren verheerend. Ein Jahr später sind die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Polizei im Kreis Neuss weiter auf der Suche nach dem oder den Tätern. Man habe „einen langen Atem“ und gehe „allen Verdachtsmomenten akribisch nach“, gaben die Ermittler nun bekannt.

Rückblick: In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar steigt an einer Brücke der A57 in Dormagen schwarzer Rauch auf. Unbekannte Täter haben zuvor Plastikrohre unter der Brücke in Brand gesteckt. Der dichte Qualm führt zu einer Massenkarambolage von über 20 Autos und Lastwagen. Ein 29-Jähriger aus Jüchen stirbt noch in seinem Auto.

Bei dem Brand entsteht eine so große Hitze, dass die Brücke nachhaltig beschädigt wird und abgerissen werden muss. Eine Vollsperrung der Autobahn ist die Folge, die für wochenlange Staus auf den Umgehungsstraßen in der Region sorgt. Seit Anfang April 2012 wird der Verkehr über eine Behelfsbrücke geführt.

Fast ein Jahr später gibt es eine neue heiße Spur

Die Polizei ermittelt nach dem Unglück wegen fahrlässiger Tötung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Sachbeschädigung durch Brandlegung. Zeugen werden befragt, der Tatort von Experten des LKA mit Hilfe von 3D-Technik aufgezeichnet. Ein gestohlener VW-Transporter, der in der Nähe verlassen aufgefunden wird, gerät ins Zielfeld der Fahnder. Doch auch diese Spur führte bislang zu keinem Ergebnis.

Jetzt, ein Jahr später, ziehen die Ermittler eine erste Bilanz. Über 100 Personen wurden überprüft und Hinweise im dreistelligen Bereich ausgewertet. Erst Ende Januar gab es eine neue heiße Spur: Bei einem Neusser Amtsrichter war ein anonymes Schreiben eingegangen, in dem ein jugendlicher Intensivtäter als der gesuchte Brandstifter genannt wurde.

Ist der Brückenbrand Teil einer Serie?

Doch der oder die Täter sind weiterhin auf freiem Fuß. Weil mögliche Zeugen schweigen? Polizei und Staatsanwaltschaft sind überzeugt, „dass es Menschen gibt, die mehr über die Tat wissen, als sie bisher gesagt haben“. Weiterhin gehe man allen Hinweisen nach.

Fälle von Brandstiftung gab es in Dormagen seit der Katastrophe auf der A57 immer wieder. Im Mai 2012 hatten Jugendliche im Stadtteil Stürzelberg versucht, eine Holzbank anzuzünden. Im vergangenen Sommer brannte es gleich zweimal am Straberger See: einmal zündelten Minderjährige auf einer Wiese, ein anderes Mal steckten Unbekannte ein Feld in Brand.

Ob es sich bei den Vorfällen und bei dem Brückenbrand um eine Folge von Serien-Brandstiftungen handelt, bleibt vermutlich solange ungeklärt bis der oder die Täter gefasst sind. Unter der Telefonnummer 02131/300 0 können sich mögliche Zeugen und Hinweisgeber rund um die Uhr an die Polizei wenden.

 
 

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