Kranke Frau aus NRW geht zum Doktor – doch der verweigert die Behandlung, weil sie Kassenpatientin ist

Eine Frau hat sich mit Schmerzen zum Arzt geschleppt, doch der verweigerte die Behandlung. (Symbolbild)
Eine Frau hat sich mit Schmerzen zum Arzt geschleppt, doch der verweigerte die Behandlung. (Symbolbild)
Foto: imago

Stell dir vor, du hast wahnsinnige Schmerzen, schleppst dich zu deinem Hausarzt und der behandelt dich einfach nicht. Weil du Kassenpatient bist! Das ist jetzt einer Frau (59) aus Bielefeld passiert. Die Konsequenz: Sie musste die Rechnung nun bar bezahlen.

Die 59-Jährige wartet nun immer noch darauf zu erfahren, wie hoch die Rechnung sein wird. Darüber berichtet die Neue Westfälische. Demnach hat ihr Hausarzt sein Arbeitspensum verkürzen wollen und die Sprechzeiten am Nachmittag gestrichen. Ihre Krankenkassenkarte konnte er nicht mehr akzeptieren, weil der Arzt aus Bielefeld nur noch Privatpatienten abrechnet.

Bielefeld: Frau geht zu ihrem Hausarzt - doch der verweigert die Behandlung, weil sie Kassenpatientin ist

Der 64-jährige Arzt wollte aus Altersgründen kürzertreten, so der Bericht. Das ginge aber wohl nur, wenn er seinen sogenannten Kassensitz abgebe. Denn wenn er weiterhin Kassenpatienten behandeln würde, sei er verpflichtet, auch nachmittags zu öffnen. Gerne hätte er auch Kassenpatienten weiter behandelt, doch das ließen die Vorschriften der Kassenärztlichen Vereinigung nicht zu.

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Können Ärzte denn so einfach auf ihren Kassensitz verzichten? Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit Sitz in Dortmund bejahte das gegenüber der Zeitung. Jeder Arzt mit eigener Praxis könne das frei entscheiden. Wenn er sich gegen einen Kassensitz entscheidet, „Dann wird der Sitz an uns zurückgegeben.“, erklärte Vanessa Pudlo von der Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Und diese entscheide dann, ob der Sitz neu vergeben wird oder nicht.

Obwohl 38 Hausarztsitze in Bielefeld frei sind, gibt es laut dem Versorgungsschlüssel keinen Versorgungsengpass.

Expertin: Realität sieht anders aus

Doch die Realität sehe manchmal anders aus, so die Expertin. Mehr als ein Drittel aller Allgemeinmediziner seien älter als 60 Jahre und gehen auf den Ruhestand zu. Dort werden also auch bald wieder Plätze frei und Nachwuchs ist schwierig zu finden. Das ist eine Misere, die besonders die ländlichen Gebiete in NRW jetzt schon betrifft. Deswegen werden angehende Medizin-Studenten teilweise mit Stipendien gelockt, um den Ärztemangel auszugleichen. (js)

 
 

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