Trotz Glatteis-Warnung - Blitzeis sorgte in der Nacht für Chaos auf den Straßen

Schwerer Unfall auf der A46.
Schwerer Unfall auf der A46.
Foto: dpa
  • Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Glatteis gewarnt
  • Blitzeis trifft NRW und das Revier mit voller Wucht
  • Retter mussten am Samstagabend Hunderte Einsätze abreißen
  • Oft genug kamen sie auf den glatten Straßen selbst kaum voran.

Ruhrgebiet. Temperaturen um 0 Grad, der Boden noch fest gefroren - und dann kommt der Regen. Es dauert nur Minuten, bis sich Straßen und Bürgersteige in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens am Samstagabend in regelrechte Eisflächen verwandeln.

Bei Polizei und Feuerwehr stehen die Telefone nicht mehr still. Es gibt so viele Unfälle, dass die Rettungskräfte die Opfer um Geduld bitten und einen Einsatz nach dem anderen abarbeiten müssen.

Massenkarambolagen auf der Autobahn

Auf der Autobahn 46 im Sauerland und auf der A30 ist Ostwestfalen kommt es zu Massenkarambolagen. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor schon für das gesamte Land die höchste Glatteis-Warnstufe ausgerufen und an Autofahrer appelliert, ihre Wagen unbedingt stehen zu lassen.

Tatsächlich sind die Straßen so glatt, dass die Rettungskräfte selbst kaum zu den verletzten Unfallopfern vordringen können. „Aufgrund der Wetterbedingungen ist es für die Kollegen sehr schwer, die haben schon einige Pirouetten gedreht“, sagt Feuerwehrsprecher Frank Brenscheidt auf der A46 in Iserlohn.

Retter kamen kaum zu Unfällen

Teilweise hätten die Retter Mühe, sich auf den Beinen zu halten. „Die Streufahrzeuge kämpfen sich durch, um den Rettern einen sicheren Weg zu den Unfallstellen zu bahnen“, sagt ein Polizeisprecher.

Während die Einsatzkräfte den Ort der Karambolage erreichen, an der laut Feuerwehr zehn Fahrzeuge ineinander gekracht sind und acht Menschen verletzt wurden, laufen in der Leitstelle immer neue Notrufe ein.

Verunfallte brauchten Geduld

„Wir können im Moment nicht überall Kräfte hinschicken“, sagt der Polizeisprecher. Wer einen Unfall unverletzt überstanden hat, muss sich erstmal in Geduld üben.

Auf der A30 bei Löhne spielen sich ganz ähnliche Szenen ab. Zwei Lastwagen und 14 Autos sind dort ineinandergeprallt. Begonnen habe es mit einem kleinen Auffahrunfall, sagt ein Polizeisprecher.

Imme neue Meldungen über Unfälle

Dann sei alles ganz schnell gegangen. „Es hat eine richtige Kettenreaktion gegeben - auf der eisglatten Fahrbahn konnte niemand mehr bremsen.“ Elf Autos sind nach der Karambolage so schwer beschädigt, dass sie abgeschleppt werden müssen. Es sei dem Glück zuzuschreiben, dass nur vier Menschen leicht verletzt wurden.

Immer neue Meldungen über Verkehrsunfälle kommen rein, Autobahnen werden gesperrt. Manche Hinweise auf vermeintliche Massenkarambolagen entpuppen sich im Nachhinein auch als falsch.

Auch falsche Meldungen über schlimme Unfälle

Auf der A1 in Münster hat ein Auto einen kleinen Unfall, mehrere Autos bleiben stehen, um zu helfen. Prompt laufen bei der Polizei Hinweise auf eine Massenkarambolage ein.

Die Rettungskräfte haben alle Hände voll damit zu tun, den Überblick nicht zu verlieren - und auch auf ihre eigene Sicherheit zu achten. In Mülheim landet ein Notarztwagen im Gebüsch.

Entspannung erst gegen Mitternacht

Die Einsatzkräfte seien nur mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs gewesen, doch auf der eisglatten Straße sei der Einsatzwagen selbst bei diesem Tempo nicht mehr zu kontrollieren gewesen, berichten sie.

Gegen Mitternacht hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Alle Sperrungen auf den Autobahnen sind aufgehoben. Die Temperaturen sind im ganzen Land gestiegen - ganz leicht nur, aber genug, um das Eis auf den Straßen etwas zu schmelzen.

(dpa/lnw)

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