Bischof sieht Aufarbeitung des Missbrauchs in schwieriger Situation

Der künftige Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch, sieht seine Kirche in der Debatte um sexuellen Missbrauch in einer weiter schwierigen Situation. Der aktuelle Streit um die wissenschaftliche Aufarbeitung sei eine "mittlere Katastrophe", sagte Koch bei seiner Vorstellung am Mittwoch in Dresden.

Dresden (dapd-lsc). Der künftige Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch, sieht seine Kirche in der Debatte um sexuellen Missbrauch in einer weiter schwierigen Situation. Der aktuelle Streit um die wissenschaftliche Aufarbeitung sei eine "mittlere Katastrophe", sagte Koch bei seiner Vorstellung am Mittwoch in Dresden. Es sei der verheerende Eindruck entstanden, die Kirche wolle etwas vertuschen oder banalisieren.

Koch sprach von einem starken Kommunikationsproblem. Es gehe dabei nicht nur um den Eindruck in der Öffentlichkeit, sondern vor allem auch bei den Betroffenen. Ohne einen wissenschaftlichen Partner sei die Aufarbeitung aber nicht möglich. Die katholische Kirche hatte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen mit der wissenschaftlichen Bewertung der Missbrauchsfälle beauftragt, dann aber die Zusammenarbeit beendet. Es kam zu einer Debatte um den Aufklärungswillen der Kirche.

Der Leiter des Instituts, Christian Pfeiffer warf der Kirche Zensur der Untersuchung vor. Der 58-jährige Koch, bislang Weihbischof im Erzbistum Köln, wurde vergangene Woche von Papst Benedikt XVI. zum neuen Bischof des Bistums Dresden-Meißen ernannt. Das Bistum erstreckt sich über große Teile Sachsens und Gebiete in Ostthüringen. Koch soll am 16. März offiziell in sein Amt eingeführt werden.

dapd

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