Stichwahl in Bielefeld: Klare Sache für die SPD! Amtsinhaber verteidigt das Rathaus

Duell zwischen Pit Clausen (SPD) und Ralf Nettelstroth (CDU).
Duell zwischen Pit Clausen (SPD) und Ralf Nettelstroth (CDU).
Foto: imago/Sven Simon, CDU Bielefeld, Montage DER WESTEN

Klare Sache bei der Stichwahl in Bielefeld!

Oberbürgermeister und Amtsinhaber Pit Clausen (SPD) hat sein Amt verteidigt, bleibt weiter Oberbürgermeister in der ostwestfälischen Großstadt. Der CDU-Kandidat Ralf Nettelstroth musste sich zum Schluss dann doch deutlich geschlagen geben.

Ergebnisse und Reaktionen im News-Ticker zur Stichwahl.

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Stichwahl in Bielefeld: Ergebnis der OB-Wahl 2020

Zwischenergebnis der OB-Stichwahl in Bielefeld (241/241 Stimmbezirke ausgezählt)

Pit Clausen (SPD): 56,09% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 39,65%)

Ralf Nettelstroth (CDU): 43,91% (Ergebnis im 1. Wahlgang: 29,30%)

Wahlbeteiligung: 40,73% (Wahlbeteiligung im 1. Wahlgang: 53,61%)

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27. September 2020: OB-Wahl in Bielefeld im Stichwahl-Ticker

20.41 Uhr: Am stärksten war Pit Clausen im Stadtbezirk Mitte. Hier holte er 69,11 Prozent der Stimmen.

19.44 Uhr: Arminia-Fan Kevin Kühnert freut sich über Wahlsiege der SPD in NRW auf Twitter. Der SPD-Parteivorstand schaltet sich prompt ein und und schreibt: "Heute feiern wir mit dir auch Bielefeld".

19.05 Uhr: Letztlich wird es eine klare Sache: Pit Clausen führt mit rund 14 Prozentpunkten vor Nettelstroth. Der alte Oberbürgermeister wird auch der neue OB.

18.45 Uhr: Jetzt ist der Trend deutlich! OB-Amtsinhaber Clausen liegt nun mit über 56 Prozent vorne und die Mehrheit der Stimmbezirke sind ausgezählt.

18.20 Uhr: Ein Trend zeichnet sich ab. Mit knapp zehn Prozentpunkten liegt Amtsinhaber Pit Clausen von der SPD vorne. Zwar sind erst gut ein Fünftel der Stimmbezirke ausgezählt, doch es könnte für seine Wiederwahl reichen.

17 Uhr: In einer Stunde schließen die Wahllokale in Bielefeld, dann werden die ersten Ergebnisse der OB-Stichwahl mit Spannung erwartet.

Stichwahl in Bielefeld: Wahlbeteiligung offenbar viel höher als 2014

15 Uhr: Die Stadt Bielefeld teilt mit, dass die Wahlbeteiligung deutlich höher als bei der Wahl 2014 ist. Bis 12 Uhr gaben demnach inklusive Briefwähler 26,16 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Vor sechs Jahren seien das um diese Jahr nur 18,2 Prozent gewesen.

9 Uhr: Seit 8 Uhr können die Bielefelder über ihr Stadtoberhaupt abstimmen. Macht Pit Clausen (SPD) erneut das Rennen - oder gewinnt CDU-Herausforderer Ralf Nettelstroth? Kurz vor der Wahl bekam Clausen nochmal Unterstützung von Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Man habe sich über die Finanzierung des ÖPNV und über die Kasernenstandorte gesprochen. Die Rochdalekaserne soll für die Wohnraumentwicklung freigegeben werden.

CDU-Kandidat Ralf Nettelstroth freut sich dagegen über Wahlkampfhilfe von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen. „Wir wünschen uns eine aktive Wirtschaftspolitik. In den letzten Jahren sind wir bei dem Thema vom Rathaus nicht auf Händen getragen worden“, kritisiert der IHK-Präsident Meier-Scheuven die Politik der rot-grünen Koalition in Bielefeld.

Stichwahl in Bielefeld: Termin und Oberbürgermeister-Kandidaten

Die Ausgangslage nach der Kommunalwahl 2020 in Bielefeld

Schon die Wahlen 2014 und 2009 waren enge Rennen zwischen CDU und SPD. Nun sind die Grünen in der Universitätsstadt nah herangerückt. Im Stadtrat ist die CDU mit 27,5 Prozent die stärkste Kraft, die SPD liegt mit 24,9 Prozent dahinter, deutlich hinzugewinnen konnten die Grünen (22,3 Prozent).

Bei der OB-Wahl sicherte sich Amtsinhaber Pit Clausen im ersten Wahlgang respektable 39,65 Prozent. Er liegt damit rund zehn Prozentpunkte vor Ralf Nettelstroth (CDU). Doch im zweiten Wahlgang geht es wieder bei 0 los. Die SPD ist auf die Unterstützung der Grünen angewiesen, deren Kandidatin Kerstin Haarmann lediglich 12,45 Prozent holen konnte.

Bislang führte die SPD zusammen mit den Grünen und der Ratsgruppe Bürgernähe/Piraten eine Koalition im Stadtrat an. Im neuen Stadtrat läuft es entweder auf ein Jamaika-Bündnis hinaus oder möglicherweise auch Rot-Grün-Rot.

Stichwahl in Bielefeld: Die beiden OB-Kandidaten Pit Clausen und Ralf Nettelstroth

Pit Clausen (SPD): Der amtierende Oberbürgermeister will in seine dritte Amtszeit gewählt werden. Im Jahr 20009 schaffte er es im zweiten Anlauf als OB gewählt zu werden, 2014 verteidigte er sein Amt in der Stichwahl mit 55,9 Prozent. Zum Jura-Studium kam Clausen 1982 nach Bielefeld und sitzt seit 1994 im Rat der Stat. Vor seiner hauptberuflichen politischen Karriere war er Richter an verschiedenen Arbeitsgerichten in NRW. Seit 2016 ist der 58-Jährige zudem Vorsitzender des Städtetages NRW. Er lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit Thomas Sopp zusammen.

Ralf Nettelstroth (CDU): Der 56-Jährige ist in Bielefeld geboren, wuchs dort auf und studierte auch hier Rechtswissenschaft. Ebenso wie Clausen wurde er 1994 erstmals in den Rat der Stadt gewählt. Seit 2011 ist er Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten. Von 2012 bis 2017 zog er über die CDU-Landesliste in den Landtag von NRW ein und war dort kommunalpolitischer Sprecher. Mit seiner Frau Ute hat Nettel­stroth zwei Töchter.

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Mehr Informationen über Bielefeld:

  • Mit rund 330.000 Einwohnern ist Bielefeld die größte Stadt in der Region Ostwestfalen-Lippe.
  • Überregional bekannt ist die Stadt vor allem durch die Universität, die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (das größte Sozialunternehmen Europas) und den Fußball-Verein Arminia.
  • Berühmt ist auch die Urban Legend der satirischen Bielefeld-Verschwörung, wonach es die Stadt gar nicht wirklich gibt.

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Wann findet die Stichwahl in Bielefeld statt?

Der Termin der OB-Stichwahl ist der 27. September 2020, also zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang. In der Stichwahl wird entschieden, wer neuer Oberbürgermeister in Bielefeld wird. Die Wahllokale sind dann erneut im Zeitraum zwischen 8 bis 18 Uhr geöffnet.

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Mehr zu den OB-Stichwahlen in NRW:

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So läuft die Stichwahl in Bielefeld genau ab: Termin, Wahllokale, Wahlbenachrichtigung, Maskenpflicht und eigener Stift

Eine neue Wahlbenachrichtigung wurde nicht verschickt. Alle, die nicht die Möglichkeit einer Briefwahl genutzt haben, können am 27. September mit der Wahlbenachrichtigung vom ersten Wahlgang erneut in ihr Wahllokal gehen. Sollten die Wahlbenachrichtung mittlerweile nicht mehr auffindbar sein, reicht auch ein Ausweisdokument, also der Personalausweis oder Reisepass.

Wie am 13. September 2020 sollen die Wählerinnen und Wähler wegen Corona einen eigenen Stift mitbringen. Außerdem gilt Maskenpflicht im Wahllokal. (mag)

 
 

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