Bochum

Waffennärrin (34) geht auf Gerichtsvollzieherin los – deshalb steht nun NRW-Justizminister Biesenbach in der Kritik

NRW-Justizminister Peter Biesenbach steht in der Kritik, nachdem eine Gerichtsvollzieherin in Bochum durch eine Waffennärrin angegriffen wurde.
NRW-Justizminister Peter Biesenbach steht in der Kritik, nachdem eine Gerichtsvollzieherin in Bochum durch eine Waffennärrin angegriffen wurde.
Foto: Peter Sieben

Bochum. Nach einem Angriff einer Frau auf eine Gerichtsvollzieherin in Bochum steht nun NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) in der Kritik. Biesenbach soll den Landtag über den Vorfall falsch informiert haben, als er sagte, es hätte keine Hinweise auf die Gefährlichkeit der Schuldnerin vor dem Angriff gegeben.

Dabei war die 34-jährige Frau den Bochumer Behörden bereits aufgefallen, wie die WAZ berichtet.

In der Wohnung der Schuldnerin wurden diverse Waffen gefunden

Schon 2017 attackierte und verletzte sie eine andere Gerichtsvollzieherin in Dortmund. Bei der damaligen Zwangsräumung wurden in ihrer Wohnung eine Schusswaffe, eine Machete, ein Tomahawk-Beil, ein Elektroschocker und eine Harpune gefunden.

Doch Biesenbach besteht darauf, dass es keine Anzeichen für eine bestehende Gefahr für die Gerichtsvollzieherin gegeben habe.

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Deutscher Gerichtsvollzieherbund fordert mehr Schutzmaßnahmen

Die Kritiker von Biesenbach werfen ihm nun vor, das Parlament nicht ausführlich über die Vorgeschichte der Schuldnerin aufgeklärt zu haben.

Der Deutsche Gerichtsvollzieherbund fordert in Zukunft mehr Schutzmaßnahmen für Gerichtsvollzieher.

Gerichtsvollzieher werden immer wieder Ziel von Übergriffen durch Schuldner. Zuletzt häuften sich Fälle, bei denen Reichsbürger Gerichtsvollzieher bedrohten und attackierten. „Das sind keine harmlosen Spinner“, sagte Frank Neuhaus vor einiger Zeit in einem Gespräch mit DER WESTEN. Er ist Vorsitzender des Deutschen Gerichtsvollzieher-Bundes NRW. „Als Gerichtsvollzieher ist man Beschimpfungen gewohnt“, erzählt Neuhaus. „Aber die Reichsbürger drohen uns massiv.“

Mehr zur Debatte kannst du bei der WAZ lesen. (ses/pen)

 
 

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