Bottrop

Video zeigt erneute Schlägerei auf Fußballplatz in Bottrop – steigt die Gewalt beim Amateurfußball im Revier?

Zwischen Rhenania Bottrop und der SG Osterfeld kam es zu einer wilden Schlägerei.
Zwischen Rhenania Bottrop und der SG Osterfeld kam es zu einer wilden Schlägerei.
Foto: Screenshot Soccerwatch.tv

Bottrop. Üble Prügelei beim Kreisliga-Kick zwischen Rhenania Bottrop II und der SG Osterfeld III. Nach einer roten Karte gegen einen Spieler aus Oberhausen gingen Spieler zunächst den Schiedsrichter an, anschließend entwickelte sich eine Auseinandersetzung zwischen Spielern beider Mannschaften.

Bottrop: Rote Karte für Spieler und der Streit beginnt

Ein Video zeigt das Geschehen. Darauf ist zu sehen, wie Schiedsrichter Stefano Impellizzeri nach einem rüden Foul an der Mittellinie einen Osterfelder Spieler mit Rot vom Platz schickt. Daraufhin wird er angegangen, gerät ins Taumeln.

Es kommt zur Rudelbildung. Als sich scheinbar die Situation zu entspannen beginnt, kommt ein Osterfelder Spieler angerannt und schlägt mit einen gezielten Hieb einen Gegner aus Bottrop. Dann eskaliert die Situation, Fäuste fliegen, ein am Boden liegender Spieler wird getreten.

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Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Bei der körperlichen Auseinandersetzung, die mehrere Minuten angedauert hat, wurden drei Spieler leicht verletzt. Die Polizei beruhigte die Lage und ermittelt jetzt gegen zwei Bottroper wegen gefährlicher Körperverletzung.

Weitere Vernehmungen müssten den Sachverhalt klären, heißt es von der Polizei Recklinghausen.

„Die Sache war sehr unübersichtlich. Der eine behauptet das, der andere das“, so Polizeisprecher Michael Franz über die Schwierigkeiten der Ermittlungen. Auch das Video der Auseinandersetzung auf soccerwatch.tv dürfte dabei miteinbezogen werden.

Prügelei bei Jugendspiel

Die Polizei muss immer wieder zu solchen Vorfällen bei Fußballspielen ausrücken: „Das kommt schon mal vor. Aber dass es sich dabei um wöchentliche Vorfälle handelt, kann ich nicht sagen“, so der Polizeisprecher.

Doch erst letzte Woche kam es in Duisburg zu einer Prügelei bei einem U17-Spiel zwischen dem Duisburger FV und Viktoria Buchholz. Der Buchholzer Torwart wurde dabei schwer verletzt.

Ein Zuschauer soll sogar ein Messer gezückt haben und damit gedroht haben. (hier mehr dazu) Der DFV-Vorstand kündigte auf Facebook an, bis zur Spruchkammer-Sitzung keine Spiele mit der B-Jugend zu bestreiten.

FVN sieht keine generelle Zunahme der Gewalt

Auch die Teams aus Bottrop und Osterfeld könnten durch eine einstweilige Verfügung vorläufig vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden. Entsprechende Überlegungen bestätigte der Sprecher des Fußballverbands Niederrheins, Henrik Lerch.

Eine generelle Zunahme der Gewalt bei Fußballspielen sieht er nicht. 99,51 Prozent aller Spiele verliefen in der Saison 2017/18 laut DFB störungsfrei. Für die 13 Kreise des FVN gäbe es keine genaueren Zahlen, so der Sprecher. „Die Zahlen des DFB sprechen eine klare Sprache. Aber jeder Fall ist einer zu viel und ich verstehe, dass die nackten Zahlen dem Buchholzer Torwart, der verletzt im Krankenhaus liegt, nichts bringen. Aber in aller Regel verlaufen Fußballspiele friedlich“, so Lerch.

Konfliktbeauftragte seien nun mit beteiligten Spielern, Betreuern und Schiedsrichtern im Dialog, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Auch ein Deeskalationstraining für die Jugendspieler in Duisburg ist geplant.

Auseinandersetzungen in der Kreisliga

In den vergangenen Monaten war es in der Region an Ruhr und Rhein mehrmals zu traurigen Kreisliga-Geschichten gekommen:

  • Oktober 2018: Essen ein Kreisliga-Fußballer einem Schiedsrichter ein Stück von der Nase abgebissen. Für die Tat wurde er besonders hart bestraft (hier alle Infos).
  • November 2018: In Hagen rastet ein Vater bei einem Jugend-Fußballspiel aus und attackiert einen Jungen. Umso schlimmer: Der Junge war gerade mal zwölf Jahre alt (hier die ganze Geschichte).
  • Oktober 2017: In Hemer im Sauerland eskaliert ein Fußballspiel, Zuschauer und Spieler liefern sich eine Prügelei, acht Personen werden verletzt, eine davon muss ins Krankenhaus. (hier mehr dazu)

(ms/mj)

 
 

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